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Vorwürfe: Mixa wird zur Belastungsprobe

21.06.2010 | 19:08 |  Von unserer Korrespondentin EVA MALE (Die Presse)

Großer Schaden für die katholische Kirche: Über den deutschen Ex-Bischof ist ein Geheimdossier über Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe aufgetaucht. Walter Mixa soll Augsburg möglichst schnell verlassen.

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Berlin/Augsburg. Das Bistum Augsburg kommt nicht zur Ruhe: Nach den neuen Vorwürfen gegen den am 21. April zurückgetretenen Bischof Walter Mixa (69) – in einem nun aufgetauchten Dossier ist von massivem Alkoholmissbrauch und sexuellen Übergriffen auf jüngere Priester die Rede – drängt der Diözesanrat den Ex-Bischof, das Bistum möglichst schnell zu verlassen und sich außerhalb der Diözese einen Wohnsitz zu suchen.

Dies sei der einzig vernünftige Weg, wieder Ruhe in die Diözese zu bringen, erklärte der Vorsitzende des Rats, Helmut Mangold, am Montag. Mixa war nach einem Klinikaufenthalt in der Schweiz vergangene Woche überraschend ins Bischofspalais zurückgekehrt.

Der Vatikan wollte die neuen Enthüllungen nicht kommentieren. Der Papst habe natürlich seine Entscheidung zum Rücktritt Walter Mixas auf der Basis von Informationen getroffen, so Vatikansprecher Fedrico Lombardi, „woher er diese bekommen hat, ist jedoch zweitrangig“. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“ hatten zuvor von einem rund drei Dutzend Seiten langen geheimen Dossier berichtet, das der päpstliche Nuntius in Berlin, Jean-Claude Perisset, am 27. April dem Vatikan übergeben habe. Es soll die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. über Mixas Rücktrittsgesuch maßgeblich beeinflusst haben.

 

Zeugen aus engem Umfeld

In der Akte erheben Zeugen aus dem engsten persönlichen Umfeld des damaligen Bischofs schwere Vorwürfe. Mixa wird als „Spiegeltrinker“ beschrieben, der seinen Alkoholpegel über den Tag hinweg halten müsse. Andere Zeugen schildern homosexuelle Übergriffe aus der Zeit Mixas als Stadtpfarrer Mitte der 1990er-Jahre. Außerdem soll der Bischof Stiftungsgelder an eine in Rom lebende Person gesandt haben, die in einem Milieu verkehrt hat, mit dem man ihn nicht in Verbindung bringen sollte. Gute Ratschläge seien jahrelang an Mixa abgeprallt, er habe an „Wirklichkeitsverlust“ gelitten.

 

„Die eine oder andere Watschn“

Die nicht enden wollende öffentliche Auseinandersetzung über den Ex-Bischof fügt der vom Missbrauchsskandal gebeutelten katholischen Kirche Deutschlands schweren Schaden zu. Schon im Februar hat Mixa für seine provokante These, die sexuelle Revolution der 68er sei am Missbrauchsskandal „sicher nicht unschuldig“, heftige Kritik geerntet.

Wenig später wurden Vorwürfe laut, Mixa habe als Stadtpfarrer in Schrobenhausen Heimkinder geschlagen und Stiftungsgelder für Waisenhauskinder veruntreut. Erst nach längerem Leugnen gab Mixa zu, dass er „die eine oder andere Watschn nicht ausschließen“ könne, und entschuldigte sich.

Der Druck auf den Bischof wurde immer stärker, bis er am 21. April seinen Rücktritt anbot, der am 8. Mai vom Vatikan offiziell angenommen wurde. Einen Tag zuvor waren gegen Mixa Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet worden, die inzwischen aber wieder eingestellt wurden.

Zuletzt sorgte Mixas Rückkehr nach Augsburg für Unmut. Er habe als emeritierter Bischof kein Hausrecht mehr, so ein Bistumsvertreter, der von einem „Akt der Anmaßung“ sprach. Mixa löste außerdem durch ein Interview Kopfschütteln aus, in dem er behauptete, aus dem Amt „gemobbt“ worden zu sein, und ankündigte, seinen erzwungenen Rücktritt anfechten zu wollen.

Der Vatikan hat bereits klargemacht, dass für Mixa eine Rückkehr auf den Augsburger Bischofsstuhl nicht infrage kommt. Im Juli wird der 69-Jährige aber eine Audienz beim Papst erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2010)

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41 Kommentare
 
1 2
Gast: Cath
23.06.2010 09:38
1 0

Die Deutsche Bischofskonferenz

hat die Existenz der Akte nun offiziell bestätigt.
Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass dieser Mixa ein verlogener Pharisäer ist.
Burn in hell....if there was one.

Gast: martin23
22.06.2010 11:33
2 2

Gnade ist doch eigentlich eine urchristliche Erfindung!?

Der Autor hat schon recht, wenn er sagt, dass die Figur "Walter Mixa" zum großen Teil systemimmanent verschuldet ist. Auf der anderen Seite finde ich sollte man auch einmal die Frage der Begnadigung, die ein zentraler Bestandteil des Christentums ist, diskutieren.
Warum hetzen die Kollegen so und warum wird noch nachgetreten. Alexander Kissler hat in seiner Kolumne ganz eigene Ansichten: http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/3524-die-gnadenlosen

Antworten Thonet H.
22.06.2010 18:38
0 3

Re: Gnade ist doch eigentlich eine urchristliche Erfindung!?

@martin23
Ausgezeichnete Einsichten hat dieser Alexander Kissler. Danke für den link, der sich wohltuend von den maingestreamten tote Fische-Kommentaren (auch in dieser Presse) unterscheidet.

Antworten Gast: g1
22.06.2010 15:26
3 1

Re: Gnade ist doch eigentlich eine urchristliche Erfindung!?

Der Artikel, den sie zitieren, hat überhaupt klein Verständnis dafür, was Gnade wirklich ist.
Gottes Gnade ist zwar für alle da, kommt aber nicht nach dem Gießkannenprinzip. Sündenvergebung (=Gnade) gibt es nur für den, der seine Sünden bekennt, und sich zur Wahrheit (seiner eigenen Verfehlungen) stellt.
Vertuscher und Leugner ihrer eigenen Schuld bekommen keine Gnade nach dem Gießkannenprinzip.


1 1

Redlichkeit ist keine Gottesgabe - sondern höchst Menschlich!

Wem das fehlt ist in Politik wie Kirche ein Heuchler.

tikki
22.06.2010 04:13
4 3

Deutsches Recht

Bischof Mixa den Aufenthalt im Bistum zu verbieten ist eine Frechheit, entweder ist er vor dem Gesetz schuldig, dann gehört er verurteilt, und selbst dann kann man ihm den Aufenthalt an einem bestimmten Ort nicht verbieten.

Ein Geheimdossier wovon gerade genug Details veröffentlicht werden (aber nicht mehr), dass der Betroffene weiter ruiniert wird ist ein Irrsinn. Veröffentlicht doch das Dossier, ich will wissen was drin steht und wie glaubwürdig die Zeugen sind. Wenn was dahinter steckt – Gericht, so war das zumindest bisher. Funktioniert der Rechtsstaat nicht mehr? Wird jetzt am Boulevard angeklagt und Recht gesprochen?

Und Bischof Mixa empfehle ich in aller Ruhe die Beine im Bistum hochzulegen und die Panik der Gegner zu genießen. Dieser deutschen Kirche, die keine römisch katholische mehr ist, kann kein Schaden mehr zugefügt werden, die liegt am Boden und kann nicht mehr tiefer fallen.

Antworten Gast: Gast
22.06.2010 22:14
1 1

Re: Deutsches Recht

Die Frage von tikki, ob denn nun auf dem Boulevard Recht gesprochen wird, muss dringend geklärt werden. Da nun schon einige Fälle in dieser Weise abgehandelt wurden, den Beginn aber machte die "moralische Gewissheit" einiger Bischöfe, die vereint mit News und Profil über Groer Gericht hielten.

Gast: Gast
22.06.2010 01:20
2 2

Geheimdossier

Wer hat denn dieses Phantasieprodukt aufgebracht, warum plappern dann alle brav nach?

Gast: Sieg der Konziltreuen
21.06.2010 23:45
2 3

Mixa sollte versuchen, ein guter Verlierer zu sein

Selbst wenn die Vorwürfe gegen Mixa nicht stimmen, sind sie zumindest sehr gut erfunden. Mixa wird dadurch zur Belastung für alle jene, die jetzt in der Diözese nach ihm die Verantwortung geschultert haben. Daher sollte Mixa in aller Demut seine Niederlage akzeptieren, in der Versenkung verschwinden und seinen Trost im Gebet suchen!

Gast: g1
21.06.2010 23:18
5 0

Aspekte des Kirchenrechts

Während im Privat-und Strafrecht eines Staates Öffentlichkeit und Transparenz vorherrscht - jeder kann zu Verhandlungen gehen, Anklageschriften sind öffentlich, Zeugenaussagen sind öffentlich usw. - ist im Kirchenrecht Geheimhaltung und Vertuschung angesagt. Niemand weiss genau, warum Bischof Mixa abgesetzt wurde, was ihm intern vorgeworfen wurde, welche Gründe für seine Absetzung maßgebend waren.
Es wird nur gemunkelt, dass Mixa Alkoholiker war, ein Schläger war und sich finanzielle Unregelmäßigkeiten auf Kosten eines Waisenhauses zuschulden kommen ließ.

Die Absetzung eines Bischofs ist eine kirchenrechtliche Sache und die Katholiken der Diözese - in diesem Fall Augsburg - hätten wohl ein Recht zu erfahren, WARUM ihr Bischof abgesetzt wurde.
Jeder Richterspruch vor einem öffentlichen Gericht muss genau begründet werden ( das ist auch ein Grund, warum Richter sehr gerne Vergleiche anstreben), im Kirchenrecht ist dies jedoch nicht der Fall.

In der Kirche ist alles geheim, es wird vertuscht, die Betroffenen - in diesem falle alle Katholiken im Bistum) haben keine Möglichkeit, Recht oder Unrecht einer Absetzung ihres Bischofes nachzuvollziehen. Diese Art der Rechtssprechung im Geheimen ohne Transparenz in der Öffentlichkeit ist m.E. ein schwerer Fehler.
Das Kirchenrecht fördert offensichtlich die Vertuschung.

Gast: jeder Haushalt braucht einen MIXA
21.06.2010 23:17
2 2

Ich habe meiner Frau zum Hochzeitstag einen MIXA gekauft....

.....sie hat sich sehr darüber gefreut und gesagt ich soll doch nicht soviel Geld ausgeben, Gefriersackerl hättens auch getan - na ja, Grosszügigkeit war schon immer meine Stärke! In 10 Jahren(zur Silbernen) bekommt sie einen neuen Staubssager, die Staubsackerl habe ich schon gekauft! Zum goldenen Hochzeitstag habe ich mir schon etwas ganz besonderes einfallen lassen, da machen wir einen Ausflaug nach Deutschland und besuchen den Erfinder des MIXAS, Herrn MIXA - Das wird eine tolle Überarschung!

Antworten Gast: Gast
22.06.2010 01:23
0 2

Re: Ich habe meiner Frau zum Hochzeitstag einen MIXA gekauft....

Ich hätte ihnen mit dem MIXA als Geburtstagsgeschenk eine Frisur gemixt.

Gast: Gast
21.06.2010 21:38
5 4

„Mixa wird zur Belastungsprobe“


so wie schon Bischof Krenn, Kardinal Groer, Bischof Fischer, Weihbischof Laun, „leider-nein“-Weihbischof Wagner…


Antworten Gast: Gast
22.06.2010 22:17
0 1

Re: „Mixa wird zur Belastungsprobe“

Also kurz, alle Biscöfe die mit Rom eine Einheit im Glauben bilden sind für die do-it -yourself-Kirschen eine Belastung.

Antworten Gast: GAST
21.06.2010 23:15
1 2

Re: „Mixa wird zur Belastungsprobe“

... so wie auch Fischer, Schermann, Zulehner, Feichtlbauer, Hurka, SChüller, ...

Antworten Antworten Gast: Gast
22.06.2010 01:30
3 0

Re: Re: „Mixa wird zur Belastungsprobe“

Zu dieser Aufzählung, die natürlich nicht vollständig ist muss aber auch gesagt sein, der Fisch stinkt vom Kopf an. Damit meine ich die Zustände der österreichischen und deutschen National-Volxkirche, die so tun als wären sie noch immer römisch -katholische Kirche.

Gast: AlterKämpfer
21.06.2010 21:22
7 5

Cui bono?

"Über den deutschen Ex-Bischof ist ein Geheimdossier über Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe aufgetaucht."
1. Bischof wird man durch Weihe, Ex-Bischöfe gibt es nicht. Auch wenn Exz.Mixa seiner Funktion als Ordinarius der Diözese Augsburg vom Heiligen Vater enthoben worden ist, bleibt er Bischof.
2.Geheimdossier? Drum steht es jetzt in der Zeitung?
3. Wer ist schon der Diözesanrat? Aufenthaltsverbote widersprechen den Menschenrechten (siehe Prälat Küchl in Eisgarn).
Exz.Mixa ist deutscher Staatsbürger und kann sich daher in Augsburg und Umgebung aufhalten solange er das möchte!
"Er habe als emeritierter Bischof kein Hausrecht mehr, so ein Bistumsvertreter, der von einem „Akt der Anmaßung“ sprach." Dieser anonyme "Bistumsvertreter" sollte überlegen, was er sich da anmaßt!

Antworten Gast: gast
21.06.2010 22:46
3 3

Re: Cui bono?

dein kommentar ist wie immer absolut verzichtbar und gegen wen kämpfst du eigentlich gegen deine perönlichen probleme?

Antworten Gast: gaast
21.06.2010 22:20
3 2

Re: Cui bono?

Der Vertreter des Bistums hat schon recht: Dass gerade Deutschlands radikalster Kleriker ein geistig derangierter Alkoholiker ist, tut dem Ruf des Bistums nicht gut.

Fanatische Seelsorger in der Psychiatrie...klingt ja wie der feuchte Traum so maches Atheisten :)

Antworten Gast: radius
21.06.2010 22:13
5 0

Es wird immer dubioser!

Die Verleumder wollen natürlich nicht mit dem Verleumdeten zusammenkommen, diesen in das Gesicht schauen zu müssen, ist halt nicht angenehm.
Offenbar haben die noch ein kleines Quäntchen Restgewissen. Dieses wird sie weiterplagen und verfolgen. Recht geschiehts.

Gast: Kyniker
21.06.2010 21:03
6 2

@ „Die eine oder andere Watschn“






in Österreich ticken die Uhren noch anders – da denkt der Vorarlberger „Watschen“-Bischof Fischer nicht an Rücktritt…






Antworten Gast: Poolservice
22.06.2010 00:03
0 2

Re: @ „Die eine oder andere Watschn“

nau Kyniker, haben wir heute wieder 3 Liegen am Pool reserviert? Und am Abend erzählen sie wieder den Gästen wie schön Ihr Ausflug war und die Gäste werden Sie fragen ob Sie heute gar nicht am Pool waren und dann werden Ihnen wieder die 3 Handtücher einfallen, mit denen Sie um 5 Uhr Morgens die Liegen reserviert haben! Irgendwann werden ihre Handtücher vom Poolservice im Müll entsorgt! Nur So, Breitmacher!

Gast: Kyniker
21.06.2010 21:02
6 2

@ „homosexuelle Übergriffe aus der Zeit Mixas als Stadtpfarrer Mitte der 1990er-Jahre“






und dabei war er einer der am lautesten gegen Homosexuelle gehetzt hat…






Gast: Kyniker
21.06.2010 21:02
8 1

@ an „Wirklichkeitsverlust“ gelitten






wenn alle Bischöfe wegen „Wirklichkeitsverlust“ gehen müssten…






Thonet H.
21.06.2010 20:03
7 6

Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Vor 2000 Jahren haben die Heuchler und Verleumder sich genauso über den Umgang Jesu Christi empört. Egal welche Schuld Bischof Mixa zu verantworten hat, muß doch gelten, dass einem Menschen, der am Boden liegt nicht noch mit Fußtritten nachgeholfen wird, nach dem Motto: Was der wagt sich noch zu rühren, haut ihm drauf.
Ist das die christliche Nächstenliebe oder humanes Verhalten?

Die Niedertracht wächst unter den fadenscheinigsten Argumenten und plötzlich wird der Papst zum Vorbild jener Menschen, die sonst nur auf ihn eindreschen. Was für eine pervertierte Welt.

Antworten Gast: g1
22.06.2010 01:26
4 2

Re: Schaurig wie das Böse alles in den Abgrund zieht!

Sie vergleichen den, der für die Sünden der Menschheit gestorben ist und absolut vollkommen war (Jesus Christus) mit einem Schläger, Geldveruntreuer, wahrscheinlich Alkoholiker, Sesselkleber usw.
So einen Vergleich empfinde ich als Lästerung, denn sie können einen MIXA, dessen Charakter schon aus seinem Gesicht eindeutig erkenntlich ist nicht mit dem Heiland der Welt vergleichen.
Sie sind ziemlich sicher getauft aber noch weit sicherer KEIN Christ, denn ein Christ würde so einen Vergleich niemals über die Lippen bringen.


 
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