Madrid: Elf Verletzte bei Demo gegen Papstbesuch

Die Polizei ist mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgegangen. Acht Demonstranten wurden festgenommen. Fast wäre es zu Raufereien mit Besuchern des Weltjugendtags gekommen. Zu Mittag ist der Papst gelandet.

Madrid Polizei trennt Katholiken
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Madrid Polizei trennt Katholiken
Betende Katholiken und Demonstranten gegen den Papstbesuch – (c) AP (Emilio Morenatti)

Einen Tag vor der Ankunft des Papstes beim katholischen Weltjugendtag in Madrid ist der Konflikt zwischen Anhängern und Gegnern der Papstvisite beinahe eskaliert: Die Polizei musste an der zentralen Puerta del Sol die beiden Gruppen trennen, um eine gewalttätige Auseinandersetzung zu verhindern.

Auf Fernsehbildern war dann zu sehen, wie Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken auf Demonstranten prügeln. Acht Demonstranten und drei Polizisten wurden verletzt, acht Personen festgenommen.

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(c) AP Photo

Kosten des Papstbesuchs in der Kritik

Etwa 4000 Menschen sind dem Aufruf von 140 atheistischen, laizistischen und reformorientierten christlichen Organisationen gefolgt und haben an einer Demo gegen die hohen Kosten des Papstbesuches und die moralischen Positionen der Kirche teilgenommen. Die papstkritischen Demonstranten führten Protestplakate  "Von meinen Steuern keinen Cent für den Papst" mit sich. "Weniger Kruzifixe und mehr Jobs" und "Haut ab zur Messe" und "Der Papst ist ein Nazi", schrien die Papstgegner.

Als der Protestzug wie geplant die Puerta del Sol erreichte, warteten dort bereits Hunderte Katholiken mit Jubelschreien "Es lebe der Papst!" auf die Demonstranten. Diese Protestteilnehmer entgegneten den Katholiken mit "Dieser Platz gehört nicht dem Papst!"

Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE vermeldet, mussten "erhöhte Sicherheitsvorkehrung" seitens der Bereitschaftspolizei getroffen werden, um mögliche Zusammenstöße zu unterbinden.

Anschlagspläne auf Papstgegner vereitelt

Unterdessen forderten die Protestverantwortlichen mit Blick auf den vereitelten Giftgas-Anschlag auf den Protestmarsch Politiker wie Kirchenvertreter auf, keine Kommentare abzugeben, welche WJT-Teilnehmer zusätzlich gegen Papstkritiker aufhetzen könnten.

Die Polizei nahm bereits am Dienstag einen mutmaßlichen Attentatsplaner fest. Es handelte sich um einen nach Polizeiangaben "ultrakatholischen" Chemiestudenten aus Mexiko mit nötigen "Fachkenntnissen" zum Bau von Giftgasbomben. Der Verdächtige, der am Donnerstag dem Richter vorgeführt wird, war freiwilliger Helfer des katholischen Weltjugendtags und für die Betreuung von WJT-Teilnehmern in den Ifema-Messehallen zuständig.

Weltjugendtag in Madrid: Eine Million Pilger aus 192 Ländern

Papst nimmt Beichte von Jugendlichen ab

Papst Benedikt XVI. ist heute zu Mittag zu einem viertägigen Besuch des Weltjugendtags in Madrid gelandet. Zur Willkommenszeremonie für den Papst hatten sich auf dem Flughafen Barajas der spanische König Juan Carlos und Königin Sofía eingefunden. Am Abend wird das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem zentralen Plaza de Cibeles in der spanischen Hauptstadt erwartet. Höhepunkt seines Besuchs sind ein Kreuzweg am Freitag, eine Abendandacht auf der Luftwaffen-Basis Cuatro Vientos vor den Toren Madrids am Samstag und der Abschlussgottesdienst am Sonntag früh.

Erstmals bei einem Weltjugendtag wird der Papst zudem einigen Jugendlichen persönlich die Beichte abnehmen. Das Treffen war bereits am Dienstag mit einer Messe unter freiem Himmel eröffnet worden, an der hunderttausende junge Katholiken teilnahmen.

(Ag.)

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