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Vatikan kritisiert US-Buch über Sexualmoral scharf

05.06.2012 | 09:52 |   (DiePresse.com)

Eine amerikanische Ordensfrau verteidigt in dem bereits 2006 erschienenen Buch Masturbation und Homosexualität. Nun übt die Glaubenskongregation heftige Kritik.

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Scharfe Kritik hat die vatikanische Glaubenskongregation an einem Buch der amerikanischen Ordensschwester Margaret A. Farley über Fragen der Sexualmoral geübt. Das bereits 2006 erschienene Werk "Just Love. A Framework for Christian Sexual Ethics" enthalte "viele Irrtümer und Zweideutigkeiten", etwa zu Masturbation, Homosexualität und dem Problem von Scheidung und Wiederverheiratung, hält die Glaubenskongregation in der am Montag veröffentlichten Note fest.

Die Autorin zeige kein richtiges Verständnis von der Rolle des Lehramts der Kirche und habe mit ihrem Buch Verwirrung unter den Gläubigen gestiftet, heißt es in der fünf Seiten langen Erklärung. Auf eine erste Bewertung des Buches durch die Kongregation hatte die Autorin in einer für Rom "nicht zufriedenstellenden Weise" geantwortet. Daraufhin folgte eine gründliche Überprüfung des auf Englisch erschienenen Buches.

Mit "echt katholischer Theologie" unvereinbar?

Die Ordensfrau, eine emeritierte Professorin für Sozialethik an der Universität Yale, ist der Auffassung, dass Masturbation gewöhnlich gar keine moralischen Fragen aufwirft, homosexuelle Handlungen gerechtfertigt sein können und die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe hinterfragt werden müsse. In all diesen Fragen, wie auch bei der von ihr propagierten Möglichkeit einer zweiten Ehe nach einer Scheidung, widerspricht die Kongregation massiv. Farleys Aussagen seien mit "echt katholischer Theologie" unvereinbar und stünden im Widerspruch zum Katechismus.

Papst Benedikt XVI., bis zu seiner Wahl 2005 Präfekt der Glaubenskongregation, hat die Stellungnahme den Angaben zufolge gutgeheißen und ihre Veröffentlichung angeordnet. Die Schwester vom Orden der Barmherzigkeit gibt in dem Buch ihre persönlichen Positionen wieder. Ob die Kritik der Kongregation Folgen für sie hat, lässt die Note offen.

(APA)

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16 Kommentare

Ein totaler Wahnsinn

in ganz kurzer Zeit, nämlich innerhalb von 6 Jahren reagiert der Vatikan!

So ist die Schnelligkeit im Vatikan zu verstehen.

Gast: selberlehrer
09.06.2012 16:58
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klärungen

Zur Entwirrung:
1) Sünde wird als eine vorsätzliche Tat gesehen, die einem selbst oder anderen schadet. Natürlich ist der Begriff mit einem Gottesbegriff verknüpft, aber dass durch negative Taten Beziehungen zuerstört werden und Unheil geschieht, ist mit und ohne Gottesbegriff schlüssig.
2) Masturbation ist laut LThK erst seit dem Spätmittelalter erwähnt und wird davor von den früheren Kirchenvätern nicht als Thema bearbeitet. Die moralische Brisanz erfährt die M. erst durch wissenschaftliche Thesen des 19. Jahrhunderts (Rückenmarkschwund, etc.), die von der kath. Kirche übernommen wurden.
3) Eine Annullierung der Ehe ist bereits möglich, eine Scheidung derzeit nicht, wobei die orthodoxe Kirche meiner Meinung nach schon eine Scheidung und auch eine Wiederverheiratung kirchlich kennt, zB aus dem Grund, dass die Liebe zwischen den Eheleuten nicht mehr existiert. Man könnete sich aus diesem christlichen Bezugsrahmen durchaus Anregungen holen.
4) Gott wissenschaftlich beweisen zu wollen, ist nicht machbar, weil es eine Glaubensfrage und daher eine Beziehungsfrage ist. Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, glauben das. Von einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass Gott nicht existieren würde, kann daher keine Rede sein.

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Re: klärungen

Es gibt nur Beweise. Eine Zerteilung der Welt in verschiedene Welten in den unterschiedliche Beweise gelten, ist ein unzulässiges Argument. Es ist eine Ausflucht.
Gott ist nie beweisbar. Eine Existenz Gottes abzuleiten, indem man postuliert, das dieser eben (nur) wissenschaftlich nicht beweisbar ist, ist in diesem Sinne eine Ausrede. Man kreiert extra etwas, um weiter glauben zu können.
Und nachdem es eben keine Beweise für Gott gibt, ist seine Existenz unwahrscheinlicher. Es ist ein Rückzugsgefecht, das die Gläubigen führen. Die Geschichte des Glauben ist die Geschichte der Ausreden, um weiter Glauben zu können.

Antworten Antworten Gast: selberlehrer
13.06.2012 22:14
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Re: Re: klärungen

Ich denke, dass wir aneinander vorbei reden. Liebe, Freundschaft etc. sind nicht wissenschaftlich beweisbar, aber real.
Tatsächlich hat unsere Welt verschiedene Welten, das ist jetzt nicht esoterisch, sondern durchaus realistisch. Der materielle Teil ist einer davon. Physiker und Mediziner werden Ihnen auch erklären, dass es Dinge gibt, die real sind im Bereich der Informationsweitergabe, aber nicht beweisbar.
Bleiben wir doch dabei, dass sowohl die Existenz als auch die Nicht-Existenz eine Glaubensfrage bleibt.
Das Argument der Ausreden ist redundant. Ich glaube gerne, wissenden Geistes :-), weil - und das ist der Punkt- ich aufgrund von Erfagrungen glaube. Nicht aufgrund von Postulaten.

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Was sind Erfahrungen?

Weihwasser und Wallfahrten haben so gut gewirkt wie Granderwasser heute!
Ist jetzt die Wirkung von Granderwasser übernatürlich oder beider Wirkungen einfach nur die Erwartungshaltung, Placeboeffekte und dergl. mehr?
Der logische Schluß spricht eindeutig für letzteres und gegen jede Transzendenz!

opium

bezugnehmend auf die religion hatte karl marx
recht!!!

Re: opium

Der schien sich ja mit Opium gut auszukennen, das war aber auch schon das einzige womit sich dieser volksverhetzer auskannte.

Gast: Johann N.
07.06.2012 09:09
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hier wird zensuriert

Kommentare, die kritisch gegenüber der Amtskirche sind, werden in diesem Forum zensuriert

Re: hier wird zensuriert


Die Presse ist ein Propagandaorgan der röm.-kath. Kirche


„98,33 % der Anteile sind im Besitz der Katholischer Medien Verein Privatstiftung (vormals Katholischer Preßverein Privatstiftung) und zu 1,67 % im Besitz des Katholischen Medien Vereins (vormals Katholischer Preßverein)“

„…Meilensteine der Unternehmensentwicklung waren … die schrittweise Übernahme der österreichischen Traditionszeitung Die Presse ab 1991.“

vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Styria-Verlag

vgl. http://diepresse.com/unternehmen/sales/online/532662/Offenlegung-fuer-Die-Presse-Digital



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Wenn Masturbieren keine Sünde ist, dann gibt es keinen Gott!

Wenn es keine Gott gibt, dann gibt es keine Sünde und niemandem können Höllenqualen angedroht oder himmlische Freuden versprochen werden.
Damit bricht natürlich jede Religionsherrschaft zusammen. Ihr ewiges Heil und ihre Verdammnis und ihr Anspruch dafür oder dagegen etwas tun zu können, wird leeres Papperlapapp!

Antworten Gast: Su Nuraxi
06.06.2012 20:57
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Re: Logisch

"Wenn Masturbieren keine Sünde ist, dann gibt es keinen Gott!" und "Wenn es keine(sic!) Gott gibt, dann gibt es keine Sünde."
Der perfekte Zirkelschluss! So in etwa wie "Wenn es kein dummes Posting zum Thema Masturbation gibt, dann gibt es auch keinen aquilo", woraus folgt "Wenn es keinen aquilo gibt, dann gibt es auch keine dummen Postings."

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Re: Re: Logisch

Natürlich ist es ein Zirkelschluß!
Aber jeder Gottesbeweis ist nichts anderes als ein Zirkelschluß? Oder kennen Sie ein schlüssigen Gottesbeweis?
UNd bitte mit welchem Argument, wollen Sie der Masturbation die Sünde anhängen?
Mit biblischen Mythen vom alten Onan? Mit Gefasel von natürlichem Verhalten? Mit dem Märchen einer Gott gefälligen Lebensweise? Oder wollen Sie vielleicht die g'spasigen Geschichten vom Rückenmarksleiden aufwärmen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Su Nuraxi
07.06.2012 00:04
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Re: Re: Re: Logisch

Die einzige Beweismöglichkeit, die absolut schlüssig ist, ist der deduktive Schluss. Und den gibt es nur in der Mathematik und in der Formallogik, nicht einmal in den Naturwissenschaften.
Wenn du nur Dinge gelten lässt, die schlüssig beweisbar sind, dann sperr dich ein, denk über Mathematik nach und lass die Leute in Ruhe, die in Betracht ziehen, dass es auch etwas geben könnte, was nicht deduktiv beweisbar ist (also ALLES außer Mathematik und Formallogik).

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Re: Re: Re: Re: Logisch

Ds ist richtig, aber es gibt doch eine Wahrscheinlichkeit, die sich aus zahlreichen Überlegungen und Fakten ergibt. Ich weiß sehr wohl, dass eine naturwissenschaftliche Tatsache sehr wohl auch nur eine Theorie ist. Und verschiedene Theorien sind eben mehr oder weniger wahrscheinlich. Die Gottestheorie ist aber höchst unwahrscheinlich. Und es ist eigenartig, dass man über alle Theorien befinden darf, nur nicht über die Unwahrscheinlichkeit der Gottestheorie, obwohl dafür die Beweislage schlecht ist! Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass kein Gott existiert. Und mit gleichem Recht, wie sie ihre Ruhe fordern, können andere fordern, dass man sie mit dem Gottesglauben in Ruhe lassen soll. Und dieses Ruhebedürfnis ist nicht schlechter als die ständige öffentliche Diskussion, die auf einer Transzendenz beruht, die eben unwahrscheinlich ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Su Nuraxi
07.06.2012 14:26
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Re: Re: Re: Re: Re: Logisch

Dir ist aber schon klar, dass dein obiger (wirklich absichtlicher?) Zirkelschluss der missglückte Versuch war, die Existenz eines Gottes zu widerlegen?

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Logisch

Wissen Sie, mir ging es darum aufzuzeigen, dass eine Sünde, und darum geht es ja dem Vatikan, zumindest vordergründig, nur in Verbindung mit einer "Transzendenz", einem Gott und dergleichen mehr geben kann.
Warum die Menschen im Laufe ihrer Entwicklung einen Hang entwickelt haben mit transzendenten Erklärungen zu operieren ist eine andere Geschichte. Nach einer im Grunde unrichtigen Annahme Entscheidungen zu treffen, mag durchaus Vorteile in der Evolution bringen, aber deswegen wird Gott, als logisch weitergedachtes höchstes Wesen nicht wahrscheinlicher als die Geister und Dämonen von Schamanen. UNd die gibt es natürlich auch noch immer. Schutzengel und Teufel bevölkern auch den katholischen Himmel. Dazu kommen noch die Heiligen und nicht vergessen die hl Jungfrau körperlich real im Himmel, weil ohne Erbsünde geboren. Und bitte die endlosen Diskussionen um das Wesen der Dreifaltigkeit sind auch nicht ohne! Was tat man nicht alles, um sich von den Heiden zu unterscheiden, aber es ist kein Unterschied!