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Korruptionsvorwurf: Spannungen im Vatikan

05.02.2012 | 11:35 |   (DiePresse.com)

Erzbischof Carlo Maria Vigano wirft dem Vatikan Misswirtschaft und Freunderlwirtschaft vor. Das Governatorat weist die Vorwürfe zurück.

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Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption in der Verwaltung des Vatikan sorgen derzeit für Spannungen in der römischen Kurie. Das vatikanische Governatorat hat in einem Schreiben Vorwürfe der Korruption und Freunderlwirtschaft zurückgewiesen, die von seinem ehemaligen Generalsekretär, Erzbischof Carlo Maria Vigano, erhoben wurden. Als stellvertretender Verwaltungschef des Governatorats, der Staatsverwaltung des Vatikanstaates, war Vigano zwischen 2009 und Herbst 2011 im Amt.

In zwei Briefen an Papst Benedikt XVI. hatte der Erzbischof im März und Mai 2011 von "Korruption und Machtmissbrauch in der Verwaltung vieler Abteilungen" gesprochen. Außerdem berichtet Vigano dem Papst, dass der Vatikan große Summen einem Superkomitee von Bankern anvertraut habe, die damit eigene Interessen verfolgten. Seine Briefe an das Kirchenoberhaupt kosteten dem Erzbischof die Stelle, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Sonntag-Ausgabe). Der Erzbischof wurde im vergangenen Herbst nach Washington versetzt, wo er jetzt als Nuntius tätig ist. Vigano klagte, dass seine Versetzung mit seinen Vorwürfen zusammenhänge.

Über Viganos Briefe an den Papst berichtete kürzlich der italienische Privatsenders "La7" in einer Reportage, die hohe Wellen schlug. In einem Kommunique vom Samstag wies das Governatorat die Vorwürfe der Misswirtschaft und der Korruption zurück. Die Leitung der vatikanischen Staatsverwaltung verwarf die Veröffentlichung von Viganos Briefe an den Papst. Sie würden in der Öffentlichkeit den Eindruck wecken, dass das Governatorat kein verantwortungsbewusstes Verwaltungsorgan, sondern eine unzuverlässiges Amt "im Griff obskurer Kräfte" sei, hieß es im Schreiben. Die aufgestellten Behauptungen beruhten auf "falschen Einschätzungen und unbegründeten Ängsten", wie eine gründlicher Überprüfung gezeigt habe, verlautete aus dem Governatorat.

"Kontrollmechanismen gegen Geldwäsche"

"Im Finanzbereich bemüht sich der Heilige Stuhl nach Kräften, um seine Einrichtungen in die internationalen Kontrollmechanismen gegen Geldwäsche, Organisierte Kriminalität und Terrorismus einzugliedern. Nach wie vor gibt es ungerechtfertigte Anschuldigungen gegen vatikanische Finanzinstitutionen, besonders gegen die Vatikanbank IOR", sagte Vatikan-Sprecher, Federico Lombardi, laut Radio Vatikan. "Eine Reihe neuer Normen wird die Aktivitäten im Dienst an der Kirche immer effizienter auf Transparenz und Sicherheit ausrichten. Der Weg ist lang und schwierig, aber die Route ist klar und der Wille entschieden. Dem Zeugnis für das Evangelium kann das nur dienen."

(APA)

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19 Kommentare

zur Gebahrung der Bank des Vatikans


Vatikanbank: "Gottes Banker" im Visier der Justiz http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/596420

23 Millionen Euro von Vatikanbank beschlagnahmt
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/596076

Skandal: Vatikanbank im Visier der Geldwäschejäger http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/570585

Vatikanbank: Die Geldwäscher Gottes
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/511089

Warum musste der „Bankier Gottes“ sterben?
http://diepresse.com/home/panorama/welt/309604



Antworten Gast: trag´ was bei
07.02.2012 07:20
1 1

Re: zur Gebahrung der Bank des Vatikans

lesenswert. erschreckend.

Erich Bahn
06.02.2012 11:50
7 2

Weit hat es die Amtskirche gebracht

"Im Finanzbereich bemüht sich der Heilige Stuhl nach Kräften, um seine Einrichtungen in die internationalen Kontrollmechanismen gegen Geldwäsche, Organisierte Kriminalität und Terrorismus einzugliedern."

Heißt dies, dass über Jahre, vielleicht Jahrzehnte solche kriminellen Verbindungen Bestand hatten?

Wurde gar mit unseren Kirchenbeiträgen mit der Mafia zusammengearbeitet?

Was alles an verbrecherischen Aktivitäten die 2000 Jahre geschehen sind, sie sind für mich Beweis dafür, dass mein Glaube der richtige ist.

Sonst hätte die Botschaft Jesu heute keinen Bestand mehr.

Gast: gast45
06.02.2012 10:35
5 2

ja mei

supersauber halt, wie in den letzten 2000 jahren halt :-)

Focus auf Glauben und Vatikan ---

Na , da tut man doch dem Vatikan einen Gefallen, wenn der Focus darauf gerichtet wird - und das sogar mit einem Schmarrn dieser Art, der einem treuen Gläubigen am Dingens vorbei geht.

Kyniker
05.02.2012 20:13
19 3

@ „In zwei Briefen an Papst Benedikt XVI. hatte der Erzbischof im März und Mai 2011 von "Korruption und Machtmissbrauch in der Verwaltung vieler Abteilungen" gesprochen.“






und Papst Benedikt hat – wie bei den Pius-Brüdern und den Missbräuchen – sicher wieder nix gewusst…






Antworten Gast: nachahmungstäter
06.02.2012 07:37
2 1

Re: @ „In zwei Briefen an Papst Benedikt XVI. hatte der Erzbischof im März und Mai 2011 von "Korruption und Machtmissbrauch in der Verwaltung vieler Abteilungen" gesprochen.“



hab auch ein paar leerzeilen gemacht

empirius
05.02.2012 19:27
5 2

Religion ist unredliches Abzocken der Gläubigen!

für die die es interessiert, der vatican ist was er ist:

http://www.youtube.com/watch?v=MkaIN71cd5g&list=UUSzVwhxdRxRTwjBUfXBZQoQ&index=4&feature=plcp

Gast: CL
05.02.2012 17:31
13 4

Wer interessiert sich denn noch

für diese unattraktiven, bigotten, alten, verlogenen Flach-Männer!?

Ein Christus-Träger sieht anders aus!

Antworten Gast: KEL
05.02.2012 18:38
4 5

Prima!

also dann selbst ans Licht und die Leute werden dir folgen, wenn du ein solcher bist.

37 4

Ein Papst,

der "seine" Kirche in den entscheidenden Punkten nicht weiter bringt (Ökumene, Zulassung von verheirateten Männern und Frauen zum Priesteramt), der wird wohl vergeblich auf die Hilfe Gottes warten, wenn es darum geht die Kirche zukunftsfähig zu gestalten.

Was bleibt, sind innerkirchliche Streitigkeiten, sowohl im finanziellen Bereich als auch in Glaubensfragen, wo Teilorganisationen wie Opus Dei, Neochatechumenale Bewegung und sogar die Piusbrüder fröhliche Urstände feiern.

Antworten Gast: Jasonas
05.02.2012 18:35
4 17

Was die Ökumene betrifft, ist die Arbeit

und der Erfolg des Papstes hinsichtlich seiner ökumen.Bemühungen sehr intensiv und gut. Offensichtlich meinen sie aber unter Ökumene vor allem die Ergebnisse mit den Lutheraneren. Die ohnehin sehr weit vorangebrachten Bemühungen und bisherigen erfolgreichen Schritte, lassen sich aber nur dort voranbringen, wo auch auf der anderen Seite dieses Bemühen vorhanden ist und kann sicher nicht darin bestehen, dass dies mit der Lutheranisierung der kath.Kirche endet.

Die Zulassung Verheirateter wäre zwar eine Möglichkeit, aber es ist der kath. Kirche auch zuzugestehen, dass sie sich bis jetzt vor allem davon leiten lässt, dass sie nur jenen das Priesteramt zuteilt, die nach den Worten Jesu, um des Himmelreich willens unverheiratet sind, weil sie damit ihr ganzes Leben zur Verfügung stellen.

Nun mag man nicht zu Unrecht fragen, ob diese Ganzhingabe bei jedem Priester wirklich noch der Fall ist, auch dann, wenn er unverheiratet ist. Den Eindruck könnte man bei manchen schon gewinnen und insofern ist das ein Zwiespalt, wenn man das Eine betont und das Andere, was auch zu einem Leben der Ganzhingabe gehört, recht unbeanstandet akzeptiert.

Vielleicht wäre es tatsächlich besser mehr auf Ausbildung, Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit einer Person zu achten, als darauf, ob unverheiratet, anderseits ist es keine Frage von "entweder so oder so", sondern eine Frage der Ganzheitlichkeit.

30 2

Re: Was die Ökumene betrifft, ist die Arbeit

Ihr Beitrag zeigt, dass Sie sich ernsthaft mit meinen Gedanken auseinandergesetzt haben.

Aber glauben Sie wirklich, dass Jesus Christus eine "Priesterkirche" gründen wollte? Oder ginge nicht auch ganz klar aus den Texten des Evangeliums hervor, dass beispielsweise die Feier der "Eucharistie" nicht unbedingt Priestern vorbehalten ist. Der Auftrag: "Tut dies zu meinem Gedächtnis" erging jedenfalls nicht an Priester, sondern an eine gemischte Tischgesellschaft bei der selbstverständlich auch Frauen anwesend waren.
Und dass dieser Papst die einst abtrünnigen Piusbrüder wieder zurückgeholt, ihnen sogar die Meßfeier im tridentinischen Ritus erlaubt, das ist doch ein Rückfall weit hinter das Konzil des Papstes Joh. 23. So kann es mit der Ökumene mit Sicherheit nichts werden.

Gast: vergilius
05.02.2012 15:11
6 19

hatten wir nicht diesen bericht erst vor einigen wochen?

dasselbe thema ein paar mal verbraten bringt sicher mehr zugriffe auf die seite, gell? durch wiederholung werden vorwürfe auch nicht wahrer.

Gast: Johann S
05.02.2012 14:30
6 3

Vermutlich

gibt es da unten jede Menge Pharisäer ,unter den so ehrwürdigen Herren.

parapente
05.02.2012 14:00
13 2

Das Buch "Vatikan AG" lesen!


Gast: Saiffenstayn
05.02.2012 13:14
38 5

wohin soll ich mich wenden,

wenn Gram und Schmerz mich drückt ....

dieses autortäre System, dass sich am meisten davor fürchtet ins Licht der Öffentlichkeit zu kommen,
dient nicht dem "Evangelium" sondern der eigenen Eitelkeit und eigenen Machtgelüsten

"Vater unser, ....
führe uns nicht in Versuchung,
UND BEFREIE UNS VON DEM ÜBEL.
Amen. """

Antworten Gast: gast45
06.02.2012 10:40
4 3

Re: wohin soll ich mich wenden,

na sie sind aber ein schlingel .. den heiligen stuhl mit luzifer via das vaterunser gleichzusetzen :-):-)

Antworten Antworten Gast: _gast_
06.02.2012 20:53
1 3

Re: Re: wohin soll ich mich wenden,

leider eine gelungene und treffende Aussage :o)