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Missbrauch: 320 Fälle und eine "Wien-Kommission"

26.07.2010 | 18:26 |   (Die Presse)

Für September plant die Stadt Wien ihre eigene Kommission. Die Historikerkommission soll sexuellen Missbrauch und Gewalt in städtischen Kinderheimen vor der Kinderheimreform im Jahr 2000 untersuchen.

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Wien (uw). Knapp vier Monate arbeitet die Opferschutzkommission unter der Leitung von Waltraut Klasnic schon. Die Zwischenbilanz? 320 Fälle und (erst) eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft. Allerdings: Diese eine könnte Kreise ziehen. Wie berichtet, handelt es sich dabei um Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs und Gewalt gegen die Schulbrüder in Wien und Bad Goisern. Doch laut Staatsanwaltschaft Wien könnten sich aus der Sachverhaltsdarstellung auch Ermittlungen gegen andere kirchliche Wiener Institutionen ergeben – man sei aber erst dabei, die Unterlagen durchzuarbeiten. Bei den Schulbrüdern selbst ist man in Wartestellung: „Wir wissen noch immer nicht, um welche konkreten Vorwürfe es geht“, sagt Provinzial Johann Gassner.

 

Tatort Kinderheim

Inzwischen arbeitet die Stadt an ihrer eigenen Kommission. Die Historikerkommission soll ab September sexuellen Missbrauch und Gewalt in städtischen Kinderheimen vor der Kinderheimreform im Jahr 2000 untersuchen. Allerdings gehe es dabei nur um die Aufarbeitung der Geschichte und nicht einzelner Fälle, heißt es aus dem Büro des zuständigen Stadtrats Christian Oxonitsch (SPÖ). Wobei: Fälle gäbe es wohl genug. Bei der im März eingerichteten Hotline der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft gingen bisher 47 Fälle zu städtischen Heimen ein, zwölf wurden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. „Fast alle datieren aus der Zeit zwischen 1950 und 1985“, sagt Jugendanwältin Monika Pinterits. Auch beim Wiener Anwalt Georg Zanger, der viele der Opfer kirchlicher Gewalt vertritt, mehren sich Anfragen zu städtischen Kinderheimen – „es scheint dabei nicht um Einzelfälle zu gehen, sondern eine Systematik dahinterzustecken“, sagt Zanger. Für die Aufarbeitung der Fälle, meint er, wäre eine Einrichtung nach dem Vorbild der Klasnic-Kommission sinnvoll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2010)

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8 Kommentare
Gast: gläubiger Christ
28.07.2010 08:22
1 1

sexueller Missbrauch und Gewalt & „Wir wissen noch immer nicht, um welche konkreten Vorwürfe es geht“

Gott schütze die Kinder vor diesen Leuten !

Gast: Gerber
27.07.2010 14:37
0 0

Sozialpädagogische Einrichtungen

Also was geschah genau im August Aichhorn Haus, was geschah oder geschieht mit dem Geld, welches nach offiziell werden dieses Verbrechens bei der Ronacher Spendengala gesammelt wurde? Wer kontrolliert jetzt, wie es den Kindern und Jugendlichen dort geht, die Selben, welche schon all die Jahre die Zustände dort vertuscht haben?

Heimkinder sind in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem Geschäft geworden. Unter dem Terminus ´freie Jugendwohlfahrtsträger´ verbirgt sich nur allzu oft Kindesmißhandlung, Entwürdigung, Profitgier, politisch-weltanschaulich krankhaftes Denken, minderwertiges pseudoakademisches Personal sowie ein Meer von Lügen.

Im Gegensatz zu den ´Eliteinternaten´ der Kirche, wo viele Kinder doch ein besorgtes und einflussreiches elterliches Umfeld hatten und es sich wohl - so schlimm das auch im Einzelfall ist - um Übergriffe einzelner Täter gehandelt haben dürfte, so ist in diesen halbamtlichen sozialpädagogischen Privateinrichtungen irgendwelcher dubioser NGOs und Sozialvereine derartiges Verbrechen nebst körperlicher Züchtigung der Kinder an der Tagesordnung und bringt noch jede Menge Geld von der öffentlichen Hand.

Cosinus62
27.07.2010 11:55
1 3

Pädophiles Wien...........


Gast: Kyniker
27.07.2010 08:15
3 4

@ „Wie berichtet, handelt es sich dabei um Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs und Gewalt gegen die Schulbrüder in Wien und Bad Goisern.“






bei den Schulbrüdern hat man halt noch katholisch gelernt…






Gast: Kyniker
27.07.2010 08:14
3 4

@ „Bei den Schulbrüdern selbst ist man in Wartestellung: „Wir wissen noch immer nicht, um welche konkreten Vorwürfe es geht““






ob die Schulbrüder den Opfern jetzt nicht mehr mit Klagen gedroht haben…






Gast: Kyniker
27.07.2010 08:14
3 3

@ Zwischenbilanz der Klassnik-Kommission: „320 Fälle und (erst) eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft.“






ja, wenns gar nicht mehr anders geht muß man halt auch die Staatsanwaltschaft einschalten…






Gast: Gastname
26.07.2010 23:22
0 1

Überschrift

Die haben Chuzpe. In ihren Institutionen wird missbraucht wie eh und je (auf Teufel komm raus und so, dass die Menschen sich nicht mehr erholen und die Beschaeftigten dort befoerdern sich gegenseitig auf hoechste Positionen und bestaetigen sich die reinste Weste und haben Gerichte und Hilfestellen fest im Griff, der Amtsmissbrauch und die Dokumentenfaelschung rennt wie ein Gloeckerl) und die untersuchen verjaehrte Faelle, weil sie sich daran dumm und daemlich verdienen wenns zu spaet ist. Bist Du krank cashen die ab! Die sind fast besser als ich. Ich wuerds komplett inhaftieren, was glaubens wie schnell da ploetzlich Menschenrechte in den Institutionen Einzug halten wuerden.

Gast: Zu Gott betend und mit dem Hammer gebend
26.07.2010 22:53
0 1

bei der Kirchen-ÖVP ist ja die Schilcherlady Klasnic die Beauftragte......

.....und wer wird es bei der Heim-SPÖ, der ehemalige Landeshauptmann von Wien, nach den Wahlen?