26.05.2012 02:45 | Meine Presse Merkliste 0

Missbrauch: Das Ende des Vertuschens

23.06.2010 | 19:02 |   (Die Presse)

Bischofskonferenz: Geldleistungen an Missbrauchsopfer werden von einer "Stiftung Opferschutz" abgewickelt - strikt nach einer Empfehlung der Klasnic-Kommission. Österreichweit soll es einheitliche Regeln geben.

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Wien/Mariazell (red.). Am Mittwoch war es so weit: Kardinal Christoph Schönborn hat die angekündigten neuen Regeln im Kampf der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch präsentiert. Zentraler Punkt des Beschlusses der Sommertagung der Bischofskonferenz in Mariazell: Entschädigungszahlungen für Opfer sollen künftig aus einer eigens eingerichteten „Stiftung Opferschutz“ kommen.

Laut Kardinal Christoph Schönborn wird die Stiftung zur Hälfte von den Diözesen und Orden dotiert – und personell besetzt. Mit dieser Stiftung sollen Therapiekosten und Schmerzengeld- sowie Schadenersatzzahlungen finanziert werden. Die Geldleistungen würden „nicht aus dem Kirchenbeitrag“ finanziert, sondern „beim Täter oder bei einer verantwortlichen Institution eingefordert“, betone Schönborn. Über die Höhe der Dotierung hüllte er sich allerdings abermals in Schweigen.

(c) Die Presse / HR

(c) Die Presse / HR

Die Überweisungen an Opfer aus der Stiftung werden ausschließlich nach Empfehlung von der (von Schönborn eingesetzten) Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic erfolgen. Man werde sich nicht danach richten, was einzelne Rechtsanwälte auf eigene Initiative vorschlagen, so Schönborn. Die Opferanwälte müssen sich daher auch mit der Klasnic-Kommission in Verbindung setzen. Komme es zu keinem Konsens, müssten Anwälte eben den Rechtsweg beschreiten, sagte Schönborn. Die beschlossene, mehr als 60 Seiten starke „Rahmenordnung“ sieht (wie berichtet) keine generelle Pflicht vor, mutmaßliche Missbrauchstäter anzuzeigen – außer bei Gefahr in Verzug, wenn „weitere Personen zu Schaden kommen könnten“. Man werde allerdings den Tätern zur Selbstanzeige, den Opfern ausdrücklich zur Anzeige raten, so Schönborn. Der Rahmenplan sieht auch vor, österreichweit die diözesanen Ombudsstellen einheitlich zu gestalten: Sie sollen von unabhängigen Experten, die nicht Priester sein dürfen, geleitet werden.

Außerdem wird in jeder Diözese eine Kommission eingesetzt, die über Konsequenzen für Täter beraten soll. Wenn Verdacht besteht, wird der mutmaßliche Täter bis zur Klärung dienstfrei gestellt. Der Rahmenplan habe das Ziel, Opfern „Gerechtigkeit und Hilfe zukommen zu lassen“, so Schönborn. Kritik kam vom grünen Justizsprecher Albert Steinhauser, der eine verpflichtende Anzeige vermisst, Lob von der reformorientierten Laieninitiative Herbert Kohlmaiers.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2010)

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26 Kommentare
 
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Gast: scharfer zahn
07.07.2010 09:55
0 0

Oh ja, Herr Kardinal - Falotten gibt's

Neue Aufregung um Richard Lugners junge Freundin Anastasia "Katzi" Sokol.
Da erklärt der Wiener Baumeister die Abwesenheit seiner Freundin bei einem Event mit den Worten: "Katzis Visum läuft ab... Sie ist auf dem Magistrat." Auf die Frage, ob er sie, damit sie in Österreich bleiben dürfe, auch heiraten würde, fällt dem 77-Jährigen sofort der Name Arigona ein. Doch er sagt: "Ich bin nicht so wie der Alfons Haider, dass ich Leut' heirate, die ich gar nicht kenn'..."

Der kennt sie also gar nicht !!!!!


Gast: Ösi
24.06.2010 11:51
1 0

Arbeitsmarktinitiative kirchlicher Missbrauch

Wenn man hört wo überall Kommissionen, Arbeitskreise, Ausschüsse, Ombudsmänner etc eigesetzt werden, da muss man schon sagen: ein Segen!
Es werden zwar dann keine Gelder mehr für die Opfer da sein, aber Steuergeld für all die neuen Ämter fließt garantiert.
Echt österreichische Lösung!

Antworten Darabimo
06.07.2010 13:00
0 0

Re: Arbeitsmarktinitiative kirchlicher Missbrauch

Sollte lieber nichts aufgeklärt werden?

Gast: gastx
24.06.2010 08:06
1 0

Vielleicht sollte der Papst seinen Vertuschungserlass auch überdenken ...

Das Schreiben des früheren Kardinals Ratzinger, das in Latein an die gesamte Kirche ging und alle Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche abgehandelt wissen wollte, sollte - falls Transparenz und Offenheit die neue Linie der Kirche ist - natürlich auch sofort widerrufen werden.

Ehrlichkeit oder Lüge, Transparenz oder Vertuschung sind m.E. kein Massnahmenpaket, das man initiiert, sondern eine Charaktereigenschaft.

Wenn die Kirche transparent sein will, sollte der Vatikanstaat als erstes wie alle anderen Staaten der Welt ein überprübares Budget vorlegen.
Das Geld der Kirche sollte nicht aus dunklen Quellen kommen (z.B. Vatikanische Bank). Also auch in Finanzangelegenheiten sollte der Vatikan und die Diözesen transparent sein. Das ist leider nicht nur im Vatikan, sondern auch in den einzelnen Diözesen noch nicht der Fall.

Wie eine bekannte deutsche Zeitung ermittelte, gibt es in den einzelnen Diözesen immer 2 Budgets, eines das von öffentlichen Mitteln gespeist wird und eines aus kircheneigenen Einkünften. Die kircheneigenen Einkünfte bleiben aber immer geheim.



Antworten Sam Lowry
24.06.2010 11:17
0 0

Re: Vielleicht sollte der Papst seinen Vertuschungserlass auch überdenken ...

[..] wie alle anderen Staaten der Welt ein überprübares Budget vorlegen [..]

So wie die USA? Oder Griechenland? Oder die afrikanischen Staaten?

Btw
Die Charaktereigenschaft einer Organisation wird durch das Verhalten ihrer Mitglieder bestimmt. Und dieses Verhalten kann verändert werden, wenn Konsequenzen klargemacht werden und Mitarbeiter besser geschult und sensiblisiert werden.

Gast: Gast
24.06.2010 06:41
1 2

„Das Ende des Vertuschens“




Schön, dass die Kirche ihre Opfer nicht mehr vertuschen, verleugnen und verleumden will.


Die Frage ist aber ob es bei der Symptombehandlung bleibt oder ob die Kirche den Mut aufbringt die ursächliche Scheinmoral und ihr System zu hinterfragen…




Gast: rechterWeg
23.06.2010 23:22
2 2

Kirche ist darf nicht Staat in Staat sein

9. Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch (Artikel 34, Zusatzprotokoll)
http://www.kinderrechte.gv.at/home/un-konvention/schutzrechte/content.html
http://www.kinderrechte.gv.at/home/im-fokus/kr-auf-schutz/sexueller-missbrauch/content.html
Die Opfer waren immer, und das seit Jahrhunderten, Minderjährige. Hochgerechnet müssen es in der letzten 1000 Jahren Millionen unschuldige Lämmer (Christliche Sprachweise Schaffe) gewesen sein.
Die verantwortliche Institution ist die Kirche. Sie muss entrechtet und bestraft werden.
(Man stelle sich mal vor, statt Pfaffen wären das Asylanten gewesen, die sich an Kindern vergriffen hätten).
Die Kirche darf nicht selber festlegen, wie Straftaten hierzulande zu behandeln sind, sobald es sich um die Kirche selbst handelt!
Die Kirche muss bekennen, Kinder wurden geopfert, da gab kein Christus, kein Gott, der was dagegen unternahm.
Warum auch. Laut Bibel mussten unzählige Kinder sterben, weil mal Moses, und später Jesus geboren wurden. Habt Ihr das vergessen! Leset die Fabeln in der Bibel!

Antworten Gast: mannomann
27.06.2010 13:42
1 0

was Sie nicht alles spekulieren, vielleicht

sollten sie sich mehr mit Fakten abgeben als lange zu phantasieren. Es gibt keine verantwortliche Institution, sondern unverantwortliche einzelne Täter, die zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Zudem legt nicht die Kirche fest, wie die Straftaten zu behandeln sind, sondern dies erfolgt hierzulande nach österr. Recht. Die Kirche leistet höchstens darüberhinaus Zahlungen, die sie für den Täter bzw. unverantwortliche Obere vorstreckt bzw. begleicht, wenn diese bereits verblichen.

Nicht zuletzt scheint es mit Ihrer Logik nicht weit her:
Wenn es für Sie ohnehin nur Fabeln sind, dann brauchen Sie sich auch nicht darüber aufzuregen, was in der Bibel zu lesen ist.

Antworten Sam Lowry
24.06.2010 11:24
3 0

Re: Kirche ist darf nicht Staat in Staat sein

Ich hätte auch einen link für sie:

http://stephanscom.at/download/rahmenordnung_missbrauch.pdf

Das Ergebnis der BiKo ist ein überaus mutiger Schritt und die Formulierungen gegenüber dem Vatikan mehr als gewagt. Veränderungen gehen oft nur in kleinen Schritten - das ist ein guter Anfang.

Nachdem im Forum dann normalerweise die qualitativ hochwertigen Totschlagargumente kommen, erwähne ich sie gleich selber: ja es gab vor ~1000 Jahren "Kreuzzug" und "Inquisition".

Antworten Gast: Hetzt die Gleiter
24.06.2010 10:35
4 1

jaja, die UN-Konventionen

Eine Suborganisation der UNO hat die Odenwaldschule finanziert, deren Ziel es war, die überkommene Sexualmoral endlich über Bord zu werfen. Alleine in dieser Schule gab es mehr Opfer sexuellen Missbrauchs, als in sämtlichen katholischen Einrichtungen von ganz Österreich.

Gast: busek
23.06.2010 22:16
0 2

"Episkopat Mainstreaming"


grinch
23.06.2010 20:57
2 2

Da schau her.

"Die Geldleistungen würden 'nicht aus dem Kirchenbeitrag' finanziert, sondern 'beim Täter oder bei einer verantwortlichen Institution eingefordert', betone Schönborn".

Wenn man das Geld bei den Tätern einfordert,
wird für die Opfer nichts dabei herausschauen.
Die "verantworltiche() Institution" ist die Kirche,
daher hat auch sie zu zahlen
und das wird klarerweise direkt oder indirekt über den Kirchenbeitrag gezahlt werden.

Daher wird so oder so,
der Steuerzahler für die Verbrechen dieser Organisation zur Kasse gebeten.

Antworten Blitzky
23.06.2010 21:24
0 0

Re: Da schau her.

Ist jedenfalls sehr kreativ.
Wenn ein Beamteter Lehrer sich an einem Schüler vergehen würde, dann müsste zuerst einmal der STaat blechen. Er kann dann Regressforderungen an den Beamten stellen.
Wenn das ein Pater macht, dann allerdings soll der Pater aus der Privatschatulle zahlen. Zweifellos die für die Kirche mit Abstand günstigste Lösung.

Antworten Antworten Peregrin
24.06.2010 16:41
0 0

Re: Re: Da schau her.

Die Diskussion ad "Gehilfenhaftung" ist an Ihnen, scheint's, spurlos voruebergegangen.

Blitzky
23.06.2010 20:40
0 1

Wenn ich das richtig verstehe, dann wird die Entschädigung

per Dekret von einer kirchlichen Kommission festgelegt.
Mein Vorschlag dazu: Bitte in allen Pfarrämtern eine Preisliste aushängen, mit den verschiedenen Vergehen (von Missbrauch bis zur Züchtigung) und dem Tarif, den die Kirche dafür anbietet.

Antworten Paco
23.06.2010 21:26
0 0

Re: Preisliste


Sind'S wahnsinnig, das würde Österreich ja zum Mekka der Pädophilen machen ...

Antworten Antworten Blitzky
23.06.2010 21:49
0 1

Re: Re: Preisliste

Im Vergleich zu den Tarifen in den USA oder Irland ist das Vergenusswurzeln von Kindern durch Priester in Österreich ja tatsächlich spottbillig. Wenn es nach der Kirche geht dann ist es für mittellose Padres überhaupt gratis, denn die sollen die Pönale ja aus der eigenen Tasche bezahlen.

Gast: Fragender.
23.06.2010 20:27
4 1

Warum tut die Justizministerin nichts?







.

Antworten Gast: Die Antwort
25.06.2010 08:56
0 0

Re: Warum tut die Justizministerin nichts?

Aufklärung über Sexual- und andere Straftaten obliegt ausschließlich der staatlichen Rechtsprechung. Die Kirche soll sich da vollkommen heraushalten und diese vollkommen unnötige Klassnik-Kommission ersatzlos einstellen. Die Opfer sollen bei Gericht klagen, die vom Gericht zuerkannten Schadenersatzansprüche sind dann von dem zu bezahlen, den das Gericht verurteilt hat. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass man für die Kirche hier irgendwelche Extrawürsteln braten soll.

Die Justizministerin braucht gar nichts tun. Es handelt sich um einen ganz normalen Kriminalfall, den der Rechtsstaat entsprechend aufarbeiten wird.

Gast: Fragender.
23.06.2010 20:27
4 1

Warum schweigen die Politiker so laut zu den Vorfällen?







.

Gast: Fragender.
23.06.2010 20:25
4 1

Warum gibt es keine Konsequenzen für den Vorarlberger Prügel-Bischof?






.

0 0

weil das ganze auf dem zu tode foltern von einem menschen basiert?

und das auch noch nett umgedeutet wurde. aber das ist jetzt sehr weit hergeholt.

ujvar
23.06.2010 20:01
1 2

Weshalb konnte ich ausschliesslich erst kuezlich in einer amerikanischen Zeitung lesen, dass von den grossen Religionen des Eingott-Glaubens, Katholische, Evangelischen, Islamische, xJuedische, die katholische Religion den geringsten Anteil an Amtstraegern hat die des Missbrauchs beschuldigt werden.

Darf man wohl bei uns auch erwaehnen, sind halt alles nur Menschen .....

Peregrin
23.06.2010 19:36
0 4

Traummaennlein

Wie wollen die ohne Rechtsgrundlage, nur mit Klasnicbescheid, "beim Taeter" einfordern? Da soll uns wohl wieder einmal Sand in die Augen gestreut werden.

Gast: busek
23.06.2010 19:34
1 2

Was ist mir den profanen Kinderschändern?

Die Kriecherbischöfe haben es fertiggebracht, daß die Kinderschänderei heute kollektiv der Kirche angehängt wird. Eine bessere Methode der Vertuschung hätte es gar nicht geben können.

 
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