26.05.2012 03:47 | Meine Presse Merkliste 0

Aschermittwoch: Ein Fasttag als Beginn der Bußzeit

22.02.2012 | 00:01 |   (DiePresse.com)

Asche und Fastentücher stehen für den Beginn der kirchlichen Fastenzeit. Ein opulenter Heringsschmaus verträgt sich aus Sicht der Kirche nur schwer mit dem Aschermittwoch.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die kirchliche Fastenzeit. Er ist somit der erste Tag der österlichen Bußzeit und nicht der letzte des Faschings. In der Einführung in das römische Messbuch heißt es: "Am Aschermittwoch, der überall als Fastentag zu halten ist, wird das Aschenkreuz erteilt." Ein opulenter Heringsschmaus verträgt sich daher aus Sicht der Kirche nur schwer mit dem Charakter dieses Markierungspunktes im Jahreslauf.

Das Zitat aus dem Messbuch weist aber auch auf einen weiteren Brauch dieses Tages hin, den Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies - aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist"

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium" lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen des Aschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

Altarbild wird mit Fastentuch verhüllt

1000 Jahre alt ist der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Mehr als die Hälfte der österreichweit erhaltenen Fastentücher befindet sich in Kärntner Pfarren. Das älteste Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk und ist auch das größte in Österreich.

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich von der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm.

Weil früher an Sonntagen nicht gefastet wurde, werden diese auch heute nicht bei der Zählung der 40 Tage berücksichtigt.

Papst-SMS und Autofasten

Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt die Fastenzeit als geistlichen Weg bezeichnet. Vor rund 7500 Pilgern und Besuchern in der "Aula Paolo VI." sagte er: "Die Fastenzeit oder österliche Bußzeit will uns dazu helfen, unsere Freundschaft mit Gott tiefer zu leben, nicht aus eigener Leistung und nicht allein, sondern im Hören, im Voneinander und Füreinander eines gemeinsamen Weges des Glaubens und Betens, indem wir auch die Alternative begreifen lernen und lernen, dass das scheinbar Glanzlose das Wahre und das Gute ist. Gott kommt durch Menschen zu den Menschen."

Die katholische Kirche in Österreich bietet in der Fastenzeit heuer wieder eine SMS-Aktion mit Papstgedanken an. Bis zum Karsamstag erhalten Interessierte an den 40 Tagen der Fastenzeit kostenlos ein SMS mit Zitaten von Benedikt XVI, berichtete die Kathpress. Dabei handelt es sich um Worte aus Reden und Predigten vor allem des vergangenen Jahres sowie aus früheren Schriften. Die Anmeldung zur Aktion erfolgt über das Mobiltelefon durch eine SMS mit dem Kennwort PAPST an die Telefonnummer 0664/6606651.

Die Umweltreferenten der katholischen und evangelischen Kirchen haben zum Autofasten bis Ostern aufgerufen. Zum Start am Aschermittwoch gab es in Salzburg, Linz, Innsbruck und Wien für im Stau stehende Pendler Bioäpfel und Folder, die zum Umsteigen einluden.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

16 Kommentare
wmaurer
22.02.2012 18:32
5 14

es erfüllt einen wahren Christen mit Freude


in diesen Foren zu religiösen Themen zu sehen, wie Agnostiker und Atheisten in Wahrheit viel intensiver nach Gott suchen, als so mancher Taufscheinkatholik. Die engagierten Postings von den hier bekennenden sogenannten "Gottlosen" zeigen, wie wichtig Ihnen die Suche nach Gott in Wirklichkeit ist.

Antworten Gast: Weiteressender Agnostiker
22.02.2012 21:25
7 4

Freue dich nur, denn

ein wahrer Christ gönnt sich in der Fastenzeit ja sonst nichts.

Auf mein Posting bezogen war es nicht engagiert sondern amüsiert.

Die Suche nach etwas was es nicht gibt bringt nicht viel und ist daher nicht mein Anliegen.

Und ich habe diesen Artikel ganz normal in der Zeitung gelesen und nicht extra ein Forum zu religiösen Themen gesucht - was sollte ich da auch tun?

Also, wünsche weiterhin erfolgreiches Fasten.

0 1

Fasten

seatbelts, please.

Gast: Weiteressender Agnostiker
22.02.2012 15:47
11 1

Bei den Muslimen

heißt das gleiche Ramadan und beginnt heuer am 20.Juli bis 18.August.

In beiden Religionen dauert das also 40 Tage.

Aha, schau schau, na und?

Gast: Mikos
22.02.2012 10:43
4 1

Religion vs. Brauchtum

Die Fastenzeit hat eine natürliche Ursache und Bedeutung. Der Körper (und auch der Geist) weden entschlackt und auf den Frühling vorbereitet. Dass viele Riten von Religionen übernommen wurden hat den Vorteil, dass es diese eben heute noch gibt. In einer Zeit, wo ein hoher Bevölkerungsanteil nicht lesen konnte, war das Entscheidend. Auch heute sind viele Riten für unser Leben sinnvoll. Und vieles ist sinnlos (ohne Sinn), was wir so täglich konsumieren. Dieses Bewußtsein kann uns schon helfen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Gast: Gast 0000
22.02.2012 10:12
19 5

Schade...

Ich bin davon überzeugt, wenn "Joshua" - so hat er nämlich in seiner Zeit auf aramäisch geheissen, "Jesus" ist griechisch! - Gottes Sohn war, daß er sich vom gesamten Geflecht der röm.-kath. Kirche inklusive des Vatikans schon lange mit Grausen abgewendet hat.
Beichte? Im Mittelalter die Super-Idee, um sogar Kaiser und Könige in der Hand zu haben (Baust du mir einen Kirchturm, dann erfährt niemand von deiner Sodomie...)
Der wahre und echte Glaube, so wie ihn Joshua gelebt hat, hat nichts mit der röm.-kath. Kirche zu tun!!!

Antworten Gast: Zenith1
22.02.2012 17:25
2 6

Re: Schade...

Endlich hat einer den "wahren und echten Glauben" erkannt. Seit tausenden Jahren sucht die Menschheit nach dem wahren Glauben, und hier ist er gefunden! Bitte lehre und leite uns, dann kommen wir alle in den Himmel!

Antworten Gast: Slavko
22.02.2012 16:56
16 2

Re: Schade...

Jesus (Josua) war ein Mann des Volkes, aber nicht ein Mann der röm.kath. Kirche !!!

3 3

Re: Schade...

"Joshua" ist die englische Schreibweise, bei uns schreibt man üblicherweise "Josua".

DerMike
22.02.2012 09:37
3 2

Ist Fasten....

....nicht schlecht für die Wirtschaft?

Bombur
22.02.2012 08:01
20 4

Und wie vertägt sich ein steuerfreier Großgrundbesitzer aus Sicht der Kirche mit den Lehren von Jesus?


Antworten Gast: Na ja...
22.02.2012 11:35
4 9

Und wie verträgt sich ein randalierender Linker mit der christl. Lehre?

Vielleicht lassen wir den Linken noch ein paar Häuser anzünden, Passanten verprügeln usw.

8 2

Re: Und wie vertägt sich ein steuerfreier Großgrundbesitzer aus Sicht der Kirche mit den Lehren von Jesus?

diesem wird nach wie vor das Kamel vorgezogen.

Antworten Selbige
22.02.2012 08:49
6 2

Re: Und wie vertägt sich ein steuerfreier Großgrundbesitzer aus Sicht der Kirche mit den Lehren von Jesus?

auch nur schwer!

Antworten Antworten Gast: Quax
22.02.2012 11:39
1 1

Re: Re: Und wie vertägt sich ein steuerfreier Großgrundbesitzer aus Sicht der Kirche mit den Lehren von Jesus?

Matth. 19, 21:
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
Und genau das ist es, was uns die kath. Kirche jeden Tag vorlebt, sie geben alles den Armen

Antworten Antworten Antworten Selbige
22.02.2012 13:41
1 1

Re: Re: Re: Und wie vertägt sich ein steuerfreier Großgrundbesitzer aus Sicht der Kirche mit den Lehren von Jesus?

Na, ja, wir wollen ja nicht vollkommen sein! Und außerdem, geht es da um eine einzelne Person, wie alle Gesetze letztlich nur von Einzelnen befolgt oder nicht befolgt werden können!
Doch zuerst muss man einmal etwas haben; dann einen Käufer finden, und dann feststellen wer die Armen sind! Im biblischen Sinn gar nicht so einfach, weil dort durchaus auch die Jünger Jesu gemeint gewesen sein könnten.
Heute sind die Jünger Jesu nicht immer arm. Das Kirchengut, über das sie verfügen gehört ihnen nicht, daher können es einzelne auch nicht veräußern. Der Auftrag von Jesus ging aber an eine einzelne Person.