Muzicant, die laute, jüdische Stimme

04.02.2012 | 18:23 |  von RAINER NOWAK (Die Presse)

14 Jahre lang war Ariel Muzicant als Präsident an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde: In diesem Job zeigte er auch ein neues, gesundes Selbstbewusstsein von Österreichs Juden. Geht er nun wirklich?

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Er kann nicht aufhören. Dieser Satz war in den vergangenen 14 Jahren sehr oft über Ariel Muzicant zu hören. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde prägte in diesen Jahren nicht nur Politik und Entwicklung der jüdischen Gemeinde Österreichs, sondern stand mit seinen Forderungen, Warnungen und Aussagen häufig im Mittelpunkt der innenpolitischen Debatten. Es waren vor allem die emotionalen Reaktionen, seine mitunter lautstarken Auftritte, seine drastischen Formulierungen und das neue Selbstbewusstsein des Vertreters der österreichischen Juden, deren Zahl durch den Holocaust auf heute unter 10.000 geschrumpft ist. Eigentlich will Muzicant in wenigen Tagen oder Wochen aufhören und zurücktreten. Sein Stellvertreter Ossi Deutsch soll zur nächsten Wahl im November antreten. Mit Psychiater Martin Engelberg tritt allerdings erstmals seit Längerem ein Gegenkandidat mit guten Chancen an.

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Dass sich Muzicant seinen Rücktritt noch einmal überlegen könnte, hätte weniger mit der innerjüdischen Situation denn mit einem alten Gegner zu tun: Heinz-Christian Strache forderte vor wenigen Wochen Muzicant vor johlenden FPÖ-Anhängern zum Rücktritt auf. Die Auseinandersetzung mit FPÖ-Politikern hat zwar zuletzt immer häufiger der Generalsekretär der Gemeinde, Raimund Fastenbauer, übernommen, aber einen hingeworfenen Fehdehandschuh nimmt Muzicant meist auf. Das war schon immer so.

Zank mit der FPÖ

Denn der Streit mit den Freiheitlichen prägte die Ära Muzicant: Schon kurz nach seinem Antritt 1998 lieferte sich Muzicant ein heftiges Gefecht mit dem damaligen FPÖ-Politiker Peter Sichrovsky, der selbst aus einer prominenten jüdischen Familie stammt. Vor der schwarz-blauen Wende warnte Muzicant lautstark, mit Jörg Haider hatte er eine heftige Auseinandersetzung wegen dessen Ariel-Waschmittel-Geschmacklosigkeit. Deswegen wurde Muzicant 2001 im Wiener Wahlkampf sogar zu einer Symbolfigur, Grüne und SPÖ beklatschten ihn am Wahlabend. Aus seiner Nähe zur Linken hatte der erfolgreiche Immobilienunternehmer nie einen Hehl gemacht. Dennoch hielt er – von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet – auch guten Kontakt zu ÖVP und Regierungsmitgliedern der FPÖ oder besser: des BZÖ. Mit Susanne Riess-Passer etwa hatte er eine gute Gesprächsbasis.

Wichtiger war Muzicant und seine Ära aber ohnehin in anderer Hinsicht. Seine mitunter lautstarken Tiraden und heftigen Formulierungen bewiesen nicht zuletzt eines: Der Mann strahlte plötzlich ein völlig neues Selbstbewusstsein aus. Er war der erste Chef der österreichischen Juden, der nach dem Holocaust auf die Welt gekommen war. Er haute auf den Tisch, stellte klar, dass die Gemeinde und tausende jüdische NS-Opfer keine oder zu geringe Entschädigungszahlungen für ihr von NS-Schergen oder normalen Nachbarn geraubtes Vermögen bekommen hatten.

Entschädigungszahlungen für Opfer

Bei Vorgängern von Muzicant wie Paul Grosz hatte man stets das Gefühl gehabt, sie würden sich bewusst zurückhalten, um unter keinen Umständen das schwierige Verhältnis zwischen Opfern und Tätern, zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Österreichern zu gefährden. Muzicant kümmerte das kaum, er erstritt während der Wende-Regierung-Schüssel im Fahrwasser internationaler Sammelklagen und lauter US-Opfer-Anwälte Entschädigungszahlungen für die österreichischen Opfer. Muzicant nannte das Argument, sein lautes, polterndes Auftreten könnte Antisemitismus erzeugen, das, was es war und ist: antisemitisch.

In den Verhandlungen um eine Entschädigungslösung zeigte sich zumindest, dass Muzicant, der an der Spitze seiner Columbus-Immobilien schon mehrere Millionendeals verhandelt und erfolgreich beendet hatte, enorm unter Druck stand: Seine Entscheidung, das Washingtoner Abkommen nicht zu unterschreiben, sondern nur zu paraphieren, verärgerte nicht nur Schüssel, sondern verwunderte auch die US-Verhandler wie Staatssekretär Stuart Eizenstat. Dennoch war dies der größte außenpolitische Erfolg Schüssels und die wichtigste Etappe Muzicants, seine Gemeinde wieder auf finanziell solide Beine zu stellen: Er hatte seit Beginn seiner Amtszeit den Schuldenberg abgetragen und versuchte, das strukturelle Defizit in den Griff zu kriegen. Die öffentliche Hand übernahm zum Teil die laufenden Infrastrukturkosten, etwa für die Sicherheit.

Die Entschädigungszahlungen für die geraubten Vermögenswerte investierte die Gemeinde auch in neue, nicht unumstrittene Projekte: etwa den Bau eines großen sozialen Zentrums mit Altersheim und Bildungseinrichtungen nahe der Südosttangente am Handelskai. Nicht unumstritten auch sein Führungsstil: Autoritär nannten ihn seine Kritiker, effizient seine Anhänger. Seit Jahren gibt er immer wieder zu bedenken, dass er und andere in seiner Einkommensklasse zu wenig Steuern zahlen würden: Als Berater von Werner Faymann dürfte er für die volle Besteuerung von Spekulationsgewinnen von Immobilien verantwortlich sein. Zumindest bestätigt das Faymann.

Faible für Geschichte

Privat ist Muzicant stolz, dass sein Sohn das Immobilenimperium übernahm; ganz aussteigen wollte er allerdings auch nicht. Und der in Haifa gebürtige Wiener, der einst das Lycée Français besuchte, hat ein Faible für Geschichte: Egal ob es sich um Faymann oder Ex-Vizekanzler Josef Pröll handelt, auf offiziellen Israel-Reisen spielt Muzicant wie selbstverständlich den Reiseführer, der kaum zu stoppen ist. Muzicant redet gerne, das mochten und mögen die Medien, zu denen er ebenfalls ein ambivalentes Verhältnis hat. Trotz seiner direkten, heftigen Ansagen war er immer wieder verwundert, wie plakativ seine Aussagen in den Zeitungen vorkamen.

Viele in der Gemeinde glauben, dass Muzicant die Macht ohnehin nicht abgeben würde und dass er neben seinem designierten Nachfolger als Präsident Ossi Deutsch ohnehin weiter die Fäden ziehe. Er meinte im Gespräch mit der „Presse“ einmal, er würde in der Pension gerne „etwas Historisches“ machen, etwa ein Archiv ordnen oder leiten. Sein langjähriger Traum eines Museums der jüdischen Geschichte und der Shoah wurde bisher nicht realisiert. Aber das muss nichts heißen. Muzicant gibt nämlich nie auf.

Ariel Muzicant

1952 in Haifa, Israel geboren.

Seit 1956 lebt Ariel Muzicant in Wien.

1976 schloss er seine akademische Ausbildung mit einer Promotion in Medizin ab und trat in das Immobilienmaklerbüro seines Vaters ein.

1998 wurde er zum Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien gewählt und 2004 sowie 2008 bestätigt. Er trat die Nachfolge von Paul Grosz an. Darüber hinaus ist Muzicant Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes.

Seit 2009 betreibt Muzicant die Webseite „Kellernazis in der FPÖ“.

2012 will er sich aus der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien zurückziehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2012)

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  • Viele Klagsdrohungen, kaum Urteile

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65 Kommentare
 
12

Geschichtskenner?

Er müsste vielmehr die von ihm andauernd für andere geforderten "Lehren aus der Geschichte" für sich selbst ziehen.
Ob den Mann nun (nachvollziehbare) Wut über die Vergangenheit treibt oder nur die Mediengeilheit, vermag ich aus der Entfernung nicht zu beurteilen.
Allerdings, A.M. ins Stammbuch geschrieben:
Einem Strache ist mit derselben Rhetorik nicht beizukommen; das muss scheitern - deshalb, weil die Öffentlichkeit sich an der Aggressivität stoßen mag, die sich auch in der Syntax & Inhalt nicht wesentlich von den angegriffenen Blauen unterscheidet, vor allem aber, weil diese es ertens nicht verstehen und zweitens dies sofort wieder gegen die Kultusgemeinde einsetzen. "reframing" nennt das der Wissende. Strache hat bei seinen Kursen gut aufgepasst. Er baut zwar einen Schwachsinn auf, den aber handwerklich gut; leider.

Es ist

beschämend das Muzicant (das Herr lasse ich bewußt weg) die wiederlichen Gewaltexzesse bei dem Ball mit keinem Wort verurteilt hat.
Das zeigt auch von Menschenverachtung!

Gast: Wir hier
07.02.2012 16:27
4

völlig egal

Ist es zulässig, wenn mir der Hr. Muzikant simpel und einfach VÖLLIG EGAL ist?
Oder muss mir der wichtig sein?
Also, ich bin mir sicher, dass muss er nicht - der interessiert mich Nüsse.

Gast: Wir hier
07.02.2012 16:18
1

Kritikfreistellung?

Komisches Wort!
Es muss möglich sein, JEDEN zu kritisieren.
Ein Land wie Österreich sollte das aushalten.

Gast: Analyst
06.02.2012 08:07
11

Es wäre schön, wäre Muzicant....

... auch in Richtung Israel so engagiert und würde dessen dauernden Rechtsbruch kritisieren und die Nichtbefolgung internationaler Resolutionen anprangern.

Gast: Pensador
05.02.2012 19:39
21

Wie weit geht die Kritikfreistellung?

Auffallend wenige Kommentare, nicht?
Das liegt nicht daran, dass es sie bei einer so exponierten Persönlichkeit wie Ariel Muzicant nicht gibt.
Sie erscheinen nur hier nicht, weil diese Person weitgehend kritikfrei gestellt ist.
Das geht sogar so weit, dass es zensuriert wird, wenn man Martin Engelbert als wesentlich besser für den Präsidentenposten geeignet sieht als den Dauerprovozierer Muzicant.

Antworten Gast: unzensiert
05.02.2012 20:33
12

Re: Wie weit geht die Kritikfreistellung?

nach paul grosz kam nicht besseres nach

Re: Re: Wie weit geht die Kritikfreistellung?

zu Zeiten von Paul Grosz konnte man noch angstlos Fritz Grünbaum zitieren (Gedichte und Monologe aus dem Repertoire- "der Gast" fällt einem da ein - zum zerfetzen lustig) und köstliche jüdische Witze erzählen - und herzlich darüber lachen.
Diese Zeiten sind leider vorbei.
es ist kalt geworden.
Seit Musikant schrammt man am Häfen vorbei wenn man Grünbaum vorliest...

wie wahr...


Paul Grosz

***Als Österreicher wünschte er sich, dass der kritische Umgang mit der Geschichte „vom Lippenbekenntnis zur Selbstverständlichkeit“ werde und dem „Prinzip der demokratischen Grundhaltung“, von dem so oft gesprochen werde, Geltung verschafft werde.[1]***
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Grosz

Gast: allkarl
05.02.2012 18:15
24

da fließt wieder Geld

"Als Berater von Werner Faymann dürfte er für die volle Besteuerung von Spekulationsgewinnen von Immobilien verantwortlich sein. Zumindest bestätigt das Faymann".
Zuerst war mir nicht klar, warum Muzikant das macht. Dann die Erleuchtung:
Diese "Spekualationssteuer", die im übrigen jeden Besitzer eines Wochenendhäusels oder jedes Kleingartens trifft, auch wenn er die Immobilie vor 50 Jahren erworben hat, treibt die Immobilienpreise nach oben. Und Muzikant kassiert dann mit seiner Realitätenvermittlung natürlich noch höhere Provisionen als bisher ......

Re: da fließt wieder Geld

Ich glaube da täuschen sie sich, es geht hier nicht um Provisionen, muszikants Firma verdient durch immobilienspekulationen weit mehr als durch provisionen. Was mich allerdings stutzig macht ist das neue Gesetz, weil auch der umkehrschluß Spekulanten begünstigt, wenn nämlich bisher ein immobilieninvestor innerhalb der 10 jahre verkauft hat dann mußte er je nach Einkommen bis zu 50% Steuer vom Gewinn zahlen. Mit dem neuen gesetz werden jetzt auch die Spekulanten begünstigt und bezahlen nurmehr generell 25% Dann ist das Gesetz natürlich für Investoren und Spekulanten eine Verbesserung und wird nur eine Verschlechterung für die privaten bringen die sich z.b eine Wohnung als altersvorsorge gekauft haben und dann beim Verkauf 25% vom Gewinn abführen müssen. Wenn dem so ist dann ist das eine unfassbare Frechheit uns das als Belastung zu verkaufen!

Antworten Gast: geoopster Heike
05.02.2012 19:27
8

Das ist sehr falsch, Sie Experte

Wenn im Privatvermögen gehaltene Immobilien veräußert werden, ist dies normalerweise einkommenssteuerrechtlich irrelevant. Diese Veräußerungsgewinne werden von keiner der Einkunftsarten des Einkommenststeuergesetzes erfasst.

Ausnahmsweise gibt es jedoch eine Steuerpflicht für Veräußerungsgewinne. Nämlich dann, wenn die Spekulationsfristen nicht eingehalten werden. Spekulationsgewinne zählen zu den "sonstigen Einkünften" und werden mit dem normalebn durchschnittlichen Steuersatz belastet.
http://www.immobilien.net/fin/Fuer-Private/Spekulationssteuer/3/60/207/1520/article.aspx
Wenn man das Objekt in den letzten 2 Jahren als Hauptwohnsitz benutzt hat, fällt keine Spekulationssteuer an.

Was unterliegt der Spekulationsbesteuerung?
http://www.bmf.gv.at/Steuern/Brgerinformation/Spekulationseinknfte/_start.htm

*kopfschüttel*

erlaubt? nicht erlaubt?

ist es jetzt eigentlich rechtsradikal, Herrn Muzicant äusserst unsympatisch zu finden ?

Antworten Gast: lechtsrinks67890
07.02.2012 12:45
4

Re: erlaubt? nicht erlaubt?

wieso?muzicant hat selber die ausländer als "die neuen juden"bezeichnet.
das stellt ihn selber sehr nach rechts.

Re: erlaubt? nicht erlaubt?

Aber nein. Auch Karl Lueger und seine Nachfolger in der ÖVP, die den Dollfuß aufgehängt haben, würden so empfinden.

10

...würden so empfinden.

...oder vielleicht auch völlig apolitische Personen, denen Rassimus völlig fremd ist, aber lediglich guter Geschmack über alles geht.

18

Re: Re: erlaubt? nicht erlaubt?

Der Umkehrschluss, dass Juden per se sympathisch sein müssen wäre aber auch eine Zumutung.

18

Re: erlaubt? nicht erlaubt?

nein - es ist radikal ehrlich.

Gast: Gast486
05.02.2012 14:15
43

Was mir dazu einfällt

1. Ein sozialistischer Politiker
2. Seine niveaulose Art war im letzten Club2 erschreckend
3. Ein IKG-Chef der sich auf die Seite der brutalen linken Schläger von RotGrün (die auch Juden angegriffen haben) stellt hat wohl die falsche Seite vertreten:

OT - Leserbrief von einer deutschen Studentin zum WKR-Ball

Sehr geehrte Redaktion,

Ich bin eine 23-Jährige Studentin aus Berlin und habe auf Einladung meines Freundes gemeinsam mit meiner 17-Jährigen Schwester am vergangenen Freitag am WKR-Ball in der Wiener Hofburg teilgenommen. Wir lieben Wien seit vielen Jahren – vor allem für die Gastfreundschaft, die wir in der österreichischen Hauptstadt früher erfahren durften. Wir schätzen die großartige Kultur Ihres Landes, besonders die einzigartige Balltradition. Wir haben auch eine familiäre Bindung an Wien, weil unsere Vorfahren vor langer Zeit hier zuhause waren bis sie als Juden unter Kaiser Leopold das Land verlassen mussten ...

Als Enkeltochter eines unbescholtenen Bürgers, der wegen seiner jüdischen Abstammung von den Nazis in ein Zwangsarbeitslager verbracht und nach dem Krieg offiziell zu einem rassisch verfolgten Opfer des Nationalsozialismus...
Leider bemühten diesen geschichtsfernen und die Opfer verhöhnenden Vergleich auch Vertreter der jüdischen Gemeinde wie Herr Dr. Ariel Muzikant, der es eigentlich besser wissen müsste und wo ich mich fragen muss, welche Ziele er eigentlich verfolgt...

http://www.andreas-unterberger.at/2012/02/vom-faulen-reform-zauber/

29

Re: Was mir dazu einfällt II

...Ich kenne die politische Situation in ihrem Land nicht so genau, ich kann nicht bewerten, wieso die Gegendemo zu einer friedlichen Tanzveranstaltung so eskalieren konnte. Ich weiß nur, dass Menschen, die sich „Gegen Faschismus“ auf die Fahne schreiben, gewalttätig und menschenverachtend auf andere Menschen, die sie nicht kennen, über deren Lebensumstände und Haltungen sie nichts wissen, vorgegangen sind. Verhetzt aufgrund von Klischees und Vorurteilen. Ich frage mich, welche Seite an diesem Abend der Definition des Faschismus näher gekommen ist.
Noch einmal: Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind aus meiner Sicht generell abzulehnen. Und dennoch konnte auch ich am vergangenen Freitag in Wien nicht anders als Herr Strache – ausgegrenzt, angefeindet und bespuckt meinte ich doch nachvollziehen zu können, wie sich mein Großvater vor 70 Jahren gefühlt haben mag.

Antworten Antworten Gast: neinhiersindsiefalsch
05.02.2012 20:49
0

Re: Re: Was mir dazu einfällt II

sie meinen den 'antifaschistischen schutzwall' von walter ulbricht? nein, hier ist nicht die ddr (die es nicht mehr gibt). hier ist österreich.

31

continue...

...Als wir am Abend des Balls in der Wiener Innenstadt ankamen, bot sich uns ein verheerendes Bild. Wir wurden von aggressiven Demonstranten angespuckt, wie im Wahn hat man Damen die Ballkleider heruntergerissen, mein Freund wurde wie viele andere Korporierte tätlich angegriffen, indem ihm in den Rücken getreten wurde, es flogen Steine und Flaschen in unsere Richtung, ebenso wurde Pfefferspray auf uns versprüht. Überall diese bedrohlichen „Anonymous“-Masken, Vermummungsverbot gilt für Linke in Ihrem Land offenbar nicht. Einer der Angreifer rief mir zu, er würde „mich aufschlitzen“ wollen. Ich fühlte mich wie noch nie zuvor in meiner Sicherheit bedroht, in meiner Menschlichkeit verfolgt. Ich wundere mich zudem über die österreichische Presse, die diese Tatsachen unterschlägt und nach wie vor von einer „friedlichen Demonstration“ spricht.

Antworten Antworten Gast: fotomat
06.02.2012 15:09
1

Re: continue...

fotos bitte

Schrecklich,

Ihre geschilderten Erlebnisse werden Sie doch sicher sogleich beim nächsten Polizeiwachzimmer zur Anzeige gebracht haben?

Gast: 5v6
05.02.2012 14:10
40

Abschied nach Extremistengewalt

Muzicant musste soeben selbst eingestehen, dass er Speerspitze eines Protests mit gewalttätigen Extremisten war. Er ist eindeutig rücktrittsreif, seine Eskalationsstrategie gegenüber den Freiheitlichen hat das Ansehen der Kultusgemeinde schwer geschädigt.

 
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