Wien/DUÖ/red. Die kirchliche Opferschutzanwaltschaft („Klasnic-Kommission“) hat bisher Entschädigungszahlungen in Höhe von 6,4 Mio. Euro zuerkannt, wie die Kommission gestern, Dienstag, bekannt gegeben hat. Insgesamt sind bisher 1139 Meldungen eingegangen. Die Anzahl der Betroffenen von sexuellem Missbrauch und Gewalt in staatlichen Institutionen liegt allerdings höher: 1491 Personen haben sich an die Opferschutzstellen in den Bundesländern gewandt, wie ein „Presse“-Rundruf ergab.
Die meisten Opfer (820) waren in Wiener Heimen untergebracht – zuletzt war besonders das Kinderheim Schloss Wilhelminenberg von Meldungen betroffen. Gerade die Diskussion um die Vorfälle am Wilhelminenberg hätte viele Betroffene in Niederösterreich animiert, sich ebenfalls zu melden, so Otto Huber von der Opferschutzkommission. Daher habe sich die Anzahl derer, die sich an die Kommission wenden, in den vergangenen Wochen auf 83 verdoppelt. Nach Wien verzeichnen Tirol (160), Vorarlberg (138) und Oberösterreich (135) die meisten Betroffenen; fast überall werden derzeit noch Fälle bearbeitet.
Heuer über 300 Neumeldungen
Die Klasnic-Kommission konnte bisher in 537 Fällen entscheiden, 21 Fälle wurden abgelehnt. Unter den Betroffenen stellen Männer mit 74,9 Prozent (789 Personen) die Mehrheit dar. 25,1 Prozent der Fälle (265) betrafen Frauen. Zusätzlich zu den finanziellen Entschädigungen wurden bisher auch 15.000 Therapiestunden zuerkannt.
In diesem Jahr sind bei der Kommission bisher 325 Neumeldungen eingegangen, im gesamten Vorjahr waren es noch 729. In etwas mehr als 400 Fällen wurden heuer Entscheidungen getroffen. Die Opferschutzanwaltschaft erwartet, dass der Großteil der Entscheidungen bis Ende 2012 abgeschlossen werden kann. Eine weitere Zwischenbilanz ist für kommenden April angekündigt.
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