24.05.2013 21:20 Merkliste 0

"Exorzismus"-Prozess: Bis zu neun Jahre Haft

12.06.2012 | 08:35 |   (DiePresse.com)

In Belgien standen drei Männer und drei Frauen vor Gericht, weil sie eine junge Frau bei einem islamischen Ritus zu Tode gequält haben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehrjährige Haftstrafen für tödlichen Exorzismus: Weil sie eine junge Frau zu Tode gequält haben, hat ein Gericht im belgischen Brüssel sechs Menschen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der Mann des 23-jährigen Opfers muss wie einer seiner Mittäter für neun Jahre hinter Gitter.

Die übrigen Beteiligten erhielten Haftstrafen von drei und fünf Jahren auf Bewährung, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu fünfzehn Jahre Haft gefordert.

Brutaler Ritus der "Entzauberung"

Die junge Frau war im August 2004 verstorben, nachdem die Täter sie stundenlang gewürgt, unter Wasser getaucht und geschlagen hatten. Vier der Angeklagten hatten die Richter bereits in der vergangenen Woche der Tötung schuldig gesprochen, zwei der ausgeübten Folter.

Die drei Männer und drei Frauen misshandelten die junge Frau bei einem islamischen Ritus der "Entzauberung". Erst nachdem sie mehrere Stunden lang bewusstlos gewesen war, riefen sie den Rettungsdienst.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

7 Kommentare
0 1

Alte Privilegien - So sauber, wie man es sich als halbwegs aufgeklärter Mensch vorstellt, sind Staat und Kirche aber noch längst nicht getrennt.

Zugegeben, die einst mächtigen Allianzen zwischen Kirche und Staatsmacht sind aufgebrochen, aber nicht auf allen Gebieten und vor allem nicht im Detail. Dank der einzementierten Vorstellung, dass Ethik und Moral nur unter Bezug auf eine Transzendenz verwirklicht werden und bestehen können, werden immer noch die Vertreter eines Glaubens, in dessen Namen ungezählte historische und bezeugte Unmenschlichkeiten gerechtfertigt wurden, als notwendige Institutionen für Ethik und Moral angesehen.
In der staatlich anerkannten katholischen Kirche ist es auch heute noch obligatorisch, an eine Besessenheit durch böse Mächte, den Dämonen, zu glauben. Ungeachtet aller gesicherten Erkenntnisse in Biologie und Psychologie haben in dieser Religionsgemeinschaft daher Exorzismus und ein installierter Exorzist ihren theologisch unangefochtenen Platz. Wer weiß, wie es einem Sigmund Freud in früheren Zeiten unter einer klerikal dominierten Herrschaft ergangen wäre, wo doch heute noch Mitglieder von Ethikkommissionen psychiatrischer Anstalten nach ihrer Konfession an Besessenheit zu glauben haben?
Den Stall eines abergläubischen Landwirts darf jeder kraft eigener (Ein)Bildung entstören, auspendeln und energet(h)isieren, aber zum Enthexen, zum Befreien aus Teufelsmacht, soll immer noch nur der zuständige katholische Geistliche befugt sein. Wer unbefugt entgeltlich enthext, machte sich profan strafbar und versündigt sich jedenfalls, wie auch der Landwirt, aus theologischer Sicht.

Antworten Gast: nur neugierig
15.06.2012 21:06
0 0

Re: Alte Privilegien - So sauber, wie man es sich als halbwegs aufgeklärter Mensch vorstellt, sind Staat und Kirche aber noch längst nicht getrennt.

Und das alles hat mit dem Urteil gegen die 6 Moslems, über das der Artikel schreibt, genau was zu tun?

Die Urteile sind nicht zu milde

aber die Täter sind imho vermindert schuldfähig, da religiös-psychotisch

Durchgeknallte sollten jedenfalls ein Recht auf Heilung haben - auch wenn es schwierig ist, zumal wir den Geist im Hirn noch immer sehr schlecht verstehen...




Viel zu milde Urteile.

Ich kann mich der Empörung des Vorschreibers nur anschließen.
Menschenleben sind halt nix wert. Aber wehe, es stiehlt wer (und schon gar ein Ausländer) im Supermarkt eine Tube Zahnpasta...

Re: Viel zu milde Urteile.



Polen: Exorzisten ans Werk
http://diepresse.com/home/panorama/welt/350138/Polen_Exorzisten-ans-Werk
Geistliche wollen Dämonen austreiben.


Exorzist: Benedikt XVI. soll Teufel ausgetrieben haben
http://diepresse.com/home/panorama/religion/729262/Exorzist_Benedikt-XVI-soll-Teufel-ausgetrieben-haben-
Der Chefexorzist des Vatikan berichtet von einer Teufelsaustreibung bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz.


"Segenspater": Der Exorzist wider Willen
http://diepresse.com/home/panorama/religion/704744/Segenspater_Der-Exorzist-wider-Willen
In Oberösterreich sehen manche Flüche und allerlei dunkle Mächte hinter ihren Problemen. Sie vertrauen auf geheimnisvolle Kräfte eines fast 90-jährigen Paters. Die katholische Kirche lässt ihn gewähren.


Immer mehr Italiener suchen Hilfe beim Exorzisten
http://diepresse.com/home/panorama/religion/730064/Immer-mehr-Italiener-suchen-Hilfe-beim-Exorzisten
Eine halbe Million Italiener haben sich im Vorjahr an kirchliche Exorzisten gewandt, berichten katholische Psychologen.


Römischer Exorzist Amorth: "Yoga ist teuflisch"
http://diepresse.com/home/panorama/religion/711747/Roemischer-Exorzist-Amorth_Yoga-ist-teuflisch-
Yoga führe zum Hinduismus, warnt Pater Amorth. Zudem kritisiert der Exorzist Harry Potter und warnt vor Diskobesuchen.



1 0

Diese Zusammenstellung ist sehr gut!

Und in jeder Ethikkommission sitzen kath. Geistliche! Wenn nun so ein Geistlicher in der Kommission einer Psychiatrie sitzt, muss er immer entscheiden, ob der Patient krank ist oder vom Teufel besessen und das im 21.Jhd.

Gast: yoshi1
12.06.2012 12:34
8 0

9, 5 und 3 Jahre

für FOLTER mit Todesfolge (eigentlich für Mord, denn dass jemand sterben kann wenn man ihn schlägt, würgt und untertaucht ist keinesfalls eine Überraschung und wurde in Kauf genommen! Frage mich wie die Anwälte die Angeklagten da herumbekommen haben?!) Jeder Bankräuber muss länger in den Häfn. Religion darf kein Milderungsgrund sein!