Papst in Kuba: Proteste unterdrückt

27.03.2012 | 08:59 |   (DiePresse.com)

Kubaner sollten mit "Waffen des Friedens" für eine bessere Welt kämpfen, sagt der Papst. Mögliche Proteste gegen die kommunistische Regierung anlässlich des Besuchs wurden unterdrückt.

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Papst Benedikt XVI. hat nach seiner Ankunft im kommunistisch regierten Kuba mit Zehntausenden von Gläubigen in Santiago de Cuba eine Messe gefeiert. In seiner Predigt rief Benedikt die kubanischen Katholiken dazu auf, "eurem Glauben neue Kraft zu geben." Sie sollten "mit den Waffen des Friedens, der Vergebung und des Verständnisses für den Aufbau einer offenen und erneuerten Gesellschaft, einer besseren, menschenwürdigeren Welt kämpfen". Er wisse, wie viel Anstrengung, Mut und Verzicht sie unter den konkreten Umständen ihres Landes brauchten.

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Im Mittelpunkt des Gottesdienstes auf der Plaza Antonio Maceo stand die 400-Jahr-Feier der Auffindung des Gnadenbildes der als Patronin des Landes hochverehrten Jungfrau von El Cobre. Dieses religiöse Fest war ein wesentlicher Anlass für die Pastoralreise des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche nach Kuba. Auch Staatschef Raul Castro nahm an dem Gottesdienst teil, den nach einer Schätzung von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mindestens 200.000 Menschen besuchten.

Festnahme bei Papstmesse

Kurz vor Beginn der Freiluftmesse kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann sei plötzlich in Richtung Tribüne gelaufen und habe Parolen gegen das kommunistische Regime skandiert, berichteten Augenzeugen. "Nieder mit dem Kommunismus, nieder mit der Diktatur", habe er gerufen. Sicherheitskräfte hätten den Mann festgenommen und abgeführt. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bestätigte den "kleinen Zwischenfall".

Papst von Präsident Castro empfangen

Zum Auftakt seines mit Spannung erwarteten Besuchs in Kuba hatte der Papst mehr Fortschritte in den Beziehungen zwischen der Kirche und der Regierung in Havanna eingemahnt. "Ich trage in meinem Herzen die gerechten Erwartungen und berechtigten Wünsche aller Kubaner, wo immer sie leben", sagte er bei der Ankunft in Santiago de Cuba, wo er seinen dreitägigen Besuch begann.

In seiner Begrüßung sagte der Präsident: "Das kubanische Volk wird Ihren Botschaften aufmerksam und mit Respekt zuhören." Kuba werde seinen Kampf für eine bessere Welt fortsetzen. Erneut kritisierte Castro die seit einem halben Jahrhundert geltenden US-Sanktionen gegen Kuba, die in seinem Land großen Schaden verursacht hätten. Möglicherweise trifft der Papst auch Castros Bruder und Vorgänger Fidel.

Benedikt erinnerte an die Kuba-Reise seines Vorgängers Johannes Paul II. im Jahre 1998. Danach sei das Verhältnis von Staat und Kirche in eine neue Phase eingetreten - "auch wenn es weiterhin viele Felder gibt, auf denen größerer Fortschritt möglich und notwendig ist". Dem Papst geht es vor allem darum, den öffentlichen Beitrag der Kirche in dem sozialistischen Land deutlicher zu machen.

Der Besuch des Papstes fällt in eine Zeit wachsender politischer Spannungen in dem sozialistischen Karibik-Staat. Präsident Castro hat zwar wirtschaftliche Reformen begonnen. Aber die Forderung, auch aus Kreisen der Kirche, nach weitergehenden Reformen lehnt er ab. Proteste ließ er - gerade auch vor Benedikts Besuch - unterdrücken.

Papstkritik von Außenminister relativiert

Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez relativierte die Papstkritik mit den Worten, die Regierung respektiere alle Meinungen und sei zu einem "nützlichen" Austausch bereit. Den Oppositionellen aber drohte er: "Diejenigen, die den apostolischen Besuch stören wollen, werden scheitern." Der Papst werde auf ein patriotisches Volk treffen, das stolz auf seine Unabhängigkeit und seine Demokratie sei.

Nach Oppositionsangaben waren am Sonntag Dutzende von Dissidenten vorübergehend festgenommen worden. Die international bekannte Bloggerin Yoani Sanchez kritisierte dies als "ideologische Säuberung", um die Teilnahme von Aktivisten und Dissidenten an den päpstlichen Veranstaltungen und Messen zu verhindern. "Die Messen werden nicht vor der Vielfalt des kubanischen Volkes gefeiert, weil die politische Polizei vielen den Zugang verhindert", schrieb sie.

(APA/Ag.)

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18 Kommentare

viele worte ...

.... ohne inhalt; der arme Fidel muß sich da belehren lassen?

Gast: Reisebüro
27.03.2012 18:49
4

Ratzinger go home

und fahr nirgends wohin !

Gast: Frustriert?
27.03.2012 13:55
8

Fortschritte und Erneuerung könnte Kuba auch vom Papst fordern...


7 Kommentare geballter Ignoranz, können sie hier lesen.


0

Re: 7 Kommentare geballter Ignoranz, können sie hier lesen.

Wieso 7 - sie haben doch nur 1 geschrieben

Gast: SCIPIO
27.03.2012 12:05
10

GERMANISCHE MUMIE

Eine GERMANISCHE MUMIE und einer der schlimmsten katholische Inquisitoren- AUS DEM JAHRE-NULL, fordert eine KOMMUNISTISCHE MUMIE aus dem Jahre 1917 auf-GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN DURCHZUFÜHREN-jetzt, im 21.Jahrhundert!!
Und, WAS TUN WIR??!!
Da stehen-UND STAUNEN über soviel-Ignoranz und Dreistigkeit!!

Antworten Gast: vergilius
27.03.2012 12:40
1

Re: GERMANISCHE MUMIE

und so ein dolm nennt sich scipio!

Antworten Antworten Gast: ULPIAN
27.03.2012 19:30
0

Re: Re: GERMANISCHE MUMIE

Ihre Schlußfolgrung und Ihr Beweisvorbringen ist-VERBLÜFFEND!!
Welchen IQ-haben Sie denn??!!
83-ja dann ist mir alles klar!!
Da Sie auf bescheidene Weise schreiben können, SOLLTEN SIE AUCH LESEN KONNEN, aber da, BIN ICH MIR NICHT SICHER,Sir!!

Antworten Antworten Antworten Gast: pseudotembo
27.03.2012 20:10
0

Re: Re: Re: Schreibstil

Vom Schreibstil und vom Gebrauch der Schriftarten ist zu schließen: Scipio = Ulpian. Warum verwenden Sie einen anderen Nick, wenn Sie auf die Antwort auf Ihren eigenen Kommentar antworten? Um zu zeigen, wie viele Leute auf Ihrer Seite stehen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ULPIAN
27.03.2012 20:27
0

Re: Re: Re: Re: Schreibstil

1.Eine schlaue Feststellung, aber tatsächlich,
2.Um eine Meinungsdifferenzierung zu bewirken!!
Advocatus diaboli-Methode, schon gehört,"pseudotempo"?!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: pseudotembo
27.03.2012 21:29
0

Re: Re: Re: Re: Re: Schreibstil

1. PseudotemBo
2. Advocatus diaboli-Methode = Widerspruch. Sie haben aber nicht widersprochen, sondern Ihrer eigenen Meinung zugestimmt.

mister Oberrückständig..

... fordert veränderung..

paradoxer gehts eh nimma

Lieber Papst....


....wie wär´s einmal vor der eigenen Tür zu kehren?

Die Christen warten schon lange auf Fortschritte und Erneuerung der Kirche.

Die Kluft zwischen Glaube und Kirche wird immer tiefer. Und der Papst trägt die Verantwortung.

Die Katholische Kirche

hat mit den Spaniern

Cuba jahrhundertelang ausgebeutet.

Was wäre mit einer Wiedergutmachung durch eine große finanzielle Spende

von Seiten der Kirche statt Wortespenden??????

Gast: haspinger
27.03.2012 08:57
12

Weshalb kommt vom Papst keine Kritk zum US Handelembargo?

welches die Hauptschuld an den wirtschaftlichen Problemen in Kuba trägt?
Ratzinger ist halt auf einem Auge blind - das zeichnet die Südamerikapolitk des Vatikans seit Jahrzehnten aus.

Anderen Ratschläge zur Erneuerung geben, aber im Vatikan selbst damit keinesfalls zu beginnen, macht den Papstauftritt in Kuba zu einer Farce. Glaubwürdigkeit sieht anders aus!

Antworten Gast: Pseudotembo
27.03.2012 14:32
0

Re: Weshalb kommt vom Papst keine Kritk zum US Handelembargo?

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, werfen Sie dem Papst vor, prokommunistisch zu sein.

Die Überschrift lautete ja nicht:

Der Papst fordert Fortschritt und Erneuerung FÜR Kuba, er sagt, er fordert das IN Kuba.

Und wo, wenn nicht im Vatikan, in der Schaltzentrale des erneuerungsbedürftigsten Vereins weltweit müsste mehr Erneuerung und Fortschritt stattfinden?

Also, der Papst ist auf dem richtigen Weg. Was mich nur wundert ist, dass er das nicht einfach tut?

Papst fordert Fortschritte und Erneuerung :o)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))


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