Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" hat am Montag die römisch-katholische Kirche erneut mit dem Vorwurf konfrontiert, 40 des Missbrauchs verdächtigte Priester und Mitarbeiter seien nach wie vor im Dienst. In Briefen an die jeweiligen Diözesen mit den Namen der beschuldigten forderte die Organisation die zuständigen Bischöfe nun auf, Konsequenzen zu ziehen. Man werde die Vorwürfe "ernsthaft prüfen", reagierte die Österreichische Bischofskonferenz via "Kathpress".
Einige Priester seien zwar kurzfristig suspendiert, aber nach Abflauen des öffentlichen Interesses schon bald wieder in der Seelsorge eingesetzt worden, wirft die Plattform den Diözesen vor. "Die Hoffnung, dass seitens der römisch-katholischen Kirche nachhaltige Konsequenzen gezogen wurden, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Diese zögerliche Haltung stellt eine der Ursachen für sexuelle Gewalt in der Kirche dar." Bis Ende Juli will die Organisation über die Ergebnisse informiert werden.
Über Details der Beschuldigungen bzw. Einzelfälle könne man derzeit noch nichts sagen, so Paul Wuthe, Medienreferent der Bischofskonferenz, da die Briefe bei den Bischöfen noch nicht eingelangt seien. Er verwies aber auf die seit zwei Jahren geltende kirchliche Rahmenordnung, wo der Umgang mit Tätern klar geregelt sei. Überführte und verurteilte Täter dürften demnach nicht mehr in der Kinder- bzw. Jugendseelsorge eingesetzt werden.
(APA)
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