Erzdiözese bestätigt schwulen Pfarrgemeinderat

Ein 26-Jähriger, der in einer eingetragenen homosexuellen Partnerschaft lebt, darf nun Pfarrgemeinderat in einer Weinviertler Gemeinde werden.

Symbolbild: Erzdiözese.
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Symbolbild: Erzdiözese.
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (Georg Hochmuth)

Die Erzdiözese Wien hat am Freitag die Wahl eines 26-jährigen Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat in der Weinviertler Gemeinde Stützenhofen bestätigt. Der Fall hatte große Diskussionen ausgelöst. Florian Stangl, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, wurde Mitte März von der Bevölkerung zwar mit großer Mehrheit gewählt, der örtliche Pfarrer wollte ihn aber wegen seiner Lebensweise ablehnen. Die Diözese hat den ersten derartigen Fall eingehend geprüft. Kardinal Christoph Schönborn ist auch mit Stangl und dessen Partner zu einem Gespräch zusammengetroffen.

Der Bischofsrat habe nun "den komplexen Fall Stützenhofen eingehend beraten" und den Beschluss zur Bestätigung der Wahl "einhellig gefasst", hieß es am Freitagnachmittag in einer Aussendung. Zugleich habe man den Auftrag erteilt, "in der Pfarrgemeinderatsordnung die Voraussetzungen für eine Kandidatur im Kontext weitergehender Überlegungen zu Wesen und Aufgabe des Pfarrgemeinderats präziser zu fassen" - fraglich war, ob die eingetragene Partnerschaft sich mit den Voraussetzungen vereinbaren lasse.

Schönborn von Stangl "beeindruckt"

Laut Schönborn habe es bei der Wahl in Stützenhofen zwar Formfehler gegeben, aber diese "stellen das Wahlergebnis an sich nicht infrage". In der Gemeinde gebe es "eine rege Beteiligung am kirchlichen Leben, auch in der jüngeren Generation", was sich an der hohen Wahlbeteiligung gezeigt habe. "Bei dem persönlichen Gespräch, das ich mit Herrn Stangl führen konnte, war ich von seiner gläubigen Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft sehr beeindruckt. Ich verstehe daher, warum die Stützenhofener so eindeutig für seine Präsenz im Pfarrgemeinderat votiert haben", wurde der Kardinal zitiert.

Allgemein hielt er fest, dass es unter den Pfarrgemeinderäten viele gebe, "deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen". Die Kirche freue sich über ihr Engagement - ohne dabei die Ideale infrage zu stellen.

(APA)

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