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Missbrauch: Verhaltenskodex für Diözese Innsbruck

10.05.2012 | 14:14 |   (APA)

Künftig sollen alle Priester und Mitarbeiter der Diözese Innsbruck einen Ethikvertrag gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen unterschreiben.

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Die Diözese Innsbruck will mit einem Verhaltenskodex sexuellem Missbrauch vorbeugen. In Zukunft sollen alle Priester, Diakone, Ordensleute sowie alle hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die mit Kindern zu tun haben, verpflichtend eine Erklärung unterzeichnen, erklärte Bischof Manfred Scheuer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. In "dieser Gesamtheit" sei das in Österreich das erste Mal der Fall, ergänzte der Generalvikar der Diözese Innsbruck, Jakob Bürgler.

Auch in allen anderen Diözesen gebe es Überlegungen in diese Richtung, sagte Bürgler, der neben Scheuer und weiteren kirchlichen Berufsgruppenvertretern im Rahmen des Pressgespräches als erster seine Unterschrift unter die Verpflichtungserklärung setzte. Sollte sich jemand weigern, zu unterschreiben und sich somit dem Kinder- und Jugendschutz nicht verpflichten, werde er in der pastoralen Arbeit und in der Seelsorge nicht mehr mitarbeiten können. Der Ethikvertrag sei auch als "Selbstschutz für die Mitarbeiter gegen Pauschalverdächtigungen" zu verstehen.

"Gewalt in Kirche wiegt schwerer"

Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen würde in kirchlichen Einrichtungen "anders und schwerer" wiegen als außerhalb der Kirche, meinte Bürgler. Ernstzunehmenden Analysen zufolge würden sich jedoch nur 0,3 Prozent der Fälle im kirchlichen Kontext ereignen, stellte der Generalvikar klar.

"Ich unterlasse es im seelsorglichen Gespräch mich dem Gesprächspartner verbal oder körperlich sexuell anzunähern" besagt eine der Erklärungen. Eine andere lautet: "Ich nutze keine Abhängigkeiten aus".

"Es gilt, die Mauer des Schweigens aufzubrechen und Gewalt an Kindern und Jugendlichen zu enttabuisieren", erklärte Scheuer. Möglichen "Tätern in den eigenen Reihen" solle der Zugriff auf Kinder so schwer wie möglich gemacht werden, meinte der Diözesanbischof.

Präventive Bildungsmaßnahmen

Zusammen mit der am 1. April des vergangenen Jahres gegründeten Stabsstelle "Kinder- und Jugendschutz" sei ein Maßnahmenbündel erarbeitet worden. Neben der Verpflichtungserklärung setze man auch auf präventive Bildungsmaßnahmen wie Schulungen und Mitarbeitergespräche, sagte Bürgler. Zudem seien eine Betriebsvereinbarung gegen Missbrauch und Gewalt für alle Dienstnehmer, eine Informationsbroschüre "NEIN! Zu sexualisierter Gewalt", ein Informationsfolder für Begleiter bei Erstkommunion und Firmung sowie eine Fachtagung im Juni 2012 im Maßnahmenpaket enthalten.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Harald K., 1040 Wien
10.05.2012 22:53
5 1

Missbrauch: Verhaltenskodex für Diözese Innsbruck


solange die Kirche ihre Scheinmoral zum Thema Sexualität nicht aufarbeitet hilft aller Aktionismus nichts!



Gast: sto
10.05.2012 19:58
0 0

Ja zu dieser Initiative

Ich begrüße diese Initiative der Diözese Innsbruck. Ich wünschte, dass auch die anderen öffentlichen und privaten Institutionen, die in Österreich in die Aufarbeitung sexueller und gewalttätiger Übergriffe gegenüber Kindern und Jugendlichen involviert waren und sind (Orden, Länder, Städte usw.), derartige Schritte nachhaltiger Vorbeugung setzten.

klingt irgendwie nach einem schlechten scherz!

hiermit bestätige ich, dass ich mich an geltende gesetze halte?
ungefähr so sinnlos stelle ich mir die formulierung in diesem fragwürdigen papier vor.

das sollte ohnehin jeder tun!

Gast: Bescheuerte Aktion
10.05.2012 18:06
3 2

Wie sieht es mit dem restlichen StGB aus? Muss ein Seelsorger auf andere kriminelle Taten auch verzichten?

Statt dass sich der Bischof endlich einmal vor seine Seelsorger stellt und gegen diese medialen Hetzaktionen auftritt, in denen Priester inzwischen pauschal als Kinderschänder diffamiert werden, leistet dieser Oberhirte der Kirchenhatz mit derartigem Unfug noch Vorschub. Sperren Sie Ihre Diözese doch zu, Herr Bischof! Gehen Sie auf Dauerurlaub irgendwohin. Ihre völlige Abwesenheit würde die Situation gewaltig verbessern.

Gast: tzarim
10.05.2012 16:52
4 0

Bescheuerter Aktionismus

Wer nach jahrelangem Theologiestudium so einen Käsezettel benötigt, hat wahrlich nichts gelernt und wer meint, dass ein solcher Käsezettel bei denen hilft, die offensichtlich auch durch ein Theologiestudium und Exerzitien nicht belehrt werden konnten, der versucht nur sich selbst damit zu beruhigen und anderen etwas vorzumachen.

Gast: fredibus
10.05.2012 16:18
2 0

Warum erst "künftig" und nicht die jetzt Tätigen?

Dieser "Vertrag" ist auch mehr PR vom Fredibischof als dass es Sinn hätte.

Warum werden nicht alle derzeit tätigen Generationen von Bischöfen, Äbten, Priester, Religionslehrer mittels Psychotest auf Pädophilie durchgescreent?

WOZU?

Das sagt einem doch der Hausverstand!

Antworten Gast: Eggnogg
10.05.2012 15:26
3 0

Re: WOZU?

Bleibt nur der Schluss, dass das fuer Scheuer eben nicht selbstverstaendlich ist. Es scheint, der Fisch stinkt dort vom Kopf.