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Schüller: "Berufsverbot für Priester" bei Missbrauch

22.06.2010 | 15:55 |  Von DIETMAR NEUWIRTH (DiePresse.com)

Werde einem Priester ein sexueller Übergriff auf Minderjährige nachgewiesen, müsse er in den Laienstand versetzt werden, sagt Helmut Schüller. Er hat die beispielgebende Wiener Ombudsstelle geleitet.

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WIEN. „Wir brauchen ein Berufsverbot für Täter, anders geht es nicht." Priester, denen sexuelle Übergriffe auf Minderjährige nachgewiesen worden seien, sollten in den Laienstand zurückversetzt werden. „Da muss eine klare Linie her." Diese Forderung erhob Helmut Schüller, Ex-Generalvikar der Erzdiözese Wien und Gründer der Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Bundeshauptstadt am Dienstag im Gespräch mit der „Presse".

Am Mittwoch wird Kardinal Christoph Schönborn in Mariazell die von der Bischofskonferenz bei ihrer Sommertagung abgesegneten Maßnahmen präsentieren. Schüllers Begründung für seinen Vorstoß: „Seelsorger ist ein Beruf, bei dem man letztlich immer mit Kindern oder Jugendlichen in Kontakt tritt. Auch wenn sich Täter einer Therapie unterzogen haben, steht an deren Ende immer, dass man Situationen vermeiden muss, in denen man überfordert wäre."

„Die Kirche muss klarmachen, dass sie bei Verdacht eine umgehende Meldung wünscht."
Wiens Ex-Generalvikar Helmut Schüller

Lobend äußert sich Schüller über das bisherige Agieren Kardinal Schönborns in dieser Angelegenheit. Aber jetzt gehe es auch um die Mühen der Ebene und darum, auf lange Frist in den Bemühungen im Kampf gegen Missbrauch nicht nachzulassen. Schüller: „Es geht um ein vitales Zeichen des Angehens der Sache, nicht nur um Schadensgutmachung und dass das Priesterimage poliert wird. Es besteht die große Gefahr, dass das wieder zurücksackt."

Seine weiteren Forderungen an die Bischöfe: Die katholische Kirche müsse von sich aus offensiv auf die Existenz der Ombudsstellen hinweisen, bis hin zu Anschlägen in allen Pfarren. Schüllers Kritik: „Das ist ein Mangel, der bisher sehr stark war. Man musste sich als Opfer durchkämpfen, bis man auf die Ombudsstelle aufmerksam wurde. Die Kirche muss klarmachen, dass sie bei Verdacht eine umgehende Meldung wünscht."

Darüber hinaus müsse für Täter verlässlich eine Therapie vorgesehen werden. Österreich solle beim Aufbau eines Angebots auch mit den deutschen Diözesen zusammenarbeiten.

Kritik am Vatikan

Und Schüller, der Chef der Pfarrerinitiative ist, übt auch Kritik an Rom: „Vom Vatikan wurde bisher nur einseitig die moralische Dimension angesprochen. Zum Teil handelt es sich aber um eine Krankheit, kein moralisches Problem, weil es nicht immer im Willensbereich des Täters liegt. Es geht nicht nur um Fragen von Schuld und Sünde, um Vergebung und Verzeihung. Da vermisse ich noch weitgehendst klare Signale." Für Österreich sieht es der frühere Wiener Generalvikar als unabdingbar an, die Ombudsstellen miteinander und mit den Ordensgemeinschaften zu vernetzen.

Schüller hat 1996 bis 2005 jene Ombudsstelle geleitet, die als beispielhaft für alle Diözesen gilt. Nach ihrem Vorbild wurden Richtlinien erarbeitet, die bei der Bischofskonferenz als verbindlich für alle beschlossen werden sollen.

ZUR PERSON
Helmut Schüller, einst Schüler Hans Hermann Groërs, wurde als Chef der Caritas bekannt. 1995 - 1999 war er Generalvikar in Wien, 1996 - 2005 leitete er Priester die Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs. Der heute 58-jährige „einfache“ Pfarrer und WU-Seelsorger hat den Vorsitz der Pfarrerinitiative übernommen. Und gemeint, eine Kommission müsste die Missbrauchsvertuschung im Vatikan untersuchen – oder der Papst solle zurücktreten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2010)

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43 Kommentare
 
1 2
Gast: Ösi
23.06.2010 12:57
0 1

Kirche ist wie das Loch im Golf von Mexiko

Da kommt soviel hoch, dass kein Klobesen gross genug ist, diese Sauerei wieder rein zu bekommen!
Und die Kirchenpoppen sind genauso kompetent wie die BP. Während alles in der Ka.. erstickt, fahrens fröhlich irgendwohin, wo es schön ist. Z.B. Mariazell, Fatima........

PS: hat sich Gott schon mal gemeldet oder läuft immer noch der Anrufbeantworter?

Gast: Ösi
23.06.2010 12:55
0 1

Kirche ist wie das Loch im Golf von Mexiko

Da kommt soviel hoch, dass kein Klobesen gross genug ist, diese Sauerei wieder rein zu bekommen!
Und die Kirchenpoppen sind genauso kompetent wie die BP. Während alles in der Ka.. erstickt, fahrens fröhlich irgendwohin, wo es schön ist. Z.B. Mariazell, Fatima........

PS: hat sich Gott schon mal gemeldet oder läuft immer noch der Anrufbeantworter?

Gast: baracke
23.06.2010 10:39
0 2

Pfaffen-Mainstreaming

Schüller mit seinem ewiggestrigen "Pfaffen-Mainstreaming".

Gast: busek
23.06.2010 10:12
2 0

Vertuschung

Die Landeskirche unter Schönborn hat es fertiggebracht, daß die Kinderschänderei kollektiv der Kirche angehängt wird. Eine bessere Methode der Vertuschung hätte es gar nicht geben können.

Thonet H.
23.06.2010 09:25
2 0

Das ist jetzt die Zeit der Funktionäre

in der Kirche. Da können wir getrost den lieben Gott außen vor lassen, weil wir das viel besser regeln können, denken sie sich und tun auch so.

Herr Schüller schon einmal gehört, dass Priestersein eine Gnade und Berufung sein könnte, wenn man wollte! Leider sehen sich viele Laien und Priester als religiöse Sozialarbeiter oder Funktionsträger mit sakramentalen Hintergrund.

Abgesehen davon gibt es schon seit 2001 die Instruktionen des Vatikans, wo diese Massnahme der Versetzung in den Laienstand schon längst vorgeschrieben ist. Das gilt auch bei Priestern mit Frau und Kindern, wobei als Neuerung diese Verfahren der verantwortliche Ortsbischof durchführt, damit es nicht so lange dauert.

Sebifredi
23.06.2010 09:08
0 1

Zum Teil handelt es sich aber um eine Krankheit,

kein moralisches Problem, weil es nicht immer im Willensbereich des Täters liegt---las ich eben im obigen Artikel.
Wo liegt da für den Missbrauchten der Unterschied?
Nicht im Willensbereich des Täters-sooo willensschwach, das Volk der Priester!

slccrsl02
22.06.2010 21:44
2 2

Kurterl

Ich fordere, dass der Schüller sofort abtritt. Der Krenn Kurti soll wieder aufmarschieren. Amen, so sei es. Inshallah!

Gast: Brennstein
22.06.2010 21:44
2 2

Dieser Schüller, ein Königspeichellecker

Was für ein Zufall, daß er gerade jetzt aus seinem Loch gekrochen kommt. Nachdem man ihn gottseidank aus dem Verkehr gezogen hat, wittert er wohl jetzt Morgenluft um sich wieder wichtig machen zu können.

Gast: UKW
22.06.2010 20:32
3 2

Ich bin für eine ordentliche Erhöhung der Kirchensteuer

Damit der Schüler, die Klasnic und wie sie sonst noch alle heißen ordentlich was zum verteilen haben.

Die Schäfchen zahlen für die Missetaten der Hirten. Määähhh!

Die Hirten fahren weiter Mercedes Benz. Brummm!

0 3

Re: Ich bin für eine ordentliche Erhöhung der Kirchensteuer

määääh määääh mööööööhh

Gast: AlterKämpfer
22.06.2010 20:25
7 3

Redeverbot für Priester

Mediengeile Monsignores wie Schüller, machtgierige Theologen wie Zulehner und geschwätzige Berufslaien wie Feichtlbauer sollten in sich gehen und ein Schweigejahr einhalten. Damit helfen sie ihrer Kirche nämlich am meisten!

Gast: g1
22.06.2010 19:02
3 2

"Berufsverbot für Priester" bei Missbrauch

sollte eigentlich so etwa Selbverständliches sein, dass man dafür gar nicht kämpfen müßte.

Da der Vatikan bisher das Gegenteil praktizierte und bis jetzt offensichtlich noch keine anderen Vorschriften erlassen wurden, ist die Initiaive von Hrn. Schüller löblich.

Was Herr Schüller allerdings nicht weiss ist folgendes: Die Priesterweihe ist eine Zeremonie, die rein GAR NICHTS bewirkt.

Kein Laie kann durch eine äußere Zeremonie zum Priester erhoben werden. Es gibt die Priesterweihe auch im NT nicht.

Ein Mensch, der VOR der Priesterweihe Christ ist, ist es auch NACH der Priesterweihe, ein Mensch, der VOR der Priesterweihe KEIN Christ ist, ist auch NACH der Priesterweihe KEIN Christ.

Darüber sollte Herr Schüller vielleicht auch einmal nachdenken.

Vielleicht sollte man kirchengeschichtlich einmal nachforschen, ab wann es eine Priesterweihe gibt, die dem Priester eine spezielle Fähigkeit vermitteln soll und ihn über die anderen Christen erhebt.
Im 1. Jhdt. nach Christus hat es dies sicherlich noch nicht gegeben.


Antworten Gast: AlterKämpfer
22.06.2010 20:27
1 3

Eure Rede sei ja, ja ...

Wenn Msgr.Schüller von Em.Groer mißbraucht wurde, dann soll er das sagen und wenn möglich beweisen, wenn nicht, möge er schweigen!

1 4

Mit Alkohol kann man mehr Menschen treffen, liebe Kirchenfeinde.


redneck
22.06.2010 18:30
3 2

vermisste signale vom Vatikan

wenn man die realitaet nicht sehen will, sieht man die signale nicht.

leider ist die realitat der kath Kirche nicht so schoen wie die Feiern, Predigten und Tradition, die die kirchengaenger gern sehen

kirchenhierachie die gottesfurcht verbreitet ist nicht anders als die pharisaer

Ilu Minati
22.06.2010 18:19
0 0

Das Bild suggeriert schwarze Hörner auf Schüllers Kopf!

Was will uns da wer sagen?

Betreiben die Keuschen einen besonderen Sport anstatt....

Nein, Oh na nie!

3 9

jeder der noch kirchensteuer zahlt

finanziert die kindesmissbraucher!

ist das klar genug? kann man das verstehen?

Antworten mr.vain-
22.06.2010 19:23
1 2

Nö, können Sie es mir noch mal langsam erklären?


0 0

Re: Nö, können Sie es mir noch mal langsam erklären?

also, wenn ein kegelverein mitglieder hat
und dieser kegelverein jahrtausende lang kinder missbraucht
und es dann rauskommt
und keiner was dagegen tun kann
und solche leut wie du denen noch immer geld zahlt
welches zur tilgung von ein paar einzelnen derer vergehen benützt wird
dann biste ein mitwisser/dulder

oder wenn dieser kegelverein mafiageld wäscht, oder inkaschätze hortet aber armut predigt oder lügen über kondome oder sexualität generell erzählt oderoderoder..

also fazit: wieso kann/soll man da noch mitmachen bei so einem kegelverein?

Gast: busek
22.06.2010 17:58
5 4

FM Schüller

Schüller arbeitet ungestört (in Probstdorf) an der Säkularisierung der Kirche in Österreich (mit seinem "Priesterkreis" z.B. gegen Pfarrer Wagner). Er versorgt die antikirchlichen Medien mit Schmutz gegen die Romtreuen.

diogenes
22.06.2010 17:27
0 3

Widerspruch

sollten in den Laienstand zurückversetzt werden
müsse für Täter verlässlich eine Therapie vorgesehen werden

Diese beiden Forderungen widersprechen einander.

Wenn ein Priester in den Laienstand versetzt wird, braucht sich die Kirche nichtmehr um eine Therapie kümmern.

Antworten schmeiser
22.06.2010 18:05
3 3

rekontra

wenn ihr etwas an den kindern liegt, schon

Antworten Antworten diogenes
23.06.2010 09:54
0 0

Re: rekontra

Es kann nicht Aufgabe der Kirche sein, alle Päderasten (incl. Michael Jacksaon) zu kurieren.
Und im Rahmen der Kirche hat der laizierte Priester ja keinen Zugang zu Kindern mehr.

Gast: mens sana
22.06.2010 17:25
7 4

unsere tägliche Profilierung verschaff uns heute...

Lächerlich, wie nun alle versuchen, sich als die radikalsten Kämpfer gegen "Missbrauch" zu profilieren. Sicher gibt es dafür viel Beifall von den Medien, und darauf scheint es ja anzukommen. Aber viel Sachkenntnis verrät es nicht.

Gast: Armes Opfer
22.06.2010 17:21
1 6

Geld her!

Also, wenn ich 130.000,- € bekomme, dann überlege ich mir ernsthaft, ob ich nicht sogar vom hochwürdigen Herrn Msg. Schüller persönlich missbraucht worden bin. Gibt es bei Missbrauch durch einen Monsignore vielleicht sogar noch mehr Geld?

Peregrin
22.06.2010 17:16
3 5

harter Typ Schueller

Der kann nur hoffen, dass an ihn vor dem Gericht nicht seine eigenen Massstaebe angelegt werden.

 
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