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Jugend dringend gesucht: Firmunterricht via Facebook?

15.01.2012 | 18:13 |  CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Eine Pastoraltagung stand unter dem Motto "Jugend geht ab". Theologin Hildegart Wustmans fordert neue Zugänge zum Nachwuchs. Es spreche nichts dagegen, einen Firmunterricht zum Teil auch über Facebook anzubieten.

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Salzburg. Auch wenn das Durchschnittsalter der Teilnehmer jenseits der 50 lag: Es war die bisher jüngste und mit rund 500 Teilnehmern auch die am besten besuchte Pastoraltagung, die an diesem Wochenende im Bildungszentrum St.Virgil zu Ende gegangen ist.

„Jugend geht ab“ lautete das Thema, welches das Österreichische Pastoralinstitut für die Bildungsveranstaltung gewählt hat. Ein Thema, das vielen unter den Nägeln brennt, denn: „Die Jugend ist Gegenwart und nicht erst Zukunft“, sagte der Kärntner Bischof Alois Schwarz.

Wie weit die Lebenswelten junger Menschen von jenen der katholischen Kirche oft entfernt sind, veranschaulichte der Jugendforscher Manfred Zentner: „Wir leben im Zeitalter der Individualisierung. Der Materialismus erlebt eine Renaissance.“ Die jungen Menschen definierten sich über Szenen und Lebensstile, über bestimmte Marken, Musik oder Symbole. Es gebe Bindungsängste, man wechsle rasch von einer Szene zur nächsten.

„In diesem Kontext wird Kirche von vielen Jugendlichen als alt, langweilig und dominant empfunden“, sagt Hildegard Wustmans, Professorin für Pastoraltheologie und Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, im Gespräch mit der „Presse“. Manche hätten das Gefühl, dass sie sich in einer Welt, die Wert auf Äußeres legt, mit der Kirche nicht sehen lassen könnten. Es gebe Jugendliche, die in ihrer Schulklasse nicht sagen, dass sie sich für Religion interessieren, weil sie nicht uncool sein wollen.

Ihr Rat an die Kirche: „Sie muss Neues wagen.“ Die katholische Kirche sei schließlich auch historisch gesehen eine Expertin für „Eventisierung“ und Rituale. Diese müssten nur noch zeitgemäß gestaltet werden. In Jugendkirchen oder beim Weltjugendtag („Das war eine riesengroße Party.“) gelinge das gut. Es funktioniere aber auch im Kleinen: Indem man einen Gruppenraum in der Pfarre nicht als „Kellerloch“ mit staubigen Gummibäumen und abgewetzten Sofas vom Flohmarkt belasse, sondern modern umgestalte. „Wir konkurrieren heute mit coolen Lounges“, meinte Wustmans.

 

Internet als Schlüssel?

Wenn es für die Jugendlichen wichtig sei, ständig online zu sein, müsse man im Internet etwas anbieten. Es spreche nichts dagegen, einen Firmunterricht zum Teil auch über Facebook anzubieten. Es gehe aber auch um den Mut in der Kirche, mit extrovertierten und schrägen Menschen zusammenzuarbeiten. Und man dürfe nicht warten, dass die Jugendlichen von selbst kämen. „Wenn die jungen Leute nicht im Pfarrheim, sondern an der Bushaltestelle sind, müssen wir uns überlegen, was wir an der Bushaltestelle anbieten können“, so Wustmans. „Die Kirche muss in neuen Räumen auch ihre Autorität riskieren. Aber wenn sie es nicht versucht, dann hat sie von vorneherein verloren.“

Auf einen Blick

„Gläubig, aber nicht religiös.“ Laut der Wiener Religionssoziologin Regina Polak ist unter Österreichs Jugendlichen der Glaube an Gott durchaus vorhanden, war zuletzt mit 69 Prozent höher als Anfang der 1990er. Was nach Ansicht der Expertin zurückgeht, ist die religiöse Praxis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2012)

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15 Kommentare
Gast: Nino
17.01.2012 17:10
12 1

Das wiederspricht den Nutzungsbedingungen von Facebook

Zitat aus den Nutzungsbedinungen von Facebook:
"4.5. Du wirst Facebook nicht verwenden, wenn du unter 13 Jahre alt bist"

Da werden wohl viele Firmlinge gegen das 8. Gebot verstossen um dem Ruf der Kirche zu folgen.

Kyniker
16.01.2012 18:53
19 2

@ „Es gebe Jugendliche, die in ihrer Schulklasse nicht sagen, dass sie sich für Religion interessieren, weil sie nicht uncool sein wollen“






abgesehen davon, dass wir Kirche nicht mit Religion verwechseln sollten, wäre es für die Kirche positiv wenn uncool zu sein ihr Problem wäre…






Kyniker
16.01.2012 18:53
19 2

@ „Jugend geht ab“






nicht überall – vielleicht sollte man sich anschauen warum´s in der Kirche zwar bei erzkonservativen Randgruppen Nachwuchs gibt, sie aber für sonst niemand anziehend ist…






Antworten Darabimo
17.01.2012 08:34
2 6

Re: @ „Jugend geht ab“

DAs hat beim Weltjugendtag aber anders ausgesehen. Hast du dir die Millionen begeisterten Jugendlichen angesehen?

Antworten Antworten Gast: klar doch
21.01.2012 03:17
0 0


12 2

Re: Re: @ „Jugend geht ab“


Weltjugendtag Madrid: http://diepresse.com/home/panorama/religion/686345


Kyniker
16.01.2012 18:53
20 1

@ „Internet als Schlüssel?“






schön, aber letztendlich kommt es auf den Inhalt an…






Antworten Darabimo
17.01.2012 08:36
1 6

Re: @ „Internet als Schlüssel?“

Eben, das ist Richtig, und der Inhalt; die Botschaft der Kirche braucht sich nicht zu verstecken. Doch wer hat schon den Mut über seinen Schatten zu springen, und es wirklich hören zu wollen.

12 1

Re: Re: @ „Internet als Schlüssel?“


http://www.youtube.com/watch?gl=DE&hl=de&v=k6C9BuXe2RM


Arethas
16.01.2012 15:50
3 0

Selbstkritik

"Es gebe Jugendliche, die in ihrer Schulklasse nicht sagen, dass sie sich für Religion interessieren, weil sie nicht uncool sein wollen."

Für Muslime zB. trifft das aber überhaupt nicht zu.

Es geht also nicht um "Religion", sondern um ein spezifisch katholisches Defizit.

Es gehört schon viel dazu, sich bei der Selbstkritik noch zu belügen.

Darabimo
16.01.2012 13:58
3 14

Fragen an die Pastoraltagung

Hat Jesus darauf geachtet "Inn zu sein; angesagt; cool etc. " zu sein?
Überlebte die Kirche 2000 Jahre mit Anpassungen an die jeweiligen Moden, oder mit der Treu zu sich selbst?
Einer der wichtigsten Wesensmerkmale der Kirche ist die Gemeinschaft. Wie soll denn diese Gemeinschaft mit Facebook vorm eigenen Laptop vermittelt werden?
Glaubt ihr wirklich, die Jugend kommt nicht, weil das Möbiliar zu minderwärtig ist?
Die Jugend kommt nicht, weil sie nicht mehr weiß, wofür das Christentum steht, genauso wie es Joachim Datko nicht weiß, sonst würde er nicht solch gehirnvernebelte Postings schreiben. Darin liegt das Problem. Was macht das Christentum aus? Wofür steht die Person Jesus? Welche Auswirkungen hat das auf mein Leben? Wenn die Jugend diese Fragen von der Kirche beantwortet bekommt, dann kommen manche von ihnen von alleine. Es gibt nicht zu wenig Events in der Kirche, sondern es gibt zu wenig Glauben an Gott in der Kirche.

12 5

Religionen Gefahr für die Jugend!

Wir sollten wegkommen von den uralten Hirtenvölkern des "Alten Testaments" und von einem angeblich wundertätigen Wanderprediger des "Neuen Testaments"!

Wer will sich schon durch Weihrauch das Gehirn vernebeln lassen?

Bei uns in Regensburg haben 2011 über 800 Menschen die großen christlichen Kirchen verlassen, viele wurden schon als Säuglinge gegen ihr Selbstbestimmungsrecht christlich gemacht.

Unser gesellschaftliches Menschen- und Weltbild beruht auf dem Humanismus und auf den Wissenschaften. Religionen gehen den Menschen an ihr sauer verdientes Geld.

Fragen und Diskussion zu religiösen Weltbildern und zu einer naturwissenschaftlich-philosophischen Weltanschauung gerne unter: http://www.monopole.de/forum/index.php?board=42.0

Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.

Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de

Antworten Darabimo
17.01.2012 08:33
2 6

Re: Religionen Gefahr für die Jugend!

Was will Joachim Datko uns wohl verkaufen?

Antworten Gast: lavater
16.01.2012 22:58
3 6

Re: Religionen Gefahr für die Jugend!

Lieber Joachim,

von der Intelligenz her, leider muss ich dir dies sagen, aber bitte nimm es nicht als Beleidigung - hast du noch nicht den Status eines Hirtenvolkes erreicht.

Du willst die Welt rein materialistisch erklären, aber die Frage, wer die Materie erschaffen hat, von der du ausgehst, stellst du absichtlich nicht.
Deine vielgeschmähten "Hirtenvölker" haben sich diese Frage aber schon gestellt.


Gast: einfach
15.01.2012 22:27
29 1

und klar

Die Kirche sollte die Inhalte von dem Mief der Jahrhunderte befreien und klar verständlich vermitteln, aber sich nicht dieser dümmlichen Jugendkultur und -sprache anbiedern, das ist hochgradig lächerlich.