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Anti-Nobelpreis würdigt unnütze Forschungen

03.10.2008 | 09:40 |   (DiePresse.com)

Harvard vergibt wieder die "goldene Himbeere" der Wissenschaft. Heuer wurden etwa Studien über Katzenflöhe und die Würde von Pflanzen "geehrt".

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Der wissenschaftliche Vergleich zwischen Hunde- und Katzenflöhen und eine Abhandlung zur Würde der Pflanzen haben drei Franzosen und der Schweiz den diesjährigen "unwürdigen" Nobelpreis der Harvard-Universität eingebracht. Rund 1200 Zuschauer nahmen am Donnerstag an der wenig feierlichen Verleihung der satirischen Preise im Sanders-Theater der Universität teil. Die Anti-Nobelpreise werden seit 1991 für unnütze oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten verliehen.

Coca Cola als Spermizid

Für ihre Feststellung, dass Hundeflöhe durchschnittlich 20 Zentimeter weiter springen als Katzenflöhe, wurden drei Veterinär-Wissenschaftler aus Toulouse mit dem Ig-Nobelpreis für Biologie ausgezeichnet - Ig steht dabei für ignoble (unwürdig). Der wissenschaftliche Vorschlag, das Knacken älterer Chips elektronisch so zu verändern, dass sie wie frisch klingen, brachte einem italienisch-britischen Wissenschaftler-Duo den Preis für Ernährungswissenschaften ein. Der Chemie-Preis ging an zwei rivalisierende Teams aus den USA und Taiwan für ihre Feststellung, dass sich Coca Cola als Spermizid eignet - beziehungsweise nicht. Der Friedens-Ig-Nobelpreis schließlich ging an die Bevölkerung der Schweiz und ihrem Ethik-Komitee für Biotechnologie für die "Entwicklung des Rechtsprinzips, dass auch Pflanzen Würde besitzen."

Zuerst Lachen, dann Nachdenken

Die Preise wurden dieses Jahr von dem 89-jährigen echten Nobelpreisträger für Chemie, William Lipscomb, überreicht. Sie bestehen aus einer Medaille mit der denkwürdigen Aufschrift: "Der Ig-Nobelpreis wurde im Jahr 2008 dem Ig-Nobelpreisträger in Anerkennung seiner Ig-Nobelpreis-trächtigen Leistung verliehen". Laut dem Organisator des Abends, Marc Abrahams vom Magazin "Annals of Improbable Research" (Annalen der unmöglichen Forschung), werden die Preise für Arbeiten verliehen, die "zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken" animieren. Die Preisträger kommen inzwischen gern, auch wenn sie für die Anreise selbst zahlen müssen. Für ihre Danksagung haben sie genau 60 Sekunden Zeit, danach werden sie unbarmherzig von einem achtjährigen Mädchen unterbrochen.

In einem trockenen Kommentar auf seiner Internetseite wies "Improbable Research" darauf hin, dass die diesjährige Feier mit einem Ereignis zusammenfiel, das ihr "möglicherweise überraschend ähneln wird": Der Debatte zwischen den beiden Vizepräsidentschaftskandidaten Joseph Biden und Sarah Palin.

 

(Ag. )

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