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Österreich will Imame selbst ausbilden

23.01.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Im "Dialogforum Islam" beraten Politik und Islamische Glaubensgemeinschaft über konkrete Maßnahmen zur Integration. Ein Schwerpunkt für die Zukunft ist, eine eigene Institution zur Imame-Ausbildung zu schaffen.

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Wien/Eko. Die Vorbeter in Österreichs Moscheen sollen künftig auch in Österreich ausgebildet werden. Das ist der bisher konkreteste Punkt, den die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und das Staatssekretariat für Integration als Ziel für die kommenden Jahre ins Auge gefasst haben.

Unter dem Schlagwort „Dialogforum Islam“ wurden sieben Arbeitsgruppen eingerichtet, die gestern, Montag, ihre operative Tätigkeit aufnahmen – und Konzepte zum besseren Zusammenleben ausarbeiten sollen. Ziel soll sein, die meist emotional geführte Debatte über den Islam in Österreich zu versachlichen.

Derzeit greifen die Moscheevereine in Österreich zum Großteil auf Imame aus dem Ausland zurück, weil es hierzulande noch keine Ausbildung gibt. Das wirft mehrere Probleme auf. Zum einen kennen die zugereisten Vorbeter die Probleme der österreichischen Muslime und die politischen, rechtlichen und sozialen Bedingungen nicht aus eigenem Erleben. Zum anderen sprechen sie oft auch nicht oder nicht ausreichend gut Deutsch. Verschärft wird das Problem dadurch, dass etwa die Imame des türkischen Vereins Atib nur für maximal fünf Jahre nach Österreich geschickt werden. Die Motivation, sich längerfristig auf das Land einzustellen, ist demnach eher gering.

 

Ziel: Eine islamische Fakultät

Zwar gibt es für die Atib-Imame seit 2008 Lehrgänge des österreichischen Außenministeriums, in denen sie auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. Und an der Universität Wien wurde 2009 ein Universitätslehrgang zur Weiterbildung von Imamen gestartet. Doch das langfristige Ziel der IGGiÖ ist es, eine eigene islamisch-theologische Fakultät einzurichten, so, wie es sie bereits an vier Standorten in Deutschland gibt. „Die gleiche Diskussion hatten wir früher auch bei der Ausbildung der Religionslehrer“, sagt IGGiÖ-Präsident Fuat Sanac im Gespräch mit der „Presse“. Mittlerweile müssen die Lehrer nicht mehr importiert werden – mit dem privaten Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an den Pflichtschulen und dem Masterstudium „Islamische Religionspädagogik“ hat man die entsprechenden Einrichtungen zur Ausbildung selbst geschaffen. „Seit wir sie hier selbst ausbilden, hat sich die Lage deutlich verbessert.“

Das Dialogforum soll nun die wichtigsten Fragestellungen zur Imam-Ausbildung klären und mögliche Varianten erarbeiten – neben einer eigenen Fakultät steht etwa auch das Modell einer konfessionellen Schule als Ausbildungsstätte zur Diskussion. Klar ist allerdings, dass es sich dabei nur um Vorarbeiten handeln kann – denn die Umsetzung liegt nicht beim Integrationsstaatssekretariat, sondern im Bildungsministerium. „Das ist auch ganz bewusst so“, sagt Staatssekretär Sebastian Kurz.

 

Ergebnisse in einem Jahr

Man wolle Daten und Fakten schaffen, die dann von den zuständigen Behörden für eine etwaige Umsetzung von Maßnahmen verwendet werden können.

Neben der Frage der Imam-Ausbildung werden noch sechs weitere Themen in Arbeitsgruppen behandelt. Dazu gehören „Integration und Identität“, „Werte- und Gesellschaftsfragen“, Islamismus und Islamfeindlichkeit“, Geschlechterrollen“, „Staat und Islam“ und „Islam und Medien“. Geleitet werden die Arbeitsgruppen von unabhängigen Experten, etwa dem Religionsrechtler Richard Potz, dem evangelischen Theologen Wolfram Reiss oder dem deutschen Islamwissenschaftler Mathias Rohe – er wurde 2006 durch eine umstrittene Integrationsstudie bekannt, die von der damaligen Innenministerin Liese Prokop sehr selektiv interpretiert wurde.

Als ungefähren Richtwert haben sich die Beteiligten vorgenommen, mit dem Prozess in etwa einem Jahr fertig zu sein. Welche Ergebnisse am Ende stehen sollen, will man noch nicht vorwegnehmen – etwa die Frage, ob und wie das Islamgesetz von 1912 an die neuen Gegebenheiten angepasst werden könnte. „Die Experten haben einen großen Freiraum“, so Kurz. Da könne man nicht jetzt auf bestimmte Ergebnisse pochen.

Kritik am Dialogforum kommt indes von den Grünen: Menschenrechtssprecherin Alev Korun stößt sich daran, dass lediglich die IGGiÖ als Dialogpartner gewählt wurde – bei den letzten Wahlen haben von rund 500.000 Muslimen nur 30.000 teilgenommen. Korun fordert, dass der institutionalisierte Dialog auch mit anderen Vereinen und Organisationen geführt werden müsse, „damit man die Vielfalt des muslimischen Lebens in Österreich wirklich ernst nimmt“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2012)

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94 Kommentare
 
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Gast: biersauer
06.02.2012 10:58
0 0

Bin ich da in einem toten Briefkasten gelandet?


8 1

Verbot für Relligionen

sollte es hageln! jeder kann für sich selbst glauben aber niemand sollte andere mit dem abfall belästigen

Ein Argument mehr für die komplette Trennung von Religion und Staat

und falls die Mehrheit irgendwann wieder in einer Theokratie leben möchte... bitte... und Tschüss


Gast: xxxx
24.01.2012 15:35
0 0

Man muss die Imame unbedingt als Beamte beschäftigen! Dann machen sie auf einen Schlag überhaupt nichts mehr!

Kennen wir ja von unseren Beamten, gell?

Hirschmugl
24.01.2012 12:03
14 2

Frau Korun...

hat recht, geredet soll mit allen werden, was aber mit wem weitergeführt wird, da sollte man sorgsam wählen und dabei auch ausschließen. Wir brauchen keine Ausbilder von Milli Görüs.

Und den werdenden Imamen sollte beigebracht werden, daß unsere Verfassung ihre Religion sticht. z.B. Eine Sure 4 : ... Männer sind von Allah mit Vorzügen ausgestattet worden ... und davon abgeleitet, daß Frauen eingesperrt und gezüchtigt werden sollen, wenn sie ihrem Herrn mißfallen, das sollen sie nicht lehren dürfen. Von der Qualität gibt es noch mehr im Koran, nicht nur über Frauen.

Gast: freund?
24.01.2012 11:41
23 1

ich glaube NICHT, daß österreich



das will .

Antworten Gast: schlÄchter
25.01.2012 13:41
0 0

Re: ich glaube NICHT, daß österreich

sg freund!
nunja, immerhin gibt es österreichische mitbürger moselmsichen glaubens, deren anteil stetig steigt.
ihnen eine religionsausübung mit imamen zu ermöglichen, die sich klar zu westl. werten bekennen udn die staatl. aufischt unterliegen (was als rechtgläubiger moslem ohnehin sehr schwer ist-da es fundamentale unterschiede gibt) ist ein fortschritt gegebnüber unüberprüfbaren von ausländischen regierungen abhängigen/gegängelten imamen oder gar hinterhofmoscheen mit hasspredigern.

mfg
s.

5 0

Re: ich glaube NICHT, daß österreich

genau auf den punkt gebracht

Gast: gast45
24.01.2012 09:18
15 0

ganz einfach ..

predigt jemand etwas das gegen die menschenrechte oder die gesetze verstoest, dann ist er wie es das gesetz vorsieht zur verantwortung zu ziehen ..und wenn frauen zwangsverheiratet werden, dann ist halt wegen erpressung, nötigung oder was halt das gesetz vorsieht anzuklagen .....

Antworten Gast: hollodaro
24.01.2012 12:42
5 0

Re: ganz einfach ..

de jure ... mögen Sie Recht haben.

de facto ... passiert das aber nicht.

LNLN
24.01.2012 08:51
35 6

Danke!

Danke für die tolle Entwicklung in diesem Land liebe SPÖ/ÖVP/Grüne!

32 4

Re: Danke!

Nach der nächsten Wahl ist Schluss mit diesem Irrsinn!

Antworten Antworten Sam Lowry
24.01.2012 12:42
1 9

Re: Re: Danke!

Muslime in Österreich sind Fakt. Das kann einem gefallen oder nicht, aber es gibt sie.

Europa muss den islamischen Fundamentalisten einen aufgeklärten Islam entgegen setzen und fördern. Diese Initiative geht genau in diese Richtung.

Mich würde konkret von Ihnen interessieren, WIE nach der nächsten Wahl Ihrer Meinung nach dieser Irrsinn beendet wird.

Antworten Antworten Hirschmugl
24.01.2012 12:04
3 14

Re: Re: Danke!

Wieso ? Verschwinden dann die Rechtsnationalen endlich in der Versenkung?

5 0

Re: Re: Re: Danke!

Ganz das Gegenteil wird der Fall sein, und langsam glaube ich, daß das gut ist.

Antworten Antworten Antworten Gast: gasteiner
24.01.2012 12:36
14 0

Re: Re: Re: Danke!

@ hirschmugl

bei allem respekt glaub ich doch eher, dass die linksradikalen wirrköpfe verschwinden werden ;) sind es schließlich sie, die dieses dilemma jahrzehnte lang verschleppt haben und alles diffamiert wurde was auch nur einen mucks gegen diese bedenkliche entwicklung parat hatte

Antworten Antworten Antworten Gast: hansee
24.01.2012 12:28
1 0

Re: Re: Re: Danke!

schaun Sie sich die Gesetzgebung von Rot,Schwarz an dann wissens was Rechts ist.

Ferrum
24.01.2012 08:41
17 3

Grundsätzlich

ist das schon ein ganz guter Ansatz, etwas Geld in die Hand zu nehmen und damit die Ausbildung eigener Leute zu betreiben (die hier aufgewachsen sind und bereits ein Interesse an einer europäischen lebensart entwickelt haben), anstatt sich von irgendwlechen Atib'schen Hinterhofhetzern die Integrationsbemühungen zerstören zu lassen. Es sind letztlich nicht die Probleme der Moslems, die man damit zu lösen versucht, sondern unsere Probleme mit ihnen.

Gast: bildungsexperte
24.01.2012 08:09
29 4

staatlich geprüfte märchenerzähler

ist es das, was die politiker unter bildungsoffensive verstehen: die heranbildung von staatlich geprüften märchenerzähler? eine wirklich gute investition in die zukunft!

Gast: Defender
24.01.2012 07:15
41 8

In islamischen Ländern

werden Christen verfolgt und getötet und
Österreich will Imame ausbilden?
Das ist doch schon krank!

Antworten Sam Lowry
24.01.2012 12:44
0 7

Re: In islamischen Ländern

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

antegen
24.01.2012 06:42
31 2

Religion ist Privatsache!

Warum sollen wir Steuerzahler für islamische Indoktrinierung aufkommen?

Ebenso ist nicht einzusehen, warum andere ideologische Theologiestudien und ideologischer Religionsunterricht (z.B. katholisch oder evangelisch) mit Steuermitteln finanziert werden.

Antworten Gast: Gedankenblitz
24.01.2012 08:45
10 0

Re: Religion ist Privatsache!

Warum nicht eine "Moscheensteuer" analog zur "Kirchensteuer" wie bei diversen Christen einführen, das wäre ein Beitrag zur "Steuergerechtigkeit". Damit ließe sich vieles in dem Bereich finanzieren und dem Verursacherprinzip würde auch Rechnung getragen.

Gast: Na und?
24.01.2012 06:10
33 3

Jetzt eine Frage:

Auf welche ganz spezifischen Probleme stoßen Moslems in Österreich?!

Wem es nicht passt, kann ins Gelobte Land Saudi-Arabien, Iran und viele andere islamische Länder gehen.

Schuld sind unsere Politiker, die zu feig sind, bedingungslose Assimilation zu fordern. Außerdem ist die "Elite" zu faul, die eigenen Bürger beim Kindermachen zu unterstützen.

Statt dessen werden jede Menge Leute hereingeholt in der Hoffnung, das wird schon was...

20 1

so wird unser steuergeld verschwendet

bis zur wahl. wer da der gewinner und nutzniesser dieser misere sein wird, steht schon fest

Sarazzin, sei ruhig.

Wird ein Imam im Ausland ausgebildet, habt ihr alle Angst vor Radikalen. Wird er in Österreich ausgebildet, um solch politische Strömungen kontrollieren zu können, ist es auch nicht recht.
Also was jetzt??

 
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