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Glaubensgemeinschaft: "Muslime müssen in die Politik"

12.10.2010 | 18:40 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Nach der Wahl in Wien fordert Moslem-Vertreter Schakfeh von der Islamischen Glaubensgemeinschaft im Interview mehr politisches Engagement und Interesse von Muslimen. Die FPÖ bezeichnet er als rechtsradikal.

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Man muss die Muslime dazu bringen, sich für die Anliegen des Bezirks und der Stadt zu interessieren.“ Denn nur so, glaubt Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), könne man „den Rechtsradikalen etwas entgegensetzen“. Mit dieser Formulierung ist die FPÖ gemeint, die bei der Wiener Gemeinderatswahl mit einem dezidiert islamophoben Wahlkampf 27 Prozent der Stimmen erreichte.

Mehr Engagement von Muslimen in demokratischen Parteien, das wünscht sich Schakfeh. „Denn wenn Muslime nicht zeigen, dass sie keine Gefahr sind, sondern eine Bereicherung, wird Straches Rechnung aufgehen.“ Dass mit SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi und der türkischstämmigen Studentin Gülsah Namaldi, ebenfalls bei der SPÖ, zwei Muslime durchaus beachtliche Vorzugsstimmenwahlkämpfe führten, reiche da nicht. „Das ist zu wenig“, meint Schakfeh, „in Wien gibt es fast 100.000 wahlberechtigte Muslime – ich hätte eine Marke von 10.000 Vorzugsstimmen erwartet.“

Tatsächlich ist eine so hohe Anzahl an Vorzugsstimmen kaum realistisch – selbst Bürgermeister Michael Häupl, der immerhin den Parteiapparat der Wiener SPÖ hinter sich hat, kam lediglich auf 9500. Insofern ist der Wahlkampf von Gülsah Namaldi bemerkenswert. Auf Platz 166 der SPÖ-Liste absolut chancenlos gereiht, führte die 23-jährige Studentin einen Zielgruppenwahlkampf – und kam so aus dem Stand auf 3254 Vorzugsstimmen.

 

Moderner Stil, konservativer Inhalt

Im Stil zwar modern, mit gut gemachter Website, einem eigenen Rap-Song und Unterstützung aus der Muslimischen Jugend trat sie an – vertrat dabei aber durchwegs konservative Positionen. So forderte sie etwa verpflichtenden muttersprachlichen Unterricht für nicht deutschsprachige Schüler – zu Deutschkursen sollte dagegen niemand gezwungen werden, man sollte lediglich Anreize schaffen. Und auch die Tatsache, dass Namaldi ein Kopftuch trägt, das auch den Hals bedeckt, sorgte dafür, dass ihr Antreten selbst in der SPÖ Skepsis hervorrief. Aber auch in der ÖVP gab es mit Sara Rahman eine Kandidatin mit Kopftuch, die in der eigenen Partei nicht nur Begeisterung auslöste – sie blieb allerdings weitgehend im Hintergrund und holte gerade einmal sechs Vorzugsstimmen.

Sirvan Ekici, bis zur Wahl ÖVP-Gemeinderätin muslimischer Religion, versteht die Skepsis in Politik und Bevölkerung: „Was ist das bitte für ein Signal an moderate und moderne Muslime? Da werden Kandidaten mit Kopftüchern aufgestellt, und so wird ein völlig falsches Bild der österreichischen Muslime transportiert. Genau das hat Strache Stimmen gebracht.“ Parteien und Glaubensgemeinschaft sieht sie aufgefordert, dringend moderate Muslime zu fördern.

 

Mehr Selbstbewusstsein

Ekicis Vorwürfe gipfeln letztlich in der Frage, ob Muslime eher mit mehr Zurückhaltung oder mit mehr Selbstbewusstsein in der Öffentlichkeit dafür sorgen können, dass sie aus dem Fokus der politischen Angriffe verschwinden. Vonseiten der offiziellen Moslemvertreter ist die Stoßrichtung jedenfalls klar: Selbstbewusst. „Aber Selbstbewusstsein heißt nicht fordernd oder provozierend“, betont SP-Gemeinderat und IGGiÖ-Integrationssprecher Omar Al-Rawi.

Bei Debatten wie um den Bau von Minaretten solle man es am besten pragmatisch angehen – „Der Bau eines Minaretts steht derzeit nicht zur Debatte“. Und man müsse auch das Auftreten in der Gesellschaft ändern. Al-Rawi wörtlich: „Dass etwa im Park Kopftuchträgerinnen nicht immer nur unter sich bleiben, sondern sich mit anderen durchmischen.“

Ob das reicht, um jene 27 Prozent der Wahlberechtigten zu überzeugen, die am vergangenen Sonntag FPÖ gewählt haben? „Bei manchen ist es sinnlos“, gesteht Al-Rawi ein, „aber wir müssen ja nicht alle überzeugen. Nur einen Großteil.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2010)

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360 Kommentare
 
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Gast: Gast
28.10.2010 11:54
1 0

Irgendwann

Irgendwann wird's soweit sein. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Geldfux
18.10.2010 20:50
3 0

Man stelle sich vor,

ein Bischof der katholischen Kirche würde sagen:"Mehr Jesuiten müssen in die Wiener Politik" oder noch besser:"Wir brauchen wieder eine Inquisition um alle Hexen, natürlich die mit Kopftuch, verbrennen zu können"
Oder die Bibel muss in altdeusch geschrieben und dann auswendig gelernt werden.!! Denn der Koran stammt ja auch aus dem Mittelalter.

Aber Schakfeh hat dies gesagt! Alles was er sagte, war altmodisch und wirkte fremd auf unsere Kultur!

Kantig
18.10.2010 06:42
2 0

Wer Ungläubige haßt, bleibe im Orient!

Gewiß ist die Fertilität eine Waffe. Die Europäerin bringt gerade mal 1.1 bis 1.7 Kinder zur Welt - notwendig wären 2.1 Kinder.

Diese Erscheinung zum Anheuern von Billigstlöhnern bei Eigenabzocke zu benutzen ist der Nomenklatur Ziel.

Die Schicht der Hofstaatbediensteten sucht ihre neuen Sklaven; wenn wir diese Regierungsform nicht bald nach schweizer Muster ändern, wurde der Inländer abgeschafft.

Gast: rotstiftspitzer
17.10.2010 11:58
1 0

Diese Importreligion aus Asien..

möchte gern neuen Lebensraum erobern, so wie sie das seit hunderten Jahren immer wieder probieren indem sie jetzt unsere Gutgläubigkeit und unsere Hilfsbereitschaft auszunutzen probieren.
Nun sind sie aber wieder als "trojanisches Pferd" erkannt worden und man kennt ihre Hetzschriften gegen die Ungläubigen,sowie ihre Heldentaten in aller Welt, mit Naseabschneiden, Zwangsheirat, steinigen von Religionssündern, usw.
Das wollen wir Europäer aber icht und wir wewrden zu verhindern wissen!

Gast: reisebus
15.10.2010 19:53
4 0

muslime müssen in die politik,

ja, unbedingt - und das sofort, aber in ihren angestammten, schönen heimatländern, hier haben sie nichts, aber schon gar nichts, verloren. das hier ist das abendland, auch wenn es manche nicht so sehen wollen, die können ja miteisen, niemand wird sie aufhalten. die politik soll endlich aufhören, am bürgerwillen vorbei zu regieren, zu heuchenl, zu verdrehen und zu lügen

Gast: }:-)
14.10.2010 18:04
5 0

„Muslime müssen in die Politik.“

Und was sagen da die zahlreichen Atheisten dazu?

Antworten Gast: glaub_nix
15.10.2010 03:40
1 1

Re: „Muslime müssen in die Politik.“

Soll sich vielleicht jeder einzeln bei Ihnen vorstellen?
Ich sehe in jedem, der nicht religiös arumentiert, selbstredend einen Atheisten und diese sind eben nicht derartig penetrant, wie ein Religiöser!
Es genügt doch, wenn ein Atheist feststellt, dass sich die Islamisten damit selber ausgrenzen, indem sie uns als "Ungläubige" beschimpfen.
Selbstausgrenzung ist politischer Suizid.

Antworten Antworten Gast: politischer gast
21.10.2010 17:24
0 0

Re: Re: „Muslime müssen in die Politik.“

Eigentlich auch ziemlich krass: Die SPÖ blässt den Migranten den Zucker in den A.... Natürlich wählen die Migranten ihre eigenen Vertreter (schaut euch mal die Vorzugsstimmen an, da hauts den übrigen Funktionären die Augen raus). Soll der Häupl doch seine "alten" Gemeinderäte (Wehsely, Oxi und Konsorten) gegen Migranten austauschen - aber nein, das will er dann auch wieder nicht. Wenn schon Ausländerpartei, dann wenigsten richtig. Dann hätten wir in 5 Jahren die SPÖ zumindest los.
Da die Mehrheit sowieso Migranten sind, soll die ruhig regieren - ist dann gleich ein Pilotversuch für das übrige Europa und Österreich. ich zieh aber vorher weg.

Gast: Der Herr Leopold
14.10.2010 13:47
3 0

Jetzt geht`s rund

sagte der Spatz, und flog in den Ventilator.

Als ob die ganze Chose nicht schon heiß genug wäre... - aber some like it hot.
Und so gießen wir halt noch ein bisserle Öl in`s Feuer.

"So forderte sie (Namaldi) etwa verpflichtenden muttersprachlichen Unterricht für nicht deutschsprachige Schüler – zu Deutschkursen sollte dagegen niemand gezwungen werden, man sollte lediglich Anreize schaffen."
- Geht`s noch?!

Mit solchen Provokationen beginnt man nicht den Versuch einer dringend notwendigen Verständigung/Annäherung.

Antworten Gast: neutraler Beobachter
14.10.2010 17:48
1 0

Re: Jetzt geht`s rund

… mit solchen Aussagen wie von dieser Namaldi bekommt Strache das nächste Mal 50%!
Deutschkurse sollen nicht verpflichtend sein? Da setze ich Ihrem geschätzten „Geht’s noch“ was drauf.
Hat die einen Vollhamm er?
Einen Klopfer?

Antworten Antworten Frotzel
17.10.2010 16:10
0 0

Re: Re: Jetzt geht`s rund >> Keine Kursverpflichtung notwendig - wer nicht deutsch kann wandert nach Hause!


Antworten Antworten Gast: gast
15.10.2010 11:54
1 0

Re: Re: Jetzt geht`s rund

interessant ist ja, dass die junge dame verpflichtenden(!) muttersprachlichen unterricht fordert! ganz uneigennützig, nicht wahr. klientelpolitik würde ich das nennen, im interesse alles möglichen, aber nicht einer integration in die österreichische gesellschaft.

früher hieß es immer von grünen wie linken realitätsverweigerern in einem synchronen aufschrei der empörung, dass deutschkurse nicht aufgezwungen werden dürften und freiwillige anreize genügen würden.

die realität der letzten jahre/jahrzehnte mittlerweile hat anschaulich bewiesen, dass freiwilligkeit nicht ausreicht, um die landessprache zu erlernen.

EURAMIS
14.10.2010 12:50
4 1

Das fehlt uns noch???

Islam ist Gefährlich,äußerst Brutal,und Menschenverachtend.

Gast: cox
14.10.2010 11:53
0 1

"Umvolkung" hat es AH einst genannt,..

was die mit uns betreiben!
Mit einem deutschen Wort:
Wiederbetätigung!


Gast: gast
14.10.2010 09:10
4 1

hört sich an

wie eine drohung

6 1

eine Religion

die immer darauf hinweist das sie mit den von ihren Glaubensbruedern veruebten Terrorakten nichts zu tun haben, aber keinerlei Selbstkontrolle ausuebt - hat keinerlei Berechtigung in der Politik eines Gast oder immagrationslandes mitzureden!

Antworten Gast: Zwetschken den Zeilen
13.10.2010 21:52
8 1

Re: eine Religion

und wie sollen sie sonst ihre Scharia umsetzen - mitgehangen mitgefangen??
Wenn der Strache da jetzt nicht eingreift, gibt´s in 10 Jahren am Fussballplatz vor jedem Spiel ein muslimisches Vorprogramm -das ist aber nicht lustig!!

dizzkutant
13.10.2010 21:27
3 1

dazu passend: der friedfertige islam

http://www.youtube.com/watch?v=ULQAZB7F8nc

Gast: x7y
13.10.2010 20:48
16 1

Wenn die FPÖ rechtsradikal ist

was sind dann Islamisten ?

Antworten Gast: REDNÄCK
13.10.2010 23:12
0 5

Re: Wenn die FPÖ NICHT rechtsradikal ist

was sind dann die Islamisten?



3 0

Re: Passend dazu:

Danke für diesen Link! Ich hab mir inzwischen einen Koran auf Deutsch bestellt, weil ich wissen will, was da eigentlich alles drin steht.

Gast: ROTER OKTOBER
13.10.2010 20:02
1 22

was ich schon früher mal verlautbart habe

Warum machen sich die rechten Skandalvogerl nicht einen schönen Tag im Beserlpark und quälen die Tauberl?
Sie konnten bisher nicht mitreden, könnenjetzt nicht mitreden und werden auch in Zukunft nicht mitreden.
Und ändern könnens schon gar nichts, weil der Zug schon lange abgefahren ist.
Und wenns ihnen HIER nicht passt, dann sollens sich doch bitte ein gefälliges Platzerl suchen und UNS in Ruhe lassen.
Wie kommen WIR als Mehrheit dazu uns nach der MINDERHEIT FPÖler zu richten??
Die sind ja wo ang'rennt, oder?

Antworten Gast: der Oktober geht bald zu Ende
14.10.2010 23:46
0 0

Re: was ich schon früher mal verlautbart habe

Die SPÖ ist out!
Danke schön und pfiati!
Es hat mich sehr gefreut.

 
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