23.02.2012 12:08 | Meine Presse Merkliste 0

Bauernbund: Auch Ausgetretene sollen für Kirche zahlen

04.01.2012 | 17:48 |   (DiePresse.com)

"Kirchensteuer-Flüchtlinge" profitieren genauso von Kunstschätzen der Kirche. Daher verlangt der Bauernbund einen Kultusbeitrag für alle. ÖVP und Kirche wollen den Vorschlag prüfen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wer aus der Kirche austritt, soll dennoch für den Erhalt der Sakralbauten aufkommen, so ein Vorstoß vom oberösterreichischen Bauernbund: "Kirchensteuer-Flüchtlinge", so Landesobmann Max Hiegelsberger am Mittwoch, sollen einen gleichwertigen Kultusbeitrag leisten. ÖVP-Chef Michael Spindelegger will sich den Vorschlag von Hiegelsberger "in der Tiefe anschauen". Der Linzer Generalvikar Severin Lederhilger will darüber diskutieren, was Nicht-Katholiken "beitragen können und auf welche Weise". Für Heinz Oberhummer von der Initiative "Religion ist Privatsache" ist der Vorstoß "undemokratisch".

Hiegelsberger vermisse in der aktuellen Diskussion um die Gerechtigkeit der Steuerlast eine Gerechtigkeitsdebatte im Zusammenhang mit dem Kirchenbeitrag. Es sei nicht gerecht, dass jene, die aus der Kirche austreten, keinen Beitrag im Kultusbereich leisten müssen, sagte Hiegelsberger. "Die Geschichte und Identität eines Landes finden sich auch in den geschichtsträchtigen Gebäuden. Die Stifte, Klöster und Kirchen sind Wahrzeichen des Landes Oberösterreich." Der Kirchenbeitrag werde auch zum Erhalt dieser Bauten verwendet, erklärte der Landesobmann. "Es kann nicht sein, dass von diesen Wahrzeichen jeder profitiert, aber nicht alle beim Erhalt mitzahlen."

Die Höhe des Kultusbeitrags solle sich am Einkommen orientieren, so Hiegelsberger. Er regt eine steuerliche Absetzbarkeit mit bis zu 400 Euro pro Jahr an.

Spindelegger: "Weniger zahlen Beiträge"

ÖVP-Bundesparteiobmann Spindelegger sagte gegenüber ATV, dass sich "leider immer weniger in einer Kirche aktiv engagieren und als Mitglied dort auch Beiträge zahlen", will aber den Vorschlag von Hiegelsberger erst genauer prüfen.

Der Stellvertreter des Linzer Bischofs Ludwig Schwarz, Generalvikar Severin Lederhilger, will generell über einen Kultusbeitrag "für den Schutz und Erhalt von Kulturgütern" diskutieren - allerdings unabhängig vom Kirchenbeitrag, da dieser "neben dem Erhalt von wertvollen, allgemein zugänglichen Kulturbauten wesentlich auch der Ermöglichung vieler weiterer kirchlicher Aufgaben dient". Man müsse sowohl die kulturellen Leistungen der Kirche als auch die Möglichkeiten für Beiträge von "Menschen, die ihr nicht angehören", berücksichtigen.

Oberhummer ortet hinter dem Vorschlag Hiegelsbergers die Absicht, "eine verfassungswidrige Zwangsfinanzierung überwiegend der Katholischen Kirche einzuführen". Der Staat finanziere ohnedies die religiöse Erziehung und über die Denkmalämter den Erhalt von Kirchen und anderen religiösen Kulturgütern.

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

791 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Erich Bahn
08.01.2012 19:27
1 1

Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus kann sich einen allgemeinen Kultur- und Sozialbeitrag vorstellen


Zusätzlich zu den zig Millionen Staatszuschüssen, zusätzlich zum Grundsteuernachlass, zusätzlich zu Zuschüssen der Priesterausbildung, zusätzlich zu .......

Opus dei kennt Grenzen, aber kein schämen

wolfsgrau
08.01.2012 18:48
1 2

Man sieht wo die...

Bischöfe von der kath.Kirche leben, denn Kulturbeiträge bezahlen wir ja in der Grundgebühr für TV * RADIO, Herr Küng ist Ihnen das noch zu wenig?

Räumen Sie lieber in den eigenen Reihen und im Priesterseminar mit den Kinderschändern auf und bewegen sie das für ganz Österreich dann können Sie und Kardinal Schönborn Ansprüche an die Bevölkerung stellen, aber bitte nicht doppelt kassieren, denn das ist Betreug, oder wissen Sie das auch nicht?

Kirchenopfer müssen hier sowieso ausgelassen werden!
www.gegensexuellegewalt.at

Murray
08.01.2012 18:27
2 0

Eigentlich ganz lustig

Es ist völlig klar, dass jemand, der nicht in der Kirche ist, diese nicht durch Zwangsbeiträge mitfinanzieren möchte. Wofür auch? Wenn man keine Leistungen empfängt und auch gar nicht vorhat, diese jemals in Anspruch zu nehmen, will man nicht dafür zur Kassa gebeten werden.
Aber - und das ist das Wesentliche - genau das macht in Wirklichkeit das Wesen von Steuern aus: Es sind Zwangsbeiträge, die man zu entrichten hat, unabhängig davon, ob man die "Leistungen" die es im Gegenzug - angeblich - dafür gibt in Anspruch nehmen will oder nicht. Es ist auch nicht erlaubt, sich ein eigenes Portfolio an erwünschten Leistungen zusammenzustellen und nur dafür Steuern zu zahlen. Wer die Kirchensteuer für alle aus den oben angeführten Gründen ablehnt, müßte die Theorie und Praxis der gesamten Steuererhebung in Frage stellen. Das aber hieße, das Credo der gängigen Staatsvergottung in Frage zu stellen und wird der Häresie gleichgestellt...

Antworten Gast: Gastinger II
10.01.2012 15:47
1 0

Re: Eigentlich ganz lustig

Es gibt aber keine "Kirchensteuer" in Österreich.


4 1

Als ich vor weit ueber 30 jahren ................

bei der erstbesten gelegenheit aus diesem verein ausgetreten bin, wurde mir klar, dass dieser schritt noch immer zu spaet gesetzt worden ist - die behandlung war eine etwas ruede (nahm ich zur kenntnis) - das ueber wochen folgende 'heimsuchen' in meinem haus befand ich als erheiternd - ich fand es nur immer befremdend, dass ich aus etwas austreten muss, in das ich niemals bewusst eingetreten bin - fuer mich ist religion privatsache.....................

Gast: liberales Weißbrot
08.01.2012 11:17
3 1

SPÖ-Absage an „Zwangsabgabe“

GIS ?

Gast: Mädl
08.01.2012 00:38
4 1

was zum..?

Als nächstes dürfen die Nichtraucher auch noch Tabaksteuer zahlen..

quixote
07.01.2012 19:05
3 3

Vielleicht löschen die verehrten Meinungssöldner von der Presse meinen Kommentar diesmal nicht, welcher da lautete:

Das ist beruhigend, weil jetzt dürfen wir davon ausgehen, dass die SPÖ niemanden ORF-Beiträge an das linke Glaubenszentrum am Künigelberg zahlen lassen wird, der den ORF gar nicht empfangen will, denn es wird wohl niemand unterstellen können, dass man auch ein Medien- oder Kulturangebot aus ethischen Überzeugungen ablehnen kann. Mutig, mutig - die neue SPÖ-Linie - keine Zwangsbeiträge mehr für ideologisch geprägte Inhalte - dem österreichischen Kulturbetrieb stehen dürre Zeiten bevor. Mal sehen, wer da übrig bleibt.

Gast: Gegen Steuererfinder
07.01.2012 16:31
10 4

Vielleicht kommt dann auch bald eine Abgabe auf Klopapier

Pro Abriss einen Ablass.
Worauf man einen fahren lassen kann.

Gast: Nachleser
07.01.2012 16:17
26 5

Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?


„Jede österreichische Diözese muss mit den Kirchenbeitragsgeldern, die sie in ihrem Gebiet einhebt, bestimmte "Grundkosten" der Seelsorge bestreiten. Dazu zählen die Gehaltszahlungen an Priester und Angestellte, die Erhaltung und Pflege der kirchlichen Gebäude, Zuschüsse und Unterstützungen für unterbemittelte Pfarren und diözesane Einrichtungen wie Caritas, Lebensberatungsstellen, Telefonseelsorge, Seminare, Bildungshäuser, Heime, Schulen, Kindergärten usw. und auch ein gewisses Maß an Verwaltung ist notwendig.“

vgl. http://www.katholisch.at/content/site/unsichtbar/kirchenbeitrag/article/k721.html

von „Denkmalpflege“ ist hier nichts zu lesen…




Antworten Autodidax
07.01.2012 17:31
6 10

Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?

Von "Denkmalpflege" ist nichts zu lesen?

Sie zitieren doch selbst folgenden Passus: " ... die Erhaltung und Pflege der kirchlichen Gebäude ..." Was soll denn das sonst sein, wenn nicht auch (!) Denkmalpflege?

Antworten Antworten Gast: Nachleser
07.01.2012 17:55
7 3

Re: Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?


Hmm, ein „kirchliches Gebäude“ kann vieles sein. Ein Pfarrsaal, ein Gemeinschaftsraum, ein Lager… aber diese Gebäude stehen nicht zwangsläufig unter Denkmalschutz.

So wie´s ausschaut, laufen dieser kruden Glaubensgemeinschaft die Gläubigen davon und man sucht einen Weg für den laufenden Betrieb andere Geldquellen als die bereits vorhanden zu erschließen.


Antworten Gast: Nachleser II
07.01.2012 17:08
23 0

Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?



in der Diözese Wien wurden 2010


- 43 % für Sachaufwand verwendet (Gesamtbudget etwa 109,2 Mio Euro und 47,4 Mio für Sachaufwand)

- 1/3 des Sachaufwands wurde als „Beitrag für pfarrliches Personal und laufenden Aufwand“ verwendet

- weitere größere Posten des Sachaufwandes kamen etwa dem „Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation“ (2,1 Mio), der Kategorialen Seelsorge (1,1 Mio) oder dem Kirchenbeitragsdienst (1,7 Mio) zu Gute


vgl. http://www.kirchenbeitrag.at/rechenschaft/gebarung_2010.pdf


P.S. die Dotierung des Sachaufwands des Referats für kirchliche Kunst und Denkmalpflege betrug lediglich 163.805,95 Euro…




Gast: Finsy
07.01.2012 10:04
10 2

kirchen

wenn es der römisch katholischen kirche zuviel ist ihre gebäude zu erhalten, können sie diese ja dem staat schenken. die öffentliche hand kümmert sich um die erhaltung und die röm.katholische glaubensgemeinschaft (oder auch andere glaubensgemeinschaften) kann sich das gebäude dann vom staat mieten.

Antworten Darabimo
09.01.2012 09:00
0 0

Re: kirchen

Es ist aber so, dass die größten und teuersten Kirchen gar nicht von der Kirche, sondern von weltlichen Politikern gebaut wurden.

Antworten Urbin
07.01.2012 15:46
2 7

Re: kirchen

Vor der Verwaltung dieser Gebäude durch die öffentliche Hand ist nur zu warnen!!!

Antworten Harmonica
07.01.2012 13:21
3 6

Re: kirchen

Vorsicht, das hört sich jetzt gut an, aber was wird dann kommen - eine ähnliche Geschichte wie der ORF, der ja den Missionierungsauftrag der SPÖ durchführt und mit der monatlichen sozialistischen Kirchensteuer teuer finanziert wird.
Denken sie an die letzten Gesetzesänderungen zu Gunsten des ORF! Vielleicht wird dann mit der öffentlichen Hand der nächste Verwaltungs- und Propagandamoloch geschaffen.

Antworten Gast: kirchen
07.01.2012 13:19
2 6

Re: kirchen

alle kirchen möglichst schnell abreißen...wer braucht diese symbole des mittelalterlichen aberglaubens ( = katholizismus ) ?

Antworten Antworten Darabimo
09.01.2012 09:01
0 0

Re: Re: kirchen

Brave- das einfältigste Posting bis jetzt...

Blitzky
07.01.2012 06:43
16 3

Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?


Antworten Gast: vergilius
07.01.2012 09:11
3 12

Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

höchstwahrscheinlich dem zuständigen herrscher, sie historisches nackerpatzerl. oder haben sie die inquisition auch nur in populär(!)wissenschaftlichen(?) quellen studiert?

Antworten Antworten Gast: Gegen Zwangsgebühren
07.01.2012 10:12
13 3

Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Ach sieh mal einer an, „vergilius“ meldet sich gleich heute Morgen wieder zu Wort in seiner vulgärsprachlichen Ausdrucksweise. Er zeigt sich also als das Gegenteil des berühmten „Vergilius Vaticanus“, der ein Intellektueller seiner Zeit war.
Aufgrund seiner Kommentare hier bei diepresse.com hat „der falsche ‚vergilius‘“ schon längst seine Glaubwürdigkeit verloren, so wie vor ein paar hundert Jahren die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. Die Kirchenmänner waren damals nämlich mehr mit der Ansammlung von Reichtümern beschäftigt, als mit der kirchlichen Lehre und dem Seelenheil ihrer Gläubigen.
Unzählig Reichtümer kamen dabei, vermacht am Sterbebett, in den Besitz der Kirche, weil den Sterbenden dafür die Glückseligkeit im Himmelreich versprochen wurde. Das pervertierte dann zum Ablasshandel und es folgte die Kirchenspaltung (Martin Luther), die in der Folge in den protestantischen Ländern zu einem Kultur- und Wirtschaftsschub führte, der noch heute erkennbar ist.

Antworten Antworten Antworten Murray
09.01.2012 09:56
0 0

Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Sicher. Den Kultur- und Wirtschaftsschub merkt man noch heute in Norddeutschland. Übrigens waren es die protestantischen Gebiete, in denen die Partei des Herrn H. so große Erfolge feierte - offensichtlich gab es da auch einen großen Schub in der Ethik...

Antworten Antworten Antworten Gast: vergilius
07.01.2012 14:39
2 9

Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

jaja, gegen zwangsgebühren. einen besserwisserischen censorius brauch ich nicht, wohlgemerkt. ich hoffen nur, euer gnaden steigen den antiklerikalen scharfmachern im forum genauso zuwe. denen muss man die schneid abkaufen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Fotzelschnitte
07.01.2012 16:28
6 1

Re: Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Womit Sie den ersten Satz des Kommentares von "Gegen Zwangsgebühren" selber bestätigt haben. Soviel Einfältigkeit hätte ich Ihnen nicht zugetraut!

Gast: Lukas
07.01.2012 00:50
17 2

war doch nur ein Faschingscherz des Bauernbundes

oder gibt es doch tatsächlich noch Bürger, die diesen Unsinn ernst nehmen??

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15