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Dönmez: "Schakfeh legt Strache einen Elfer auf"

28.08.2010 | 15:36 |  von Georgia Meinhart (Die Presse)

Mit der Forderung, in jeder Landeshauptstadt eine Moschee zu bauen, hat der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft provoziert. Auch Efgani Dönmez, den grünen Parteirebellen mit türkischen Wurzeln.

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Was bringt die aktuelle Moscheendebatte?

Efgani Dönmez: Die FPÖ kann sich beim Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ, Anm.), Anas Schakfeh, für diese Wahlkampfunterstützung bedanken, er hat Heinz-Christian Strache damit einen guten Dienst erwiesen. Er hat ihm vor den sehr wichtigen Wahlen in Wien und der Steiermark sozusagen einen Elfmeter aufgelegt.

Also braucht man gar nicht mehr Moscheen in Österreich?

Efgani Dönmez: Was man braucht, sind angemessene Räume zur Religionsausübung. Denn wenn Angehörige einer anerkannten Religionsgemeinschaft sich in Hinterhöfe verziehen müssen, liegt das Problem auf der Hand: Man weiß einfach nicht, was dort passiert und wer dort am Werk ist. Wenn man den Islam als Religionsgemeinschaft anerkennt, sollten wir als Österreicher Interesse daran haben, dass die Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft auch gleichwertige Mitglieder dieses Landes sind. Das heißt umkehrt dann auch, dass die Muslime ohne Wenn und Aber die Demokratie, den Rechtsstaat, die verbesserungswürdige Gleichstellung von Mann und Frau zu respektieren, zu akzeptieren und auch zu leben haben. Und gleichzeitig müssen wir als österreichische Gesellschaft, vor allem die Politiker, mitreden dürfen, wenn ein derartiges Gebetshaus errichtet wird.

Und was passiert stattdessen?

Efgani Dönmez: Wir stecken den Kopf in den Sand und hofieren gleichzeitig die radikalen islamistischen Strömungen. Das nützt problematischerweise indirekt auch dem rechten Lager, weil Integration dadurch erschwert wird.

Was spräche denn eigentlich gegen eine Moschee mit Kuppel und Minarett in jeder österreichischen Landeshauptstadt, wie sie Schakfeh gefordert hat?


Efgani Dönmez: Es steht nirgends geschrieben, dass ein Gebetshaus ein Minarett haben muss. Es gibt viele alte Gebetshäuser, die kein Minarett haben. Geht es darum, dass ich den Menschen einen Raum gebe, um ihre Religion auszuüben? Oder geht es um Architektur? Es ist doch ganz egal, ob ein Zwiebelturm oder ein Minarett draußen ist.

Sollte man also aus Rücksicht auf den sozialen Frieden auf ein Minarett verzichten?


Efgani Dönmez: Wenn es nicht ins Ortsbild passt, sollte man auf ein Minarett verzichten, natürlich. Es geht nicht um Symbole. Wir sind doch nicht in einem Phallusrennen, wo man darum wetteifert, ob der Kirchturm oder das Minarett höher ist.

Warum gibt es eigentlich so viele Ressentiments gegenüber den Symbolen des Islam?

Efgani Dönmez: Niemand muss sich vor dem Islam fürchten. Bei der Religion kommt es allein darauf an, was die Menschen daraus machen. Genauso wenig wie Kinderschänder mit dem katholischen Glauben etwas zu tun haben, hat auch der Islam mit jenen Gewaltverbrechen zu tun, mit denen er in Verbindung gebracht wird. Ich sage das auch in dieser Härte, damit die Menschen einmal aufstehen und erwachen.

Welche Hintergründe sehen Sie in der österreichischen Moscheendebatte?

Efgani Dönmez: Jeder, der sich auch nur oberflächlich mit der Thematik auseinandersetzt, weiß, was da seit Jahrzehnten abläuft. Die muslimische Community ist seit sehr langer Zeit eine der größten Migrantengruppen in diesem Land. Wenn man sich aber die unterschiedlichsten Untersuchungsergebnisse anschaut, bemerkt man, dass ebendiese Gruppe, was Integration, Sprachkenntnisse oder Repräsentanz auf dem Arbeitsmarkt betrifft, immer die letzten Plätze einnimmt. Da stellt sich für mich die Frage, was haben die selbst ernannten Vertreter dieser Community oder die sogenannten Kulturvereine dieser Community eigentlich schon für die Integration geleistet?

Sie meinen, Integration sei gar nicht im Interesse von Schakfeh und der Islamischen Glaubensgemeinschaft?

Efgani Dönmez: Die Ergebnisse der unterschiedlichen Untersuchungen zum Thema Integration sprechen wohl für sich. Die Migrantenvereine sollten einmal offenlegen, welche Kontakte sie in ihre Herkunftsländer haben, als Arm welcher konservativen politischen Kräfte des politischen Islamismus sie hier in Österreich tätig sind. Es ist ein riesiger Fehler, dass die IGGiÖ von der heimischen Politik als offizielle Vertretung der Muslime anerkannt wird. Dem ist nicht so, das ist eine Realität: Nur ein Prozent der Moslems ist in der IGGiÖ wahlberechtigt. IGGiÖ-Präsident Schakfeh hat zum Beispiel auch eine große muslimische Gruppe quasi aus dem Islam verbannt, indem er sie nicht einmal in die Islamische Glaubensgemeinschaft aufnimmt: die Aleviten.

Denen auch Sie angehören.


Efgani Dönmez: Ich bin auch alevitischstämmiger Moslem, ja. Stellen Sie sich vor, die katholische Kirche würde die Protestanten aus dem Kreis der Christen ausschließen. Das wäre unvorstellbar. Der Herr Schakfeh macht das aber.

Warum versucht man nicht, die Vertretung der Muslime auf breitere Basis zu stellen?

Efgani Dönmez: Weil keiner in diesem Land daran interessiert ist, das zu ändern. Wollte man es ändern, müsste man die Verantwortung und die Klarheit einfordern und ein Staatssekretariat für Migration und Integration installieren.

Warum passiert das nicht, glauben Sie?


Efgani Dönmez: Es besteht kein wirkliches Interesse daran. Das Ausländerthema eignet sich immer noch hervorragend, um von Problemen abzulenken. Das kann man super instrumentalisieren und emotionalisieren. Alle Beteiligten im gesamten politischen System von links bis rechts, alle Institutionen, aber auch die Migrantenvereine beteiligen sich daran und profitieren davon. Am meisten profitiert die SPÖ. Die unterstützt die konservativen, nationalistischen Migrantenvereine, um Wählerstimmen zu lukrieren. Im Gegenzug gibt es finanzielle Zuwendungen oder Sachspenden.

Wäre es nicht Aufgabe der Grünen, gegen – wie Sie sagen – konservative und nationalistische Strömungen vorzugehen?

Efgani Dönmez: Mich wundert es wirklich, dass noch kein Vertreter der linken Kräfte, weder SPÖ noch die Grünen, dieses Thema aufgreift. Seit 1945 wissen die Österreicher aber auch, wer in diesem Land für die Politik verantwortlich ist. Wir Grünen, insbesondere ich, analysieren und bieten Lösungen an. Wir werden zu Unrecht dafür bestraft und in eine Ecke der angeblichen Ausländerfreunde gestellt. Das ist nicht so.

Sollte man in Manhattan, 400 Meter von Ground Zero, eine Moschee bauen dürfen?

Efgani Dönmez: Ich glaube, Wortmeldungen eines österreichischen Politikers dazu kann niemand gebrauchen.

Was bedeutet Ihrer Meinung nach der Widerstand rund um diesen Moscheenbau für ein Land wie die USA, in dem Religionsfreiheit eine traditionell hohe Bedeutung hatte? Findet eine Radikalisierung statt?


Efgani Dönmez: Ich bin für absolute Religionsfreiheit. Man muss der Realität aber ins Auge sehen und zugeben, dass es Strömungen gibt, die diese Freiheit missbrauchen. Ein Beispiel ist die Fethullah-Gülen-Bewegung, deren Chefideologe in Amerika sitzt, das System ausnützt und eine globale, bis nach Österreich reichende Organisationsstruktur aufbaut, die die Demokratie nur als Zug sieht, auf den man aufspringt, um an das Endziel zu gelangen: die schleichende Islamisierung. Wo Menschen die Religionsfreiheit in dieser Weise ausnützen, hört sich bei mir die Toleranz auf.

INFO
Efgani Dönmez
wurde am 30. 10. 1975 in Kangal in der Türkei geboren, aufgewachsen ist er in Pinsdorf im oberösterreichischen Salzkammergut.

2008 wurde Dönmez als auf Bundesebene erster Abgeordneter mit Migrationshintergrund in den Bundesrat berufen.

Grüne Reizfigur:
Im Laufe seiner politischen Karriere hat sich Dönmez nicht nur Freunde gemacht: Zuletzt warf er Migrationssprecherin Alev Korun vor, dem politischen Islamismus eine Bühne zu bieten. Davor war er mit Aussagen über hierzulande eingesetzte Imame („Kameltreiber aus Anatolien“) aufgefallen. Als er einmal sagte, „Brüste zu haben reicht bei den Grünen nicht als Qualifikation“, ging ein Aufschrei durch die Partei.

("Die Presse am Sonntag", 29. August 2010)

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264 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6
Gast: Gàidhlig
09.09.2010 19:25
0 0

Von wem und wie wurde der Islam von Österreich anerkannt.

Es wurde nur erwähnt, dass 1912 in der Monarchie die Bosnischen Moslems bedingt anerkannt wurden.
Wie der Wortlaut dieser Niederschrift lautet und
welche Bedingungen hier gewährt wurden, ist leider nicht bekannt und sollte auf die Rechtsgültigkeit zum heutigen Staat Österreich verifiziert werden.
Da auch die einzelnen Vereine dieser Interessenten, förmlich zugelassen sein müssen, sind dazu nach Vereinsgesetz Statuten im Einklang der österr. Rechtsordnung erforderlich.
Nach dem Wortlaut dieser Religion, dem Koran,
sind hier Verschiedenheiten zu vermuten.
Hier sind einige Fragen zu klären!

Gast: unbeteiligter
08.09.2010 15:10
0 0

Nur wird dem Herrn Dönmez............

sehr bald seine Partei abhanden kommen (Wien wird das grüne Waterloo) -gut so !

carthesian
05.09.2010 14:29
2 0

Wertvoll

Efgani Dönmez ist meiner Meinung nach ein erfrischend realitätsnahes und damit eines der wertvollsten Mitglieder der Grünen.
Könnte dies einen Trend in der Partei in Gang setzen, würden die Grünen es vielleicht endlich schaffen ihr Stigma der Utopisten abzuschütteln und zu einer realen politischen Kraft im Parlament und für Österreich werden. Ob dies auch nur eine Utopie ist? - Ich hoffe nicht!

Gast: Österreicher
04.09.2010 22:26
1 0

endlich mal wieder ..

einer bei den Grünen, der sich was sagen traut - und der vernünftig zu sein scheint...
der letzte war Sascha und die ehem. evang. Bischöfin, die dann leider von den Roten geschluckt wurde ... Wäre an der Zeit dass die Weiberwirtschaft der Kärntnerin und Griechin aufhört... Die verstehen das Polit-Geschäft einfach nicht ... wenn echte interessante Themen - und nicht Schwulen u Lesben oder Streit ob links oder noch linker, sondern Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Zukunftsthemen an der Tagesordnung stehen, dann würd ich auch wieder mal GRÜN wählen..

Gast: josef1234
02.09.2010 06:29
2 0

danke döni

du sprichst mir echt aus der seele

2 0

Dönmez

ist wohl der vernünftigste Grüne in diesem Land. Das Sagen haben freilich die Fundi-GrünInnen...

curcuma
31.08.2010 15:09
3 0

ein realistischer grüner, doch eine große zukunft wird er bei den grünen nicht haben,

leider.sattdessen bestimmen realitätsferne kräfte den kurs.

Gast: Frau!
31.08.2010 00:14
5 0

Ich kann über meine Erfahrungen sprechen ....

Bin Personalchefin in einer großen Firma, die auch Personal aus anderen Ländern einstellt.

Ich hatte mittlerweile 8 Männer türkischer Abstammung zu Vorstellungsterminen, kein einziger hat mich als Frau und Vorgesetzte akzeptiert und das auch ziemlich eindeutig kommuniziert: "Wer sein da Chef, ich wollen mit gscheiten Chef sprechen, nicht Du Frau!". Ich erhielt von JEDEM der Bewerber diese ähnliche Antwort - leider!

Nicht die Religion ist das Problem sondern der Typ Mensch, der aus der Türkei überhaupt erst nach Österreich kommt.

Ich werde wieder Menschen türkischer Abstammung zu Vorstellungsterminen laden und würde mich freuen, wenn ich eine Änderung der türkischen Männer in der Einstellung gegenüber dem weiblichen Geschlecht feststellen könnte - ich zweifle allerdings sehr ....

Antworten Gast: F*** the system
05.09.2010 03:35
0 1

Re: Ich kann über meine Erfahrungen sprechen ....

Findest du keine Österreicher für die angebotene Arbeit oder bezahlt ihr dermassen schlecht?
Jeder halbwegs gebildete Zweibeiner weiß daß die Population die sich in unseren Breiten bewegt nicht das Gelbe vom Ei ist,auch laut Aussagen v. Personen ihrer Herkunftsländer. ( habe ich jetzt mal nett umschrieben). Außerdem verstehe ich nicht warum du leider schreibst,die rosarote Welt gibt es nicht,wir haben genug Menschen hier die dankbar wären, könnten sie wieder halbwegs normal verdienen,somit verstehe ich das leider nicht! Ja es gibt auch viele Österreicher/innen die nicht von der Luft leben können. Die Einstellung zu Frauen ist natürlich religionsbedingt verschärft,obendrein muß man natürlich noch den Primitivitätsgrad hinzurechnen. Es dürfte in diesem Land schwer sein für eigene Leute zuerst einmal zu sorgen,aber das ist ja bis dato nichts Neues.

Antworten Antworten carthesian
05.09.2010 14:38
2 0

Re: Re: Ich kann über meine Erfahrungen sprechen ....

Man kann natürlich auch einfach nur Augen, Ohren und Nase zu halten, das Gehirn auf Durchzug schalten und einfach nur Schimpfen.
Man wird so zwar weder klüger noch glücklicher, aber es gibt einem zumindest kurzfristig das Gefühl etwas getan zu haben...

Gast: Frau!
31.08.2010 00:10
2 0

Ich kann von meinen Erfahrungen sprechen

Bin Personalchefin in einer großen Firma, die auch Personal aus anderen Ländern einstellt.

Ich hatte mittlerweile 8 Männer türkischer Abstammung zu Vorstellungsterminen, kein einziger hat mich als Frau und Vorgesetzte akzeptiert und das auch ziemlich eindeutig kommuniziert: "Wer sein da Chef, ich wollen mit gscheiten Chef sprechen, nicht Du Frau!". Ich erhielt von JEDEM der Bewerber diese ähnliche Antwort - leider!

Nicht die Religion ist das Problem sondern der Typ Mensch, der aus der Türkei überhaupt erst nach Österreich kommt.

Ich werde wieder Menschen türkischer Abstammung zu Vorstellungsterminen laden und würde mich freuen, wenn ich eine Änderung der türkischen Männer in der Einstellung gegenüber dem weiblichen Geschlecht feststellen könnte - ich zweifle allerdings sehr ....

Gast: ein
30.08.2010 15:58
3 0

guter

mann

0 0

Verfassungswidrig

Auch wenn anerkannt, er ist und bleibt verfassungswidrig.

Antworten carthesian
05.09.2010 14:12
1 0

Re: Verfassungswidrig ???

Was wollen Sie uns damit sagen? Wer soll verfassungswidrig sein und vor allem warum?

1 2

So lange...

...die Türkei es den nicht-islamischen Religionen in Anatolien verbietet, ihre verfallenden Sakralbauten auch nur zu renovieren - von einem Neubau ganz zu schweigen - so lange darf es keine Moscheebauten in Österreich geben!

Antworten carthesian
05.09.2010 14:06
1 1

Re: So lange...

Natürlich! Man sollte sich immer das schlechteste Beispiel aussuchen, um dann - wie ein kleines Kind - trotzig das gleiche zu machen bis... ...ja bis halt der andere aufhört! Ist doch logisch oder?

Antworten Ch. Seidl
30.08.2010 13:41
2 2

Re: So lange...

Mit dieser Forderung stellen Sie Österreich auf dieselbe primitive Stufe wie die Türkei.

Antworten Antworten Gast: Alexander Nestor
31.08.2010 02:16
3 2

Re: Re: So lange...

Empfängerorientiert kommunizieren. Das habe ich mal der Uni gelernt.

Der Volksmund drückt so aus: "Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück"

(Wissenschaftlich wäre der (sich verstärkende) Echo-Effekt zu erwähnen)

Antworten Antworten Antworten carthesian
05.09.2010 14:46
0 1

Re: Re: Re: So lange...

Nehmen Sie es mir nicht übel, aber wie lange waren Sie in der Uni? Es ist schon sehr schwer nach einem durchlaufenen (echten) Denkprozess auf ein solch plattes Ergebnis zu kommen...

Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
17.09.2010 20:07
0 0

Re: Re: Re: Re: So lange...

ziemlich arrogantes elite-denken. voller vor-urteile. Uni.absolventen sind nicht immer die intelligentesten...
ein sturer geist wird nie neutral Wissen in seinen kopf lassen, vor allem nicht wenn es seiner Meinung widerspricht.... gerade wen man das menschlich Gerhirn und seine Funktionsweise kennt, weiß man das

Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
17.09.2010 20:06
0 0

Re: Re: Re: Re: So lange...

ziemlich arrogantes elite-denken. voller vor-urteile. Uni.absolventen sind doch nicht allwissend...
ein sturer geist wird nie neutral Wissen in seinen kopf lassen, das seiner Meinung widerspricht.... gerade wen man das menschlich Gerhirn und seine Funktionsweise kennt

Antworten Antworten Antworten Ch. Seidl
31.08.2010 10:50
1 0

Re: Re: Re: So lange...

Es geht hier nicht um ein Problem der Kommunikation, sondern darum, wie sich ein Staat selbst sieht und positioniert. Wenn Sie offensichtlich persönliche Freiheiten wie die Kultusfreiheit so gering schätzen, dass die jederzeit zur Disposition stehen, dann sehe ich wirklich keinen Unterschied zwischen Ihnen und einem bildungsfernen Immigranten aus Hinteranatolien, Unistudium hin oder her.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast 0815
31.08.2010 13:26
2 2

Re: Re: Re: Re: So lange...

Wenn Sie als Befürworter "persönlicher Freiheiten wie die Kultusfreiheit" weiter z.B. Analphabeten aus Ostanatolien etc. ungehindert nach Österreich importieren, werden Sie früher oder später (eher früher als später) in der Minderheit sein und dann das kennenlernen, was z.B. die Christen in der Türkei "Diaspora" nennen. Dann werden Ihnen alle kulturellen Errungenschaften nichts mehr nützen, egal ob Sie einen "Unterschied zwischen Ihnen und einem bildungsfernen Immigranten aus Hinteranatolien, Unistudium hin oder her" sehen oder nicht! Wehret den Anfängen - soweit es nicht ohnehin schon zu spät ist (analog Thilo Sarrazin - Österreich schafft sich selbst ab)!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Ch. Seidl
01.09.2010 10:48
1 1

Re: Re: Re: Re: Re: So lange...

Sie machen ein Durcheinander in der Argumentation: Wer hier ist, hat Kultusfreiheit. Das ist das eine und das hat überhaupt nichts mit dem angeblichen "Import" von irgendwelchen Analphabeten zu tun. Deutlicher gesagt: Die Kultusfreiheit ist nicht das Mittel, um irgendwelche Leute zu "importieren".
Außerdem stören mich diese Katastrophenszenarien, die immer nur mit dem schlimmstmöglichen Ergebnis rechnen, und zwar so fest, dass diese Leute schon felsenfest davon überzeugt sind, dass dieses Szenario auch tatsächlich eintreffen wird.
Und schließlich sehe ich in dieser Diskussion nur Geraunze, aber keinen Lösungsansatz.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: scala
01.09.2010 14:42
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: So lange...

Entschuldigen Sie, wenn ich mich einmische, aber kennen Sie Murphys Gesetz? - "Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen."

Ich sehe in der Argumentation von "gast 0815" kein Durcheinander. Natürlich hat die Kultusfreiheit nichts mit dem "Import" von Analphabeten zu tun - aber mit unserer mühsam errungenen Kultusfreiheit wird es ein Ende haben, wenn wir weiterhin so wenig darauf achten, wer aller zu uns kommt. Die traditionell islamisch dominierten Ländern haben mit Kultusfreiheit und Demokratie nicht sonderlich viel am Hut und Verbesserungen sind da auch nicht zu sehen, eher im Gegenteil.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast 0815
01.09.2010 13:06
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: So lange...

Die "Kultusfreiheit" hier bleibt jedem unbenommen. Die Frage ist, wie weit die gehen kann oder muß. Im Völkerrecht gibt es das Prinzip der "Retorsion" - übersetzt: wie Du mir, so ich Dir. Warum müssen wir uns also etwas gefallen lassen (Moscheen), was andere in deren Heimat nur schwer oder gar nicht bekommen (Kirchen). Und die "Katastrophenszenarien" werden in anderen Bereichen genauso herangezogen - daß sie in diesem Fall nicht abwegig sind, sieht z.B. man an der Geschichte der Ausbreitung des Islam. Da kann man sehenden Auges ruhig "felsenfest davon überzeugt" sein, daß das in Europa demnächst auch so kommt, egal was Sie in dieser Diskussion sehen oder nicht. Also: Lernen Sie Geschichte, Herr ...

 
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