Erzdiözese bestätigt schwulen Pfarrgemeinderat

30.03.2012 | 16:04 |   (DiePresse.com)

Ein 26-Jähriger, der in einer eingetragenen homosexuellen Partnerschaft lebt, darf nun Pfarrgemeinderat in einer Weinviertler Gemeinde werden.

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Die Erzdiözese Wien hat am Freitag die Wahl eines 26-jährigen Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat in der Weinviertler Gemeinde Stützenhofen bestätigt. Der Fall hatte große Diskussionen ausgelöst. Florian Stangl, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, wurde Mitte März von der Bevölkerung zwar mit großer Mehrheit gewählt, der örtliche Pfarrer wollte ihn aber wegen seiner Lebensweise ablehnen. Die Diözese hat den ersten derartigen Fall eingehend geprüft. Kardinal Christoph Schönborn ist auch mit Stangl und dessen Partner zu einem Gespräch zusammengetroffen.

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Der Bischofsrat habe nun "den komplexen Fall Stützenhofen eingehend beraten" und den Beschluss zur Bestätigung der Wahl "einhellig gefasst", hieß es am Freitagnachmittag in einer Aussendung. Zugleich habe man den Auftrag erteilt, "in der Pfarrgemeinderatsordnung die Voraussetzungen für eine Kandidatur im Kontext weitergehender Überlegungen zu Wesen und Aufgabe des Pfarrgemeinderats präziser zu fassen" - fraglich war, ob die eingetragene Partnerschaft sich mit den Voraussetzungen vereinbaren lasse.

Schönborn von Stangl "beeindruckt"

Laut Schönborn habe es bei der Wahl in Stützenhofen zwar Formfehler gegeben, aber diese "stellen das Wahlergebnis an sich nicht infrage". In der Gemeinde gebe es "eine rege Beteiligung am kirchlichen Leben, auch in der jüngeren Generation", was sich an der hohen Wahlbeteiligung gezeigt habe. "Bei dem persönlichen Gespräch, das ich mit Herrn Stangl führen konnte, war ich von seiner gläubigen Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft sehr beeindruckt. Ich verstehe daher, warum die Stützenhofener so eindeutig für seine Präsenz im Pfarrgemeinderat votiert haben", wurde der Kardinal zitiert.

Allgemein hielt er fest, dass es unter den Pfarrgemeinderäten viele gebe, "deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen". Die Kirche freue sich über ihr Engagement - ohne dabei die Ideale infrage zu stellen.

(APA)

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12 Kommentare

Ich sehe es positiv!

Man kann nun tatsächlich guten Gewissens aus der Kirche austreten!

Gast: T.Berger
02.04.2012 09:29
3

Verständnislosigkeit

Ich schätze es sehr, dass der Kardinal "auf den Menschen schaut", aber ganz ernst gefragt: Will er jetzt jeden Konfliktfall - und es wird weitere geben- via Lokalaugenschein beim Mittagessen prüfen? Das Problem ist schon, dass jetzt natürlich der Einzelfall sofort für einen Erdrutsch sorgen wird. Es wird ja nicht transportiert, dass hier ein Einzelfall gelöst wurde, sondern die Kirche aktzeptiere nun in eingetragener Partnerschaft lebende Homosexuelle in kirchlichen Ämtern. Respice finem, Herr Kardinal!

Wenn schon, dann sollte man gründlich nachdenken und sich nicht in Nebensächlichkeiten verzetteln!

Die Frage an der vorbei diskutiert wird lautet: Gibt es einen Gott, eine abrahamitischen mit weißen Bart, dreifaltig, mit Sohn von Jungfrau und hat der seine göttlichen Rachegedanken per Propheten den Juden exklusiv oder doch allem Menschen mit geteilt oder nicht.
In dieser Diskussion wird eher davon auszugehen sein, dass es diesen Herrn und seine Dämonen und Engel nicht gibt!
Ich empfehle den werten Diskutanten und Diskutantinnen sich mehr mit den Grundlagen ihres vrmeintlichen Glaubens zu beschäftigen.
Das Gesundere um so einen PGR und seinen Kardinal nervt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gotteswahn

zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der röm.-kath. Kirche


Der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini spricht sich in seinem neuen Buch für eine gewisse Anerkennung homosexueller Partnerschaften aus.

„Wenn aber einige Menschen verschiedenen oder gleichen Geschlechts einen Vertrag unterzeichnen möchten, um ihrer Beziehung eine gewisse Stabilität zu geben, warum möchten wir so unbedingt, dass dies nicht sei?“
http://derstandard.at/1332323767151 (26. März 2012 10:32)



Die 'Frühlingsbotschaft' von Kardinal Martini

Italienischer Kardinal Martini bricht Lanze für homosexuelle Partnerschaften

http://kath.net/detail.php?id=35794 (24. März 2012, 11:30)




Gast: atheist
31.03.2012 15:20
0

"ehrliches Gespräch "

Null Problema...

denn sie wissen ( nicht? ) was sie tun!

Gast: Catarina
31.03.2012 10:45
10

Sagenhaft

Diese Entscheidung ist ganz offensichtlich von der Menschenfurcht diktiert worden. Man liest mehr Standard und Krone, als zum Beispiel den Römerbrief, der für das Problem klare Worte findet. Paulus ist out. Überhaupt sind klare Worte out. Wenn man schon jemandem wehtun muss, dann nur den gläubigen Katholiken und den Pfarrern, die zur Kirche stehen. Mit den anderen (Pfarrerinitiative) wird langmächtig dialogisiert. Nur ja keine klare Entscheidung. Herr Kardinal, merken Sie nicht, dass Sie so von allen Seiten nur Verachtung ernten?

Psychiatrische Soforthilfe (01) 313 30

Erreichbarkeit 0 bis 24 Uhr

Eine gute Entscheidung!

Was ist eigentlich mit dem Journalisten der Lokalzeitung los, den der Pfarrer wegen falscher Berichterstattung zur Rede gestellt ("bedroht") hatte? Hat der jetzt geklagt oder nicht?

Gast: Gast AO
30.03.2012 17:21
32

Schönborn von Stangl "beeindruckt"


Ich bin jetzt von Schönborn beeindruckt!



Gast: ohne bekenntnis
30.03.2012 17:03
33

lichtblick am horizont

Das ist sehr erfreulich - *thumbs up*

Dieser Entschluss macht Freude! Danke!


Gast: WHYzard
30.03.2012 16:56
33

Was isn da los?

Also ich find das echt sensationell super dass unserer lieben Kirchen endlich der Knopf aufgegangen ist!

Ich frag mich nur im Moment warum dieser sensationelle Bericht noch nicht kommentiert wurde!!!!?????

Find das nur ich so super?

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