Pfarrgemeinderat: Kein Verbot für Homosexuellen

29.03.2012 | 16:43 |   (Die Presse)

Tag der Entscheidung im Fall des homosexuellen Pfarrgemeinderats. Im Vorfeld zeichnet sich ab, dass Kardinal Schönborn kein Verbot aussprechen will.

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[WIEN/D. N./apa]  Tag der Entscheidung: am Freitag steht im Bischofsrat der Erzdiözese Wien das Vorgehen im Fall eines Pfarrgemeinderats auf der Tagesordnung, der in eingetragener Partnerschaft mit einem Mann lebt. Florian Stangl war zum Parrgemeinderat von Schützenhofen im niederösterreichischen Weinviertel gewählt worden. Homosexuelle Partnerschaften stehen im Widerspruch zur katholischen Lehre.

Im Vorfeld zeichnet sich ab, dass Kardinal Christoph Schönborn kein Verbot für Stangl aussprechen will, im Pfarrgemeinderat mitzuarbeiten. Der Erzbischof hat den ersten derartigen Fall eingehend geprüft. Schönborn ist auch mit Stangl und dessen Partner zu einem Gespräch zusammengetroffen.

Währenddessen sorgt der Pfarrer von Stützenhofen für Aufregung. Gerhard Swierzek soll einen Redakteur der „Bezirksblätter“ in seinem Privathaus aufgesucht und bedroht haben. Grund für die Verärgerung soll ein Bericht gewesen sein, in dem der Pfarrer als „beurlaubt“ bezeichnet wurde. Dies sei im Ort verbreitet worden, so der Redakteur – es widerspricht aber den Tatsachen. Der Pfarrer habe lautstark mit Klage gedroht und sei aus dem Haus gedrängt worden. Generalvikar Nikolaus Krasa soll dem Pfarrer klarmachen, dass er die Privatsphäre von Redakteuren „unbedingt zu respektieren“ habe, so Erzdiözese-Sprecher Michael Prüller.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2012)

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24 Kommentare

Positives zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der röm.-kath. Kirche



Der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini spricht sich in seinem neuen Buch für eine gewisse Anerkennung homosexueller Partnerschaften aus.

„Wenn aber einige Menschen verschiedenen oder gleichen Geschlechts einen Vertrag unterzeichnen möchten, um ihrer Beziehung eine gewisse Stabilität zu geben, warum möchten wir so unbedingt, dass dies nicht sei?“
http://derstandard.at/1332323767151 (26. März 2012 10:32)



Die 'Frühlingsbotschaft' von Kardinal Martini

Italienischer Kardinal Martini bricht Lanze für homosexuelle Partnerschaften

http://kath.net/detail.php?id=35794 (24. März 2012, 11:30)




Antworten Gast: auch aufmerksamer Leser
10.04.2012 16:14
0 0

Re: Positives zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der röm.-kath. Kirche

Dieser mailändische Altkardinal hat in inniger Verbindung mit Kardinal König an den Rädchen von Konzilsentscheidungen mitgedreht. In welchem Sinn ist bekannt. Umberto Eco scheint grossen Einfluss auf den alten Mann zu haben, von da her ist er nicht gerade als eine Leuchte des Glaubens anzusehen. Detto Kardinal König hat der Kirche mit der ungeordneten Öffnung zu den Ungläubigen keinen besonderen Dienst erwiesen. die Kirche mutierte zum Durchhaus.

Antworten Gast: teo
01.04.2012 21:34
0 0

Re: Positives zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der röm.-kath. Kirche

Der emeritierte Mailänder Cardinal Martini, hat angeblich Alzheimer, war aber seiner Zeit Papstkandidat (papabile)

0 0

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn

Ich empfehle den werten Diskutanten und Diskutantinnen sich mehr mit den Grundlagen ihres vrmeintlichen Glaubens zu beschäftigen.
Das Gesundere um so einen PGR und seinen Kardinal nervt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn

Gast: strelnikov
30.03.2012 11:08
1 5

kein Verbot

nehme ich an, sonst müsste der halbe Priesterstand verboten werden.

Gast: guckma
30.03.2012 09:05
2 6

Unterschied, ob "bedroht" oder "mit Klage gedroht"

Auch wenn es einen Journalistenkollegen betrifft, sollte die Recherche und die Formulierungen etwas exakter sein, um das Opfer der Falschmeldung nicht zum zweiten Mal dazu zu machen. Zudem fehlt eine Gegenüberstellung in Form der Nachfrage beim Pfarrer. Zudem ist bemerkenswert, dass sich der erzbischöfliche Sprecher gleich vom Pfarrer distanziert und ihm nicht einmal dar Recht einräumt von Angesicht zu Angesicht zu lösen. Offensichtlich darf man in der Erzdiözese Wien nur mehr Briefe unter der Fußmatte platzieren.

Das ist auch Aufgabe eines Bischofs: Brücken zu bauen.

Gut gemacht.

10 5

Re: Das ist auch Aufgabe eines Bischofs: Brücken zu bauen.

Gut gemacht?

In welchem Jahrhundert leben Sie?

Allein die Tatsache, dass man darüber diskutieren muss ist für mich unverständlich!

Bei einem Verein der Nächstenliebe predigt sollte sowas doch gar nicht zur Diskussion stehen oder?

Ohne mediale Aufmerksamkeit wäre die Entscheidung doch sicher anders ausgefallen oder glauben Sie nicht?


Antworten Antworten Gast: lieschen Müllers
10.04.2012 16:18
0 0

Re: Re: Das ist auch Aufgabe eines Bischofs: Brücken zu bauen.

Die Vermantschung von Begriffen und der Einwurf von Schlagworten wie "Brücke bauen" sind nicht sehr sinnvoll, wenn es nicht um die rechte Sache geht. Oder hätten sie Brücken zu Nazis gerne, zu Kommunisten oder der Wu-doo-Sekte.

Antworten Antworten Gast: Obsthändler
30.03.2012 07:31
3 8

Re: Re: Das ist auch Aufgabe eines Bischofs: Brücken zu bauen.

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, mein Guter!

"Währenddessen sorgt der Pfarrer von Stützenhofen für Aufregung."

Selbst ist der Mann! - Bravo!

Gast: Ein Ätzer
29.03.2012 18:27
7 9

Auch ein Schwulen muß predigen dürfen, aber ...

... auch er ist dem Zölibat verpflichtet.

Re: Auch ein Schwulen muß predigen dürfen, aber ...

Ein Homosexueller kann in Österreich ohnehin eher selten nicht dem Zölibat verpflichtet sein, da in Österreich keine Ehen unter Homosexuellen möglich sind. Zölibat bedeutet Ehelosigkeit (und erst in weiterer Folge auch sexuelle Enthaltsamkeit, weil die Kirche ja Sexualität nur im Rahmen der Ehe erlaubt).

Themenverfehlung: ein Pfarrgemeinderat predigt weder noch ist er dem Zölibat verpflichtet.


30 7

Es wird immer bizarrer ...

dem Märchenverein laufen die Leute davon, die Meinung zu schrecklichen Sünden wie ausgelebter Homosexualität ändert sich bei den Oberpriestern nicht, aber aus lauter Verzweiflung und Angst lässt man den Sünder dann doch mitspielen.
Man könnte sich zurücklehnen und den Schwank lächelnd betrachten, wenn dieser Verein nicht jährlich hunderte Millionen an Steuergeld geschenkt bekäme.

Gast: Johann S
29.03.2012 15:18
24 6

Mit

Feuer und Schwert,der Christen Glauben zu verbreiten?
Irgendwie ein Anachronismus,dieses lieben Herrn.

0 5

Re: Mit

Artikel gelesen?

Gast: mpjki
29.03.2012 14:30
27 13

jetzt werden sie auch noch agressiv, die Friedensverkünder !

wie wenn die Missbrauchsorgien zahlreicher Kollegen noch nicht genug gewesen wären ...

RELIGIONEN - die Wurzel allen Übels auf dieser Welt !

Antworten Gast: Gast.Gast
10.04.2012 16:21
0 0

Re: jetzt werden sie auch noch agressiv, die Friedensverkünder !

Bonmot eines Berühmten Mannes, dem man ankündigte die Kirche werde vor die Hunde gehen und verrecken. Seine Antwort, bis jetzt sind nur die Hunde gestorben.

10 3

Re: jetzt werden sie auch noch agressiv, die Friedensverkünder !

Ich kann Ihnen voll und ganz zustimmen!

"Gott sei Dank" wird die Generation doof wohl schon in wenigen Jahrzehnten dafür sorgen, dass bestenfalls nur noch Kulturdenkmäler übrig bleiben.

Schon viele die für sich in Anspruch genommen haben unendlich zu existieren mussten erfahren dass nur die menschliche Dummheit unendlich ist.

Das dachten die alten Ägypter auch - heute laufen die Touris mit Badelatschen durch - Würde zu gern sehen wie es um die kath. Kirche in 100 Jahren steht - Zumindest haben die ja viele Immobilien in bester Lage.....

Re: Re: jetzt werden sie auch noch agressiv, die Friedensverkünder !

Danke, dass du dir Sorgen um die Kirche machst. Das ist aber nicht notwendig. Jesus hat versprochen mit ihr zu sein, alle Tage. Es wird in 100 Jahren eine Kirche geben, aber dich und mich wird es nicht mehr geben...

Aber Hallo!

schließlich steht ja da die Ehre des Pfarrers auf dem Prüfstein. Da kann man schon ausrasten, wenn man sich von lauter Freigeistern umzingelt fühlt.

Das mit der Ehre ist natürlich nur einseitig gemeint. Die gebührt nur dem Pfarrer. Ist halt auch eine Geisteshaltung.

11 21

Weswegen kann man den Journalisten klagen?

Wenn er Gerüchte sofort als Tatsachen in die Zeitung setzt?
Oder darf man über einen Pfarrer alles schreiben?

Offensichtlich darf in Österreich niemand diskriminiert werden. Katholiken ausgenommen.

Antworten Gast: salusa secundus
29.03.2012 15:12
27 2

Re: Weswegen kann man den Journalisten klagen?

Bei falscher Berichterstattung gibt es bei uns Klagsmoeglichkeiten seit das Faustrecht abgeschafft wurde (als Errungenschaft der Zivilisation). Hat sich halt noch nicht ueberall rumgesprochen ...

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