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Missbrauch: Mehr Opfer in Ländern als in der Kirche

20.12.2011 | 17:55 |   (Die Presse)

Bisher sind 1139 Meldungen in der „Klasnic-Kommission“ eingegangen, in den Bundesländern 1491. Die meisten Opfer waren in Wiener Heimen untergebracht. Die Kommission konnte bisher in 537 Fällen entscheiden.

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Wien/DUÖ/red. Die kirchliche Opferschutzanwaltschaft („Klasnic-Kommission“) hat bisher Entschädigungszahlungen in Höhe von 6,4 Mio. Euro zuerkannt, wie die Kommission gestern, Dienstag, bekannt gegeben hat. Insgesamt sind bisher 1139 Meldungen eingegangen. Die Anzahl der Betroffenen von sexuellem Missbrauch und Gewalt in staatlichen Institutionen liegt allerdings höher: 1491 Personen haben sich an die Opferschutzstellen in den Bundesländern gewandt, wie ein „Presse“-Rundruf ergab.

Die meisten Opfer (820) waren in Wiener Heimen untergebracht – zuletzt war besonders das Kinderheim Schloss Wilhelminenberg von Meldungen betroffen. Gerade die Diskussion um die Vorfälle am Wilhelminenberg hätte viele Betroffene in Niederösterreich animiert, sich ebenfalls zu melden, so Otto Huber von der Opferschutzkommission. Daher habe sich die Anzahl derer, die sich an die Kommission wenden, in den vergangenen Wochen auf 83 verdoppelt. Nach Wien verzeichnen Tirol (160), Vorarlberg (138) und Oberösterreich (135) die meisten Betroffenen; fast überall werden derzeit noch Fälle bearbeitet.


Heuer über 300 Neumeldungen

Die Klasnic-Kommission konnte bisher in 537 Fällen entscheiden, 21 Fälle wurden abgelehnt. Unter den Betroffenen stellen Männer mit 74,9 Prozent (789 Personen) die Mehrheit dar. 25,1 Prozent der Fälle (265) betrafen Frauen. Zusätzlich zu den finanziellen Entschädigungen wurden bisher auch 15.000 Therapiestunden zuerkannt.

In diesem Jahr sind bei der Kommission bisher 325 Neumeldungen eingegangen, im gesamten Vorjahr waren es noch 729. In etwas mehr als 400 Fällen wurden heuer Entscheidungen getroffen. Die Opferschutzanwaltschaft erwartet, dass der Großteil der Entscheidungen bis Ende 2012 abgeschlossen werden kann. Eine weitere Zwischenbilanz ist für kommenden April angekündigt.

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35 Kommentare
 
1 2
Gast: Friedrich Griess
23.12.2011 13:12
0 1

Mehr Opfer in Ländern als in der Kirche

Wenn man berücksichtigt, dass von den etwa 3 Millionen Männern in Österreich über 24 Jahren nur etwa 4100, also 1,37 Promille, katholische Priester sind, so ist die bis zum Überdruss wiederholte Behauptung, es gäbe ja außerhalb der Kirche mehr Täter als innerhalb, für díe Kirche kein Ruhmesblatt.

insigma
21.12.2011 16:02
6 1

Das zahlen ohnehin die Steuerzahler

Und zwar unabhaengig ihrer Konfession. Dank Hitlers Konkordat, das nach wie vor in Kraft ist, hat sich der Staat jedes Jahr zu Zahlungen an die roem kath Kirche in nennenswerter Hoehe verpflichtet. Das ist Umschichtung von Steuergeld.

Die Kirche kassiert also vom Staat und von den Glaeubigen und macht dann ganz grosszuegig ein paar Hunderter pro Vergewaltigtem locker.

Wie kann man da allen Ernstes her gehen und sagen: boah super, immerhin vertuschen sie es nicht weiterhin!???

Nochmal: jeder oesterr Steurzahler zahlt an dieser Augenauswischerei mit, das Konkordat ist online ueber google findbar.

Antworten Silvester
22.12.2011 08:40
1 0

lernens geschichte!

in österreich war dollfuß bundeskanzler als das konkordat angeschlossen wurde, in deutschland hitler!
bitte das zu unterscheiden!

Antworten Antworten Gast: werbistdu
22.12.2011 22:58
1 0

Re: lernens geschichte!

er schreibt nicht von Deutschland oder Österreich
er schreibt nur von Hitler

Bitte genau lesen...

Antworten Antworten Antworten insigma
23.12.2011 11:05
1 1

Re: Re: lernens geschichte!

es würd mich nicht wundern, wenn "silvester" in geschichte mit auszeichnung maturiert hätte.

auch das ist österreich...

Antworten Antworten insigma
22.12.2011 09:01
2 0

lernens geschichte!

was nichts daran ändert, dass das konkordat auch in österreich immer noch aufrecht ist. es wurde ja brav adaptiert über die jahre, wie gesagt: bilden hilft: schlag nach bei google.

kopf-in-den-sand ist zwar die gängige art in österreich, mit solchen themen umzugehen, ändert aber nichts an den fakten.

Antworten Antworten Antworten Silvester
28.12.2010 10:15
1 0

Re: lernens geschichte!

freilich hat man bauchweh angesichts des konkordats und wers aufmerksam liest dem dreht sich manchmal der magen um. trotzdem scheint es konsens der polit. parteien zu sein nichts wesentlich zu änderns insbesondere nicht abzuschaffen. die kath. kirche ist eben immer noch ein wichtiger ordnungsfaktor in österreich der nicht so leicht ersetzt werden kann. wenn man sich ansieht was sich da als "ersatz" anbietet (nico alm anstatt kardinal schönborn etwa?) bleibt man eben doch lieber beim konkordat, wenn auch mit bauchweh ...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: interessierter Leser des Presse-Forums
23.12.2011 08:29
1 0

Re: Re: lernens geschichte!



„freilich hat man bauchweh angesichts des konkordats und wers aufmerksam liest dem dreht sich manchmal der magen um“


Sehr geehrter Silvester!

Ich bin ein interessierter Leser des Presse-Forums und Sie sind mir bisher – sagen wir´s mal diplomatisch – als konservativer Hardliner aufgefallen.

Umso mehr bin ich über Ihre offenen Worte überrascht und muß sagen: Hut ab!

Schöne Weihnachten



Antworten Antworten Antworten Antworten insigma
22.12.2011 10:46
1 0

Re: Re: lernens geschichte!

na wenn sich die österr politischen parteien einmal im konsens finden, dann greift man besser nicht hin.

es hat schon einen guten grund, warum wir da stehen, wo wir jetzt sind.

Gast: L´Osservatore Romano
20.12.2011 23:05
9 3

Ich danke meiner braven Schwesterzeitung, die – nachdem sie schon über die Misbrauchsfälle in der Kirche berichtet hatte – schnell einen Artikel über andere Institutionen geschaltet hat, um die Schandttaten unseres Systems zu relativieren.


Antworten Gast: Ich staune
21.12.2011 14:36
1 4

Re: Ah sooo!

Wenn man darüber redet, dass es auch anderswo Missbrauchsfälle gibt, ist das also Relativierung, obwohl diese anderen Missbrauchsfälle in der Mehrheit sind!
Weil da dauernd von Vertuschung die Rede ist: Wenn man nur über die Fälle in der RK redet und die anderen verschweigt, dann ist das Vertuschung in Reinkultur. Alles starrt wie gebannt auf die Kirche, und die "außerkirchlichen" Täter können in aller Ruhe weitermachen und keiner nimmt es zur Kenntnis.

Antworten Antworten Gast: mir bleibt ein schaler Geschmack
21.12.2011 20:57
2 0

Re: Re: Ah sooo!


Eine Zeitung, die der röm.-kath. Kirche gehört, schaltet unter der Rubrik „Religion“(!) den Artikel „Mehr Opfer in Ländern als in der Kirche“ und relativiert damit die Verbrechen der röm.-kath. Kirche.

Das hinterlässt einen schalen Geschmack…


5 1

Re: Ich danke meiner braven Schwesterzeitung, die – nachdem sie schon über die Misbrauchsfälle in der Kirche berichtet hatte – schnell einen Artikel über andere Institutionen geschaltet hat, um die Schandttaten unseres Systems zu relativieren.


Die Presse ist ein Propagandaorgan der röm.-kath. Kirche:

„98,33 % der Anteile sind im Besitz der Katholischer Medien Verein Privatstiftung (vormals Katholischer Preßverein Privatstiftung) und zu 1,67 % im Besitz des Katholischen Medien Vereins (vormals Katholischer Preßverein)“

„…Meilensteine der Unternehmensentwicklung waren … die schrittweise Übernahme der österreichischen Traditionszeitung Die Presse ab 1991.“

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Styria-Verlag

vgl. http://diepresse.com/unternehmen/sales/online/532662/Offenlegung-fuer-Die-Presse-Digital



Blitzky
20.12.2011 16:40
13 4

Wenn die Kirche ihren Pfarrern, die sich da an Büblein bedient haben,

statt dessen Prostituierte bezahlt hätte, wäre der ganze "Spaß" um ein vielfaches teurer gekommen als die bisher ausgeschütteten 6 Millionen.
Also alles in allem ein Bombengeschäft für die Kirche.
In den USA wären die 6 Millionen im besten Fall für 6 Opfer ausreichend gewesen.


6 3

Re: Wenn die Kirche ihren Pfarrern, die sich da an Büblein bedient haben,

Das kann man so nicht sagen, es könnte ja durchaus sein, dass die Gläubigen für die Prostituiertenbesuche der Pfarrer etwas gespendet hätten: "Man gönnt sich ja sonst nichts".

Antworten Antworten Blitzky
20.12.2011 17:49
9 4

Re: Re: Wenn die Kirche ihren Pfarrern, die sich da an Büblein bedient haben,

Da mögen Sie wohl Recht haben. Wahrscheinlich hätte die Kirche für ihre Priester ja auch einen Mengenrabatt in diversen Etablissements herausschlagen können.
Aber so billig, wie jetzt durch die Klassnig-Kommission wäre es mit Sicherheit nie geworden. Die betroffenen Priester haben sich ja täglich und gleich bei verschiedenen Bübchen bedient. Sowas würde bei Prostituierten sehr schnell gewaltig ins Geld gehen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kirchenfreund
20.12.2011 23:11
1 3

Re: Re: Re: Wenn die Kirche ihren Pfarrern, die sich da an Büblein bedient haben,

Sie müssen ja ganz genau im Bild sein, um solche Behauptungen in den Raum zu stellen. "Die betroffenen Priester haben sich ja... täglich...bei verschiedenen Bübchen bedient.." Solche Behauptungen kommen von einer sehr eigenartigen (vorsichtig ausgedrückt) Phantasie. Honi soit qui mal y pense - aber vielleicht sind Sie ja Ritter vom Hosenbandorden.

Gast: FranvAssisi
20.12.2011 15:20
16 1

Historischer Durchbruch

Es stimmt schon, dass diese Auszahlungen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, man könnte aber auch sagen, dass die katholische Kirche in Österreich zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihre Schuld öffentlich eingestanden hat und bereit ist eine Wiedergutmachung zu leisten. Allein mit Geld wird allerdings solch ein Schaden kaum zu beheben sein.
Ich bete um eine neue Kirche, eine Kirche für die Gläubigen, die dem Menschen eine Stütze im Leben sein soll.

Antworten insigma
20.12.2011 16:29
12 3

Re: Historischer Durchbruch

das ist nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein und von "Wiedergutmachung" kann hier wohl keine Rede sein:

sexuelle und körperliche Gewalt mit System über Jahrzehnte zu betreiben und dann über die Portokassa die Opfer ruhigstellen und dazu eine handvoll Therapiestunden zu "genehmigen" ist eine Wiederholung der Menschenverachtung den Opfern gegenüber! 14 h Therapie nützen ja nicht mal bei Bettnässern irgendwas, die ganze Aktion ist eine einzige Farce.

Gast: Franz6
20.12.2011 14:58
18 4

537 Fälle wurde vertuscht!

Keine gerichtliche Verfolgung......

Gast: Nur mehr Kopfschütteln!
20.12.2011 14:34
20 3

6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer gezahlt.......

......UND WO SIND DIE TÄTER, STEHEN SIE SCHON VOR GERICHT???

Antworten Darabimo
21.12.2011 08:14
0 3

Re: 6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer gezahlt.......

Die sind in vielen Fällen schon gestorben.

Antworten JosefGott
20.12.2011 21:44
0 8

Re: 6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer gezahlt.......

Zum Glück gibt es die Verjährung. Das ist gut so.

Antworten Gast: glaskugel
20.12.2011 21:37
17 0

Re: 6,4 Millionen Euro an Missbrauchsopfer gezahlt.......

nein.

meist "verjährt".

und selbst w e n n sie einmal vor gericht stehen,
und selbst wenn sie dann zu mehreren jahren haftstrafen verurteilt werden,
passiert ihnen immer noch nix.
sie berufen halt einfach.
und streiten einfach weiter alles ab.

oder sie sind "haftunfähig".
wegen allergien und so.
und können daher in aller seelenruhe weiter agieren.

so ist es in belgien.
so ist es in portugal.
so ist es bei uns.

http://de.euronews.net/2010/09/03/bis-zu-18-jahre-haft-fuer-vergewaltiger-im-casa-pia-prozess/

insigma
20.12.2011 14:28
21 2

nach 14 h Therapie ist also alles Roger

15000 Therapiestunden dividiert durch 1.054 Opfer = 14,23 h / Opfer.

14 h Therapie und € 350,- Taschengeld: gehts, kaufts euch an Schlecker und haltets die Pappn! Aber bitte die Kirchensteuer nicht vergessn, sonst müssma mahnen, gell?

Gast: MeldervonFehlentwicklungen
20.12.2011 13:16
22 3

Wer schützt die Kinder?

Die Gesellschaft schützt doch die Täter. Es sitzt ja kaum einer der Täter ein. Das ist auch alles so gesetzlich geregelt und die Justiz macht auch in diesen Fällen nichts.

Die Kommission versucht den Klerus von den Vergehen freizukaufen, sonst keine Aktivitäten.

Es stellt sich schon die Frage: Wer schützt die Kinder?

Es ist ein Albtraum!

 
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