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Wien: Kalifatsanhänger predigt im Kircheninstitut

24.02.2012 | 08:14 |  Von ERICH KOCINA (Die Presse)

Der Organisator der für März geplanten Kalifatskonferenz in Vösendorf predigt regelmäßig am Wiener Afro-Asiatischen Institut – einer Stiftung der Erzdiözese Wien.

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[WIEN] Er hält die Todesstrafe bei Ehebruch für gerechtfertigt. Er spricht dem Staat Israel das Existenzrecht ab. Er fordert die Wiedererrichtung des Kalifats in der islamischen Welt. Und Shaker Assem, Sprecher der panislamischen „Hizb ut-Tahrir“ (Partei der Befreiung), der für den 10. März eine Kalifatskonferenz in Vösendorf plant („Die Presse“ berichtete), hält regelmäßig die Freitagspredigt im islamischen Gebetsraum des Wiener Afro-Asiatischen Instituts (AAI).

Das AAI, im Jahr 1959 von Kardinal König als „entwicklungspolitisches Bildungshaus“ gegründet, ist eine kirchliche Stiftung, die auch aus Mitteln der Erzdiözese Wien unterhalten wird. Was natürlich die Frage aufwirft, für wie kompatibel die kirchlich unterstützte Einrichtung die politische Einstellung des Predigers hält.

„Guter Dialogpartner“

„Es ist eine schwierige Situation, über die wir seit Jahren diskutieren“, sagt AAI-Geschäftsführer Nikolaus Heger. „Wir wissen über seinen Hintergrund Bescheid, und er weiß, dass wir seine Werthaltung skeptisch betrachten.“ Allerdings sei Assem ein guter Dialogpartner, der das Gespräch und die Auseinandersetzung suche. Noch dazu sei die Hizb ut-Tahrir in Österreich nicht verboten – und der Verfassungsschutz, bei dem man sich über Assem informiert habe, „hat uns nicht gesagt, dass wir ihn rausschmeißen sollen“. Und, so Heger, er repräsentiere einen Islam, der Realität sei. „Wenn Sie eine Umfrage unter Moslems machen, werden Sie viele finden, die Israels Existenzrecht ablehnen.“ Genau darum sei es wichtig, auch Menschen wie ihn in den Dialog einzubeziehen.

Man arbeite aber auch mit anderen Vertretern des Islam zusammen, die gemäßigtere Ansichten haben, unter anderem mit Ednan Aslan, dem Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Wien. Und bei Dialogveranstaltungen mit Schulklassen würde Assem auch nicht eingesetzt, um den Schülern nicht ein zu radikales Bild des Islam zu vermitteln.

Wobei man im Institut Wert darauf legt, dass Assem zwar radikale Ansichten habe, aber keinesfalls ein „Hassprediger“ sei. Denn er predige keine Gewalt. Tatsächlich distanziert sich die Hizb ut-Tahrir von individuellem Terror und gibt an, den Weg zum Kalifat mithilfe intellektueller Überzeugungsarbeit gehen zu wollen. Allerdings betrachtet die Partei terroristische Aktionen etwa gegen Israel oder auch bewaffnete Aktionen gegen Regime in arabischen Ländern als legitimen Widerstand. Genau deswegen ist die Organisation auch in zahlreichen islamisch geprägten Ländern verboten. Auch in Deutschland gibt es seit 2003 ein Verbot. Der österreichische Verfassungsschutz sieht in der Ideologie einen potenziellen Nährboden für Radikalisierung und beobachtet deswegen auch die Aktivitäten der Hizb ut-Tahrir.

Neue Prediger gesucht

Weil man sich im AAI der Problematik von Assems Engagement und der radikalen Inhalte seiner Predigten bewusst ist, will man sich nun auch nach anderen Predigern umsehen. Kürzlich fragte man bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) an, ob sie Imame vermitteln könne, die abwechselnd mit Assem die Freitagspredigt halten sollen – noch läuft die Suche. Die IGGiÖ selbst steht kritisch zu dem Gedankengut, das Assem vertritt, und will nicht in seine ideologische Nähe geraten.

Assem selbst will die Freitagspredigt im AAI gerne weiter halten – auch im Dienstrad mit anderen Imamen, „wenn man mich lässt“, sagt er im Gespräch mit der „Presse“. Allerdings ist er auch bereit, seine Funktion abzugeben, sollte das eine Bedingung der IGGiÖ – die er nicht als Vertretung der Muslime anerkennt – sein. „Ich reiße mich nicht um diesen Posten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2011)

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69 Kommentare
 
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Gast: Mirchenkaus
24.02.2012 14:33
7 1

Warum...

... sollte ich als Katholikin auch weiterhin solche Blödheiten der Kirchenleitung ertragen? Also, wenn unsere Herren Bischöfe nicht bald christliches Profil zeigen, gehe ich zu den bibeltreuen Evangelikalen. Gesunde Abgrenzung ist angesagt!!!

Antworten Gast: Ahmed Mahmoud
25.02.2012 12:59
2 0

Hizb ut-Tahrir in der IGGiÖ

Fakt ist unter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) sind viele von „Hizb ut-Tahrir“ eine von ihnen der IGGiÖ-Führer Hisham El-Baba und Mitkämpfer von Shaker Assem, Sprecher der panislamischen „Hizb ut-Tahrir“ (Partei der Befreiung), hat Profil Magazine vor Jahren diese Zusammenarbeit aufgedeckt zwischen die IGGiÖ und „Hizb ut-Tahrir“ durch Hisham El-Baba und Explizit Magazin Sprachrohr von „Hizb ut-Tahrir“ unter den (Titel der Kalif von Wien-gemeint Anas Schakfeh der ehemalige Präsident der IGGiÖ) und Schakfeh Mitkämpfer bis heute Hisham El-Baba sogar war El-Baba damals verantwortlich für die Islamische Unterricht Inhalte in öffentlichen Schulen in Österreich.

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Die katholische Kirche

wäre gut beraten, sich vorher über ihr Gegenüber zu informieren, bevor sie ihm die Hand reicht. So aber kommt sie in den Verruf, darüber gar nicht nachzudenken und gutgläubig alles geschehen zu lassen, wie es kommt. Das ist jedoch ein Zeichen der Schwäche und spricht nicht für einen starken christlichen Glauben. Und unsere Politiker? Die sind doch ein Bild des Jammers und sind zu feig, radikal islamistischen Strömungen Einhalt zu gebieten. Die knicken schon ein, wenn Moslems überzogene Forderungen stellen um ja nicht mit irgend einer muslimischen Regierung in Konflikt zu geraten. Gleiches konnte man gestern in Deutschland beobachten. Das Erste, was der "Noch nicht Präsident" Gauck nach der Trauerfeier unternahm, war ein "herzliches" Telefonat mit dem Herrn Gül in Ankara. So wird den Islamisten in Europa der Weg bereitet, ein Land nach dem anderen zu "kassieren".

Re: Die katholische Kirche

Ich versuchs einmal sachlich - auch wenn das bei so einem thema brisant ist - zu betrachten .
Eigentlich herrscht ja in Ö Meinungsfreiheit, d.h solange er mit Worten handelt, gibt es ja keinen Grund (gesetzlich gesehen) ihn als gefähredet einzustufen.. Die Partei wurde ja "nur" in D verboten, da sie Israel als Staat nicht anerkennen.
Kosovo wird auch nicht von jedem als eigenständiges Land anerkannt.

Re: Re: Die katholische Kirche

Aber gerade das Thema Meinungsfreiheit ist umstritten. Das sieht man auch hier in der PRESSE. Da wird vieles nicht veröffentlicht nur weil es vielleicht (?) etwas zu tendenziös geschrieben wurde. Und wenn es in einer Zeitung schon eine Zensur gibt, dann sollte es auf jeden Fall noch mehr in der Öffentlichkeit eine geben. Die Meinungsfreiheit sollte jedem zustehen, der nichts Radikales im Sinn hat. Doch genau das ist bei den Islamisten der Fall. Sie predigen Radikales und das darf man keinesfalls zulassen.

Gast: für mich
24.02.2012 13:37
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ein weiterer Grund

aus dem katholischen Verein auszutreten.

Re: ein weiterer Grund

"Es ist ja derselbe Gott !"
Wenn dem so ist, wähle ich jetzt die Billigvariante (kirchensteuerfrei) und trete endlich aus.
Auch die Kirche schafft sich ab !!

Gast: ich frage mich
24.02.2012 13:35
9 0

Wo sind die Proteste linker Organisationen, diverser NGOs, besorgter KünstlerInnen und Intellektueller?

Wo bleibt die klare Linie gegen rechts?
Abgesehen von den Grünen (Korun) und der FPÖ (siehe Presse-Artikel zur Kalifatskonferenz) herrscht anscheinend Schweigen.
Wurde die ganze Energie bei den Anti-WKR-Demos verbraucht oder protestieren sie lieber dort, wo sie mit breiter Medienaufmerksamkeit (ORF-Berichterstattung, Live-Ticker im Standard etc) rechnen können?
Sind das sog. "SchönwetterkritikerInnen" oder hat die Zurückhaltung andere Gründe?

Re: Wo sind die Proteste linker Organisationen, diverser NGOs, besorgter KünstlerInnen und Intellektueller?

Linke demonstrieren ja nur, wenn es gegen das eigene Volk geht ;-)

Gast: sadfsdfsfd
24.02.2012 12:30
12 1

Ich find`s nicht: Wann war nochmal die Razzia im AAI, bei der`s aus den Fenstern geschneit hat und die dunkelhäutigen Benutzer aus reiner Angst vor der Polizei aus den Fenstern gesprungen sind, obwohl sie alle so unschuldig waren?

Verletzte sich ein Springer dabei nicht auch schwer? Hab sowas im Hinterkopf.

Re: Ich find`s nicht: Wann war nochmal die Razzia im AAI, bei der`s aus den Fenstern geschneit hat und die dunkelhäutigen Benutzer aus reiner Angst vor der Polizei aus den Fenstern gesprungen sind, obwohl sie alle so unschuldig waren?

Dieser Vorfall ereignete sich genau einmal im AAI (1996). Wann - helfen Sie mir auf die Sprünge - haben viele Österreicher zuletzt eine rechtsradikale Partei gewählt? Ach, das ist schon lange her. Das war bei den Nationalratswahlen 2008, als viele die FPÖ wählten.

Antworten Antworten Gast: Dvidnvkdkmls,lc,s,lec
24.02.2012 16:41
4 0

Re: Re: Ich find`s nicht: Wann war nochmal die Razzia im AAI, bei der`s aus den Fenstern geschneit hat und die dunkelhäutigen Benutzer aus reiner Angst vor der Polizei aus den Fenstern gesprungen sind, obwohl sie alle so unschuldig waren?

Wenn für Sie Demokratie ein Problem ist, sollten Sie sich schon mal vor 2013 fürchten. Ich wünsche viel Spass dabei!

Gast: ichschonwieder
24.02.2012 12:11
15 0

und das einzige was unseren pfeifen

einfällt ist die gründung von interkültürellen prjekten um diesen schwachmaten eine plattform zu bieten - anstatt diesen typen zu sagen wo sie ihre menschenverachtende mittelalterreligion hinstecken können - nämlich dorthin wo die sonne nicht scheint.

manchmal kann man gar nicht so viel essen wie man speiben möcht.

Gast: anachronist
24.02.2012 11:53
6 0

Das nennt man die friedvolle Eroberung des Goldenen Apfels!

Schöner hätten s die nicht machén können!

Dialog?

Heger: "Genau darum sei es wichtig, auch Menschen wie ihn (Assem) in den Dialog einzubeziehen."

Eben nicht. Es ist existenziell wichtig, dass man (genauer: Die staatlichen Institutionen und Behörden, deren zentralste Aufgabe darin besteht, den österreichischen Bürger, die österreichische Gesellschaft und die auf dem Grundgesetz basierende österreichische Lebensweise zu verteidigen und zu beschützen!) solche Leute unmissverständlich in die Schranken weist. Dialog muss seine Grenzen haben. Dies müssen wir wieder (er-)lernen. Leider wird im Westen versucht, alles zu "zerreden", ohne dabei zu merken, dass es skrupellose Menschen gibt, die dieses (durchaus hehre) Mittel westlicher Demokratien schamlos auszunützen versuchen. Die Balance zu finden ist zugegebenermassen schwierig.


Sämtliche Wüstenreligionen


sind abzulehnen!

Sie haben nur Unheil über Europa gebracht!


Antworten Gast: hmm
24.02.2012 12:00
1 3

Re: Sämtliche Wüstenreligionen

Tja, die komischen alten Römer haben die ja auch teilweise mit Stumpf und Stil auszurotten bzw. auf ihre lokalen Siedlungsgebiete einzugrenzen versucht. Dennoch gelang es diesen von Ihnen ganz offensichtlich verabscheuten Typen nahezu alles europäische Kulturgut zu usurpieren ...

Gast: Vlad, der Pfähler
24.02.2012 11:14
18 2

Prof.Aslan: keine Zusammenarbeit mit Assems Partei, um Schülern nicht ein zu radikales Bild des Islam zu vermitteln.


Gibt es ein anderes ?

3 0

Re: Prof.Aslan: keine Zusammenarbeit mit Assems Partei, um Schülern nicht ein zu radikales Bild des Islam zu vermitteln.

denke nicht

Antworten Gast: Murz
24.02.2012 15:16
0 0

Re: Prof.Aslan: keine Zusammenarbeit mit Assems Partei, um Schülern nicht ein zu radikales Bild des Islam zu vermitteln.

Ja.

Gast: Eleonora K.
24.02.2012 10:48
21 2

Guter Dialogpartner

Interessant, dass man Herrn Shaker Assem als guten Dialogpartner bezeichnet.
Herr Strache hingegen ist für die Medien ein "NO GO".
Mir kommt vor, irgend etwas stimmt nicht mehr.

Antworten Gast: Akte I
24.02.2012 15:01
0 6

Re: Guter Dialogpartner

Herr Assem spricht die geistige Seite des Menschen an. Er appelliert an sein Gewissen, und empfiehlt ihm, sein ewiges Seelenheil im richtigen Verständnis des Quran zu suchen.
Er zwingt keinen Menschen, seine Ansichten über den Islam zu teilen.

Strache hingegen hetzt auf intellektuellem Kellerniveau gegen den Islam und die Türken. Die materielle Überlegenheit des Westens ist für ihn der Grund, warum sich die islamische Welt diesem unterwerfen sollte. Er ist für Verbote, Ausweisungen und Unterdrückung Andersdenkender. Ihm geht es nicht um eine sachliche Auseinandersetzung auf intellektueller Ebene.


Antworten Antworten Gast: mal nachgefragt
24.02.2012 18:12
4 0

Re: Re: Guter Dialogpartner

Wo tritt die FPÖ für die "Unterdrückung" Andersdenkender ein? Was verstehen sie darunter und
welche "Verbote" und "Ausweisungen", die Strache fordern würde,
meinen Sie konkret?

Zu ihrer Einschätzung von Herrn Assem erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar - aber zur Erinnerung zitiere ich aus dem Presse-Artikel:

"Er hält die Todesstrafe bei Ehebruch für gerechtfertigt. Er spricht dem Staat Israel das Existenzrecht ab. Er fordert die Wiedererrichtung des Kalifats in der islamischen Welt."

Welche "geistige" Seite wird hier angesprochen? Das sind ziemlich irdische und realpolitisch anmutende Ideen/Forderungen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Akte I
24.02.2012 18:50
0 5

Re: Re: Re: Guter Dialogpartner

" Und unter Seinen Zeichen ist dies, dass Er Gattinnen für euch aus euch selber schuf, auf dass ihr Frieden bei ihnen finden möget; und Er hat Liebe und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Hierin liegen wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt." [30:21]

Toleranz gemäß Islam:

„Und wetteifert miteinander im Trachten nach der Vergebung eures Herrn und einem Paradies, dessen Preis Himmel und Erde sind, bereitet für die Gottesfürchtigen – die da spenden im Überfluß und Mangel, die den Zorn unterdrücken und den Mitmenschen vergeben; und Allah liebt, die Gutes tun, und die, so sie eine Untat begehen oder wider sich selbst sündigen, Allahs gedenken und um Verzeihung flehen für ihre Sünden" (3:134-136)

Der Islam spricht die geistige Seite des Menschen an, während Strache mit Oberflächlichkeiten und primitiven Plattitüden punkten will.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: mal nachgefragt
24.02.2012 21:04
2 0

2. Versuch und dem Zensor zuliebe redigierte Version: Wir diskutieren hier aber

nicht über den Islam an sich, sondern über Herrn Assem und die im Artikel zitierten Ansichten.

Bitte keine Ablenkungsmanöver und rhetorischen "Nebelgranaten".

Wenn man "in der islamischen Welt" ein Kalifat errichten möchte, handelt es sich um ganz "irdische", das Diesseits betreffende Projekte, die den Menschen, die Organisation und Ordnung der menschlichen Gemeinschaft betreffen, und nicht nur um die "geistige Seite" des Menschen.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Akte I
25.02.2012 12:30
0 2

Re: 2. Versuch und dem Zensor zuliebe redigierte Version: Wir diskutieren hier aber

Leute wie Sie, die Bierzelt-Rabauken verfallen sind, können die Botschaft des Islam nicht verstehen!

 
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