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Alternative zum Kirchenbeitrag: SPÖ-Absage an „Zwangsabgabe“

06.01.2012 | 17:38 |   (Die Presse)

Änderung? Der Vorstoß von Oberösterreichs Bauernbundchef Max Hiegelsberger (ÖVP) heizt die Diskussion an. Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus kann sich einen allgemeinen Kultur- und Sozialbeitrag vorstellen.

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Wien/st.Pölten/IB. Soll die Einhebung des Kirchenbeitrags neu geregelt werden? Sollen nicht nur Kirchenmitglieder zahlen? Zu Dreikönig sorgte ein Vorschlag von Oberösterreichs Bauernbundchef Max Hiegelsberger (ÖVP), „Kirchensteuer-Flüchtlinge“ durch einen Kultusbeitrag zur Kasse zu bitten, für Zündstoff.

SPÖ-Kultursprecherin Sonja Ablinger, die aus Oberösterreich kommt, stellte am Freitag fest, die SPÖ lehne eine „allgemeine Zwangsabgabe“ an die Katholische Kirche klar ab. Hiegelsbergers Idee sei „völlig absurd“. Konfessionsfreie würden schon jetzt mit ihren Steuerabgaben über die Mittel der Denkmalpflege den Erhalt kirchlicher Kulturgüter mitfinanzieren.

Die ÖVP ist zwar sonst gegen Debatten über neue Steuern. Vizekanzler Michael Spindelegger lehnte am Donnerstag den Vorstoß aus Oberösterreich nicht kategorisch ab: Es handle sich um einen interessanten Vorschlag, man werde sehen, wer sonst noch etwas dazu sage.

Reaktionen gab es genug: „Es ist interessant, dass dieser Vorschlag genau vor Verkündung der Austrittszahlen 2011 kommt“, sagt Jakob Purkarthofer, Mediensprecher des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. „Es könnte eine Warnung sein, nach dem Motto: Austreten bringt's nicht, wir kriegen euch eh!“, so Purkarthofer.

Sowohl die „Initiative gegen Kirchenprivilegien“ als auch der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng könnten sich eine Alternative zum jetzigen Kirchenbeitrag vorstellen: Eine allgemein verpflichtende Steuerabgabe im Sinne eines Kultur- und Sozialbeitrages – ähnlich der Abgaben in Italien – ist für Küng diskussionswürdig. Eine Zweckwidmung an die Kirche wäre eine Möglichkeit, aber kein Muss.

Josef Weiss, Finanzverantwortlicher der Erzdiözese Wien, findet den Vorschlag Hiegelsbergers „gut“. Weiss betonte, die Zeit dränge: Kirchen würden bei der Erhaltung der Gebäude zusehends in Bedrängnis geraten und könnten diese kaum noch erhalten. Der Staat helfe nur „punktuell“ bei einigen wenigen Projekten.

Beitrag zum Erhalt von Gebäuden

Hiegelsberger hatte gemeint, es sei nicht gerecht, dass Ausgetretene keinen Beitrag im Kultusbereich leisten müssten. Ein wesentlicher Teil der Kirchenabgabe gehe schließlich in die Erhaltung der Gebäude. Von den Wahrzeichen profitiere jeder.

Laut Bundesdenkmalamt gehört ein Drittel der denkmalgeschützten Objekte in Österreich der Kirche. Zugleich gehe etwa die Hälfte der Mittel des Denkmalamts an deren Bauten. In Österreich beträgt die Höhe des katholischen Kirchenbeitrags 1,1 Prozent des Einkommens. 400 Euro sind über Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommensteuererklärung absetzbar.

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790 Kommentare
 
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Erich Bahn
08.01.2012 19:27
1 1

Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus kann sich einen allgemeinen Kultur- und Sozialbeitrag vorstellen


Zusätzlich zu den zig Millionen Staatszuschüssen, zusätzlich zum Grundsteuernachlass, zusätzlich zu Zuschüssen der Priesterausbildung, zusätzlich zu .......

Opus dei kennt Grenzen, aber kein schämen

wolfsgrau
08.01.2012 18:48
1 2

Man sieht wo die...

Bischöfe von der kath.Kirche leben, denn Kulturbeiträge bezahlen wir ja in der Grundgebühr für TV * RADIO, Herr Küng ist Ihnen das noch zu wenig?

Räumen Sie lieber in den eigenen Reihen und im Priesterseminar mit den Kinderschändern auf und bewegen sie das für ganz Österreich dann können Sie und Kardinal Schönborn Ansprüche an die Bevölkerung stellen, aber bitte nicht doppelt kassieren, denn das ist Betreug, oder wissen Sie das auch nicht?

Kirchenopfer müssen hier sowieso ausgelassen werden!
www.gegensexuellegewalt.at

Murray
08.01.2012 18:27
2 0

Eigentlich ganz lustig

Es ist völlig klar, dass jemand, der nicht in der Kirche ist, diese nicht durch Zwangsbeiträge mitfinanzieren möchte. Wofür auch? Wenn man keine Leistungen empfängt und auch gar nicht vorhat, diese jemals in Anspruch zu nehmen, will man nicht dafür zur Kassa gebeten werden.
Aber - und das ist das Wesentliche - genau das macht in Wirklichkeit das Wesen von Steuern aus: Es sind Zwangsbeiträge, die man zu entrichten hat, unabhängig davon, ob man die "Leistungen" die es im Gegenzug - angeblich - dafür gibt in Anspruch nehmen will oder nicht. Es ist auch nicht erlaubt, sich ein eigenes Portfolio an erwünschten Leistungen zusammenzustellen und nur dafür Steuern zu zahlen. Wer die Kirchensteuer für alle aus den oben angeführten Gründen ablehnt, müßte die Theorie und Praxis der gesamten Steuererhebung in Frage stellen. Das aber hieße, das Credo der gängigen Staatsvergottung in Frage zu stellen und wird der Häresie gleichgestellt...

Antworten Gast: Gastinger II
10.01.2012 15:47
1 0

Re: Eigentlich ganz lustig

Es gibt aber keine "Kirchensteuer" in Österreich.


4 1

Als ich vor weit ueber 30 jahren ................

bei der erstbesten gelegenheit aus diesem verein ausgetreten bin, wurde mir klar, dass dieser schritt noch immer zu spaet gesetzt worden ist - die behandlung war eine etwas ruede (nahm ich zur kenntnis) - das ueber wochen folgende 'heimsuchen' in meinem haus befand ich als erheiternd - ich fand es nur immer befremdend, dass ich aus etwas austreten muss, in das ich niemals bewusst eingetreten bin - fuer mich ist religion privatsache.....................

Gast: liberales Weißbrot
08.01.2012 11:17
3 1

SPÖ-Absage an „Zwangsabgabe“

GIS ?

Gast: Mädl
08.01.2012 00:38
4 1

was zum..?

Als nächstes dürfen die Nichtraucher auch noch Tabaksteuer zahlen..

quixote
07.01.2012 19:05
3 3

Vielleicht löschen die verehrten Meinungssöldner von der Presse meinen Kommentar diesmal nicht, welcher da lautete:

Das ist beruhigend, weil jetzt dürfen wir davon ausgehen, dass die SPÖ niemanden ORF-Beiträge an das linke Glaubenszentrum am Künigelberg zahlen lassen wird, der den ORF gar nicht empfangen will, denn es wird wohl niemand unterstellen können, dass man auch ein Medien- oder Kulturangebot aus ethischen Überzeugungen ablehnen kann. Mutig, mutig - die neue SPÖ-Linie - keine Zwangsbeiträge mehr für ideologisch geprägte Inhalte - dem österreichischen Kulturbetrieb stehen dürre Zeiten bevor. Mal sehen, wer da übrig bleibt.

Gast: Gegen Steuererfinder
07.01.2012 16:31
10 4

Vielleicht kommt dann auch bald eine Abgabe auf Klopapier

Pro Abriss einen Ablass.
Worauf man einen fahren lassen kann.

Gast: Nachleser
07.01.2012 16:17
26 5

Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?


„Jede österreichische Diözese muss mit den Kirchenbeitragsgeldern, die sie in ihrem Gebiet einhebt, bestimmte "Grundkosten" der Seelsorge bestreiten. Dazu zählen die Gehaltszahlungen an Priester und Angestellte, die Erhaltung und Pflege der kirchlichen Gebäude, Zuschüsse und Unterstützungen für unterbemittelte Pfarren und diözesane Einrichtungen wie Caritas, Lebensberatungsstellen, Telefonseelsorge, Seminare, Bildungshäuser, Heime, Schulen, Kindergärten usw. und auch ein gewisses Maß an Verwaltung ist notwendig.“

vgl. http://www.katholisch.at/content/site/unsichtbar/kirchenbeitrag/article/k721.html

von „Denkmalpflege“ ist hier nichts zu lesen…




Antworten Autodidax
07.01.2012 17:31
6 10

Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?

Von "Denkmalpflege" ist nichts zu lesen?

Sie zitieren doch selbst folgenden Passus: " ... die Erhaltung und Pflege der kirchlichen Gebäude ..." Was soll denn das sonst sein, wenn nicht auch (!) Denkmalpflege?

Antworten Antworten Gast: Nachleser
07.01.2012 17:55
7 3

Re: Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?


Hmm, ein „kirchliches Gebäude“ kann vieles sein. Ein Pfarrsaal, ein Gemeinschaftsraum, ein Lager… aber diese Gebäude stehen nicht zwangsläufig unter Denkmalschutz.

So wie´s ausschaut, laufen dieser kruden Glaubensgemeinschaft die Gläubigen davon und man sucht einen Weg für den laufenden Betrieb andere Geldquellen als die bereits vorhanden zu erschließen.


Antworten Gast: Nachleser II
07.01.2012 17:08
23 0

Re: Wofür wird der Kirchenbeitrag eigentlich verwendet?



in der Diözese Wien wurden 2010


- 43 % für Sachaufwand verwendet (Gesamtbudget etwa 109,2 Mio Euro und 47,4 Mio für Sachaufwand)

- 1/3 des Sachaufwands wurde als „Beitrag für pfarrliches Personal und laufenden Aufwand“ verwendet

- weitere größere Posten des Sachaufwandes kamen etwa dem „Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation“ (2,1 Mio), der Kategorialen Seelsorge (1,1 Mio) oder dem Kirchenbeitragsdienst (1,7 Mio) zu Gute


vgl. http://www.kirchenbeitrag.at/rechenschaft/gebarung_2010.pdf


P.S. die Dotierung des Sachaufwands des Referats für kirchliche Kunst und Denkmalpflege betrug lediglich 163.805,95 Euro…




Gast: Finsy
07.01.2012 10:04
10 2

kirchen

wenn es der römisch katholischen kirche zuviel ist ihre gebäude zu erhalten, können sie diese ja dem staat schenken. die öffentliche hand kümmert sich um die erhaltung und die röm.katholische glaubensgemeinschaft (oder auch andere glaubensgemeinschaften) kann sich das gebäude dann vom staat mieten.

Antworten Darabimo
09.01.2012 09:00
0 0

Re: kirchen

Es ist aber so, dass die größten und teuersten Kirchen gar nicht von der Kirche, sondern von weltlichen Politikern gebaut wurden.

Antworten Urbin
07.01.2012 15:46
2 7

Re: kirchen

Vor der Verwaltung dieser Gebäude durch die öffentliche Hand ist nur zu warnen!!!

Antworten Harmonica
07.01.2012 13:21
3 6

Re: kirchen

Vorsicht, das hört sich jetzt gut an, aber was wird dann kommen - eine ähnliche Geschichte wie der ORF, der ja den Missionierungsauftrag der SPÖ durchführt und mit der monatlichen sozialistischen Kirchensteuer teuer finanziert wird.
Denken sie an die letzten Gesetzesänderungen zu Gunsten des ORF! Vielleicht wird dann mit der öffentlichen Hand der nächste Verwaltungs- und Propagandamoloch geschaffen.

Antworten Gast: kirchen
07.01.2012 13:19
2 6

Re: kirchen

alle kirchen möglichst schnell abreißen...wer braucht diese symbole des mittelalterlichen aberglaubens ( = katholizismus ) ?

Antworten Antworten Darabimo
09.01.2012 09:01
0 0

Re: Re: kirchen

Brave- das einfältigste Posting bis jetzt...

Blitzky
07.01.2012 06:43
16 3

Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?


Antworten Gast: vergilius
07.01.2012 09:11
3 12

Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

höchstwahrscheinlich dem zuständigen herrscher, sie historisches nackerpatzerl. oder haben sie die inquisition auch nur in populär(!)wissenschaftlichen(?) quellen studiert?

Antworten Antworten Gast: Gegen Zwangsgebühren
07.01.2012 10:12
13 3

Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Ach sieh mal einer an, „vergilius“ meldet sich gleich heute Morgen wieder zu Wort in seiner vulgärsprachlichen Ausdrucksweise. Er zeigt sich also als das Gegenteil des berühmten „Vergilius Vaticanus“, der ein Intellektueller seiner Zeit war.
Aufgrund seiner Kommentare hier bei diepresse.com hat „der falsche ‚vergilius‘“ schon längst seine Glaubwürdigkeit verloren, so wie vor ein paar hundert Jahren die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. Die Kirchenmänner waren damals nämlich mehr mit der Ansammlung von Reichtümern beschäftigt, als mit der kirchlichen Lehre und dem Seelenheil ihrer Gläubigen.
Unzählig Reichtümer kamen dabei, vermacht am Sterbebett, in den Besitz der Kirche, weil den Sterbenden dafür die Glückseligkeit im Himmelreich versprochen wurde. Das pervertierte dann zum Ablasshandel und es folgte die Kirchenspaltung (Martin Luther), die in der Folge in den protestantischen Ländern zu einem Kultur- und Wirtschaftsschub führte, der noch heute erkennbar ist.

Antworten Antworten Antworten Murray
09.01.2012 09:56
0 0

Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Sicher. Den Kultur- und Wirtschaftsschub merkt man noch heute in Norddeutschland. Übrigens waren es die protestantischen Gebiete, in denen die Partei des Herrn H. so große Erfolge feierte - offensichtlich gab es da auch einen großen Schub in der Ethik...

Antworten Antworten Antworten Gast: vergilius
07.01.2012 14:39
2 9

Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

jaja, gegen zwangsgebühren. einen besserwisserischen censorius brauch ich nicht, wohlgemerkt. ich hoffen nur, euer gnaden steigen den antiklerikalen scharfmachern im forum genauso zuwe. denen muss man die schneid abkaufen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Fotzelschnitte
07.01.2012 16:28
6 1

Re: Re: Re: Re: Wem verfiel eigentlich der Besitz der von der Inqui. sition Umgebrachten?

Womit Sie den ersten Satz des Kommentares von "Gegen Zwangsgebühren" selber bestätigt haben. Soviel Einfältigkeit hätte ich Ihnen nicht zugetraut!

Gast: Lukas
07.01.2012 00:50
17 2

war doch nur ein Faschingscherz des Bauernbundes

oder gibt es doch tatsächlich noch Bürger, die diesen Unsinn ernst nehmen??

 
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