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Alkoholproblem: Geheimdossier belastet Ex-Bischof Mixa

21.06.2010 | 13:03 |   (DiePresse.com)

Der Vatikan schweigt zu den geheimen Unterlagen. Der frühere Augsburger Bischof soll das Bistum verlassen, wünscht sich der Diözesanrat.

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Der nach Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa soll nach Auffassung des Diözesanrats das Bistum verlassen. "Das ist der einzig vernünftige Weg, wieder Ruhe in die Diözese zu bringen", sagte der Vorsitzende des Rates, Helmut Mangold. Mixa wird Zeitungsberichten zufolge durch geheime Unterlagen zusätzlich belastet. In dem Dossier fänden sich Aussagen von engen Mitarbeitern über Alkoholprobleme und Annäherungen an junge Männer, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Montag. Die Vorwürfe waren demnach offenbar der Grund dafür, dass Papst Benedikt XVI. Anfang Mai Mixas Rücktrittsgesuch annahm.

Der Vatikan schweigt zum angeblichen "Geheimdossier Mixa". "Der Papst hat natürlich seine Entscheidung zum Rücktritt Walter Mixas auf der Basis von Informationen getroffen. Woher er diese bekommen hat, ist jedoch zweitrangig", erklärte Vatikan-Sprecher Fedrico Lombardi am Montag. Auch die Deutsche Bischofskonferenz und das Bistum Augsburg wollten sich am Montag auf Anfrage zu den neuen Vorwürfen nicht äußern. Nach Angaben aus Kirchenkreisen drängt die Spitze des Bistums gegenwärtig Mixa, das Bischofshaus möglichst schnell zu verlassen. Mixa war vor kurzem nach einem Schweizer Klinikaufenthalt überraschend ins Augsburger Bischofspalais zurückgekehrt.

Der Anwalt Mixas, Gerhard Decker, äußerte Zweifel an den Berichten über das belastende Dossier. Die konservative Internetseite kath.net zitierte eine Stellungnahme Deckers, in der dieser die Quellen und Berichte als "nebulös" kritisiert. Sein Mandant könne und wolle sich nicht zum "angeblichen Inhalt ihm nicht bekannter 'Dossiers' und 'Geheimakten' äußern", heißt es. Er halte es für unwahrscheinlich, dass Teile der Presse Zugang zum Archiv des Vatikans oder des päpstlichen Nuntius hätten. Decker zog Parallelen zu inzwischen eingestellten Ermittlungen gegen Mixa wegen sexuellen Missbrauchs: "Einer beruft sich auf den anderen, und am Schluss war alles ein Missverständnis." Sein Mandant werde Stellung nehmen, wenn es harte Fakten gebe.

"Spiegeltrinker" und "Wirklichkeitsverlust"

Den Medienberichten zufolge sollen engste Mitarbeiter Mixas Alltag als den eines schwer alkoholkranken Mannes geschildert haben. Gute Ratschläge Wohlmeinender seien jahrelang an ihm abgeprallt. Ein Zeuge vermutet demnach, der Bischof sei ein "Spiegeltrinker" - also jemand, der einen bestimmten Alkoholpegel braucht. Immer wieder werde zudem vom "Wirklichkeitsverlust" des Bischofs berichtet. Zudem hätten zwei Priester aus den Bistümern Augsburg und Eichstätt unabhängig voneinander von sexuellen Übergriffen Mitte der 90er Jahre berichtet, als sie sich in einem Zustand emotionaler Abhängigkeit befunden hätten.

Die mehrere Dutzend Seiten umfassenden Unterlagen, die am 27. April offiziell an den Nuntius in Berlin gegangen seien, geben demnach einen Dialog Mixas mit einem jungen Mann während eines gemeinsamen Urlaubs wieder. Der Bischof habe zu diesem gesagt: "Bleib' hier, ich brauche deine Liebe." Der junge Mann habe entgegnet: "Ich bin doch nicht schwul." Daraufhin habe Mixa geantwortet: "Ich doch auch nicht" - und der junge Mann entgegnet: "Und was war gestern Abend?" Daraufhin habe der Bischof geantwortet, dies sei im Überschwang der Gefühle geschehen. Er habe es gebeichtet. Die Zeugenaussage stammt laut "Süddeutscher Zeitung " nicht von dem jungen Mann selbst, sondern von Augenzeugen. Außerdem soll Mixa laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Stiftungsgelder für Waisenkinder an eine in Rom lebende Person gesandt haben, die in einem Milieu verkehrte, mit dem man ihn nicht in Verbindung bringen sollte.

Prügel- und Missbrauchsvorwürfe

Mixa (69) hatte schon am 22. April seinen Rücktritt angeboten. Dem waren massive Prügelvorwürfe gegen Mixa aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen vorausgegangen. Später stand auch der Verdacht des sexuellen Missbrauchs im Raum, der sich aber nicht erhärtete: Das vermeintliche Opfer erklärte, es habe keine Übergriffe seitens des Bischofs gegeben. Die Prügelvorwürfe wurden dagegen von einem dazu eingesetzten Sonderermittler für glaubhaft befunden, sie sind strafrechtlich aber verjährt.

In einem für den Vatikan ungewöhnlich schnellen Verfahren hatte Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch am 8. Mai angenommen. Die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch sollen für den Papst nur eine untergeordnete Rolle für die Annahme des Rücktrittsgesuchs gespielt haben.

Mixa beklagt mangelnde Kollegialität

Vergangene Woche hatte Mixa den Vorwurf erhoben, über eine Intrige zum Rücktritt gezwungen worden zu sein. Dabei erhob er massive Vorwürfe gegen den Münchner Erzbischof Reinhard Marx und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Dies wurde zurückgewiesen. Die bayerische Bischofskonferenz teilte mit, man sehe nicht zuletzt zum Schutz Mixas "davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten. Wir wünschen ihm gute Genesung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein erster Schritt". Der frühere Redaktionsleiter von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen, bezeichnete Mixa als "kranken Mann", der in zwei verschiedenen Welten lebe.

Mixa erwägt, am päpstlichen Gerichtshof in Rom ein Verfahren anzustrengen; in einem Brief an den Vatikan drei Tage nach seinem Rücktritt hatte er seinen Rücktrittsangebot wieder zurückgezogen. Der Vatikan hat klargemacht, dass eine Rückkehr auf den Augsburger Bischofsstuhl nicht infrage kommt. Mixa will im Juli mit dem Papst sprechen. Er ließ in einem Interview mit der "Welt" wissen, dass er eine neue seelsorgerliche Aufgabe anstrebt.

(Ag.)

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16 Kommentare
Thonet H.
21.06.2010 20:09
4 4

Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Vor 2000 Jahren haben die Heuchler und Verleumder sich genauso über den Umgang Jesu Christi empört. Egal welche Schuld Bischof Mixa zu verantworten hat, muß doch gelten, dass einem Menschen, der am Boden liegt nicht noch mit Fußtritten nachgeholfen wird, nach dem Motto: Was der wagt sich noch zu rühren, haut ihm drauf.
Ist das die christliche Nächstenliebe oder humanes Verhalten?

Die Niedertracht wächst unter den fadenscheinigsten Argumenten und plötzlich wird der Papst zum Vorbild jener Menschen, die sonst nur auf ihn eindreschen. Was für eine pervertierte Welt.

0 4

Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Dürfen die, die draußen stehen und ausgetreten sind, überhaupt mitreden.

Meines Erachtens nicht. Ich würde mich schämen.

Antworten Gast: einfacher Christenmensch
21.06.2010 20:55
2 1

Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!



1. Bischof Mixa mit Jesus Christus zu vergleichen ist – gelinde gesagt – weit hergeholt.

2. Richtig! Wenn jemand am Boden liegt, hat man nicht auf ihn zu treten. Selbst wenn er solche Sachen gemacht hat. Aber Grenzen setzen muß man schon dürfen.

3. Es ist schon eine pervertierte Welt. Wie „romtreu“ sind nun jene Kreise in der katholischen Kirche, die bei der fundamentalistischen Politik dieses Papstes gejubelt haben, wenn er das Rücktrittsgesuch dieses Bischofs annimmt…



Antworten Antworten Thonet H.
21.06.2010 22:52
2 3

Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Sie scheinen meine Botschaft nicht ganz verstanden zu haben.
Es geht um die Barmherzigkeit Gottes mit uns und unsere Unbarmherzigkeit mit den Mitmenschen, auch wenn sie Bischof Mixa heißen.
Abgesehen davon ist noch vor keinem weltlichen Gericht Anklage gegen ihn erhoben worden und auf das Scherbengericht der Medien und anderer Kirchengegner kann ich verzichten!

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
21.06.2010 23:40
0 2

Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!


So wie seine Unbarmherzigkeit mit Homosexuellen, als er gegen sie gehetzt hat?


Antworten Antworten Antworten Antworten Thonet H.
22.06.2010 11:18
2 2

Re: Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

@Gast

Es ist nicht unbarmherzig die Bibel zu zitieren bzw. daraus schlußzufolgern und homosexuelle Akte als in sich ungeordnet zu bezeichen.
Ich glaube kaum, dass Bischof Mixa gegen eine bestimmte Person gehetzt hat.

Auch natürliche Triebe können durch Maßlosigkeit ungeordnet sein. Im Gegenteil, die Sünde zu benennen ist ein Akt der Orientierung für die Menschen guten Willens, die aus welchen Grund auch immer in den Augen der Kirche schuldig geworden sind.
So ist es nicht unbarmherzig den Alkoholismus zu verurteilen, was aber nicht heißt, dass man einen Betroffenen an den Pranger stellt und damit seine Würde nicht respektiert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Geordneter Hetero-Akt
22.06.2010 14:46
2 1

Re: Re: Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Homosexuelle Akte als als "ungeordnet" zu bezeichnen ist nicht unbarmherzig, sondern einfach nur schwachsinnig.

"Ungeordnet" ist jetzt wieder so ein neues inhaltsleers Vokabel, mit dem die Mitglieder dieser skurrilen Sekte namens katholischer Kirche alles punzieren, was nicht in ihr krudes Weltbild passt.

Eigentlich wollen Sie ja sagen: "Schwule sind Sünder und werden auf ewig in der Hölle schmoren", das ist aber leider so politisch unkorrekt, also sagen wir besser "homosexuelle Akte sind ungeordnet".

Der ganze Verein ist einfach nur mehr peinlich...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Thonet H.
22.06.2010 19:54
1 3

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Mir persönlich ist es vollkommen egal, was erwachsene Leute in ihren Zimmern treiben und wenn es noch so pervers ist, Hauptsache sie belästigen nicht die Öffentlichkeit damit.
Aber ich lasse mir von niemanden verbieten, Ehebruch als Ehebruch und (hetero und homo) Unzucht als Unzucht bezeichnen, auch ist das vorsetzliche Töten ungeborener Kinder Mord und nach dem Gesetz ein Strafdelikt.

Ich bin aber dagegen, dass eine Minderheit ihre privaten Lebensentwürfe einer Mehrheit vorschreiben wollen und damit die Keimzelle der Gesellschaft, die Familie, nachhaltig schädigen.

Alles unter dem Titel: Den Sünder lieben, aber die Sünde hassen.
Aber für die Heiden ist Schokoladeessen schon eine sündige Versuchung. Ich weiß zum Glück nicht wer in der Hölle schmort, aber Sie kennen sich da anscheinend besser aus.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten JohnGalt
23.06.2010 12:32
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Bin selbst verheiratet und Vater von 2 Kindern. Noch nie - soweit ich mich erinnern kann - ist ein Schwuler auf die Idee gekommen, mir vorzuschreiben, wie ich zu leben habe. Ich fühle mich von Schwulen nicht belästigt, auch nicht, wenn Sie Ihre Homosxualität offen ausleben. Jeder soll Leben wie er will.

Da mache ich mir bei meinen Kindern eher sorgen, dass sie von einem der alkoholkranken Päderasten mit Bischpfsmütze belästigt werden...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Thonet H.
23.06.2010 13:18
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Wer kann den ihr nette Geschichte überprüfen und was sagt sie denn für die Mehrheit aus.

Objektives Beispiel für den starken Einfluss der Homo-Lobby auf die Gesetzgebung:
Wieso soll die Allgemeinheit per Umlageverfahren, die Sozialversicherung des mitversicherten Lebenspartners zahlen, wenn der voll arbeiten gehen kann? Die Mitversicherung der Frau in einer Ehe, ist ursprünglich als Absicherung des kinderpflegenden Ehepartners gedacht gewesen.

Gast: Kyniker
21.06.2010 19:32
4 0

@ „Die konservative Internetseite kath.net zitierte…“






und die ist ja bestimmt ein seriöses Medium…






Gast: Kyniker
21.06.2010 19:32
4 1

@ „In dem Dossier fänden sich Aussagen von engen Mitarbeitern über … Annäherungen an junge Männer“






und dabei war er einer der am lautesten gegen Homosexuelle gehetzt hat…






Gast: Kyniker
21.06.2010 19:31
4 1

@ Immer wieder werde zudem vom „Wirklichkeitsverlust“ des Bischofs berichtet






wenn alle Bischöfe wegen „Wirklichkeitsverlust“ gehen müssten…






Gast: radius
21.06.2010 16:20
6 3

Arno Hoffmann schrieb vor 3 Jahren über die mediale

Hexenjagd auf EVA HERMANN. Interessant dabei, dass in diesem Buch auch Mixa des öfteren genannt wurde, der sich dem "Mainstream", der nicht der Meinung der Bevölkerung in der Mehrheit entspricht, entgegensetzte.
Bekommt er nun die Retourkutsche, die mediale.

Zu "Wir sind Kirche" kann ich nur sagen, was seid Ihr für Christen. Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Lasst Euch das endlich durch den Kopf gehen und geht in Euch.

Peregrin
21.06.2010 15:36
2 2

schwer belastet

"Geheimdossier"? Sowas heisst doch sonst "Pressemeldung."

Gast: radius
21.06.2010 15:22
7 3

Psychoterror pur und die Medien springen auf.

Sehr traurig. Haben Sie noch immer nicht begriffen, dass die Bluthilde eine Satireseite ist?

Übrigens, wer muss denn vor einem kranken Mann Angst haben? Das ist wirklich nur mehr peinlich.