22.05.2013 09:43 Merkliste 0

Wild-Kamera filmt Kärntner Politiker beim Liebesspiel

11.06.2012 | 16:24 |   (DiePresse.com)

Der Fall hat eine Debatte über die elektronische Waldüberwachung ausgelöst. Das Aufstellen der Kameras wäre eigentlich genehmigungspflichtig.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein Oberkärntner Kommunalpolitiker ist von einer Kamera zur Wildbeobachtung beim Schäferstündchen mit einer Geliebten "in flagranti" im Wald fotografiert worden. Das berichtete der ORF am Montag. Der Fall hat nun eine Debatte zu der Praxis der elektronischen Waldüberwachung ausgelöst, insbesondere weil das Aufstellen der unscheinbaren Geräte genehmigungspflichtig ist und Passanten durch Schilder vorgewarnt werden müssten. Die Bilder vom Liebesspiel des Politikers landeten vorerst nicht in der Öffentlichkeit.

Die Kameras werden an Bäumen befestigt und schießen ein Bild, wenn sich etwas vor der Linse regt - und das mittels Infrarot sogar bei Dunkelheit. "Wie viele Kameras zur Wildbeobachtung in Kärnten aufgestellt sind, kann ich nicht sagen, weil uns das nicht gemeldet werden muss", sagt Freydis Burgstaller-Gradenegger, die Geschäftsführerin und Juristin der Kärntner Jägerschaft. Die Kameras würden von Jägern in Wildfütterungsbereichen aufgestellt, seien aber auch für wissenschaftliche Projekte und private Naturbeobachtungen in Gebrauch.

Kameras in Bereichen mit Betretungsverbot

Laut Burgstaller-Gradenegger waren die Kameras für sie bis dato kein Thema, auch weil sie in der Regel dort aufgestellt würden, wo es Wild und als Voraussetzung dafür kaum Menschen gebe. In einem 400-Meter-Radius um Rotwildfütterungen bestehe außerdem ein absolutes Betretungsverbot, das auch ausgeschildert sei.

Den aktuellen Fall will die Geschäftsführerin aber zum Anlass nehmen, um die Jägerschaft über die rechtlichen Erfordernisse der Waldüberwachung zu informieren. Burgstaller-Gradenegger: "Eigentlich braucht jede Kamera eine datenschutzrechtliche Bewilligung."

Videoüberwachung meldepflichtig

Hans Zeger, Obmann der Arge Daten, betont, dass jede Videoüberwachung, bei der Personen identifiziert werden können, melde- und kennzeichnungspflichtig sei. Derartige Videoaufnahmen dürfen grundsätzlich nicht veröffentlicht werden. Insbesondere bei Aufnahmen, die jemanden bloßstellen, können Schadenersatzansprüche von bis zu 20.000 Euro von der betroffenen Person eingefordert werden. Ob dies im konkreten Fall gegeben ist, müsse jedoch ein Gericht entscheiden, so Zeger. Wie viele Wildkameras genehmigt wurden, kann Zeger nicht sagen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

12 Kommentare
Gast: Be-obachter
12.06.2012 19:22
1 1

Da war sicher ein SPÖ-, ÖVP-, oder Grün-Politiker,

weil sonst wäre ganz groß auf der Titelseite gestanden: Freiheitlicher Politiker...

Sehen Sie - das nennt man: "zwischen den Zeilen lesen"

Gast: Plach2
12.06.2012 14:09
2 0

In NÖ funktioniert das ganz anders:

Weil ein Familienvater seinen Grund nicht spottbillig an den Freund vom Bürgermeister (ÖVP) verkauft hat, sondern die Bauplätze für die Kinder wollte, verschwanden aus dem Bauakt auf der Gemeinde Unterlagen. Auf einmal war das Haus, seit 1960 ohne Probleme bewohnt, "unbewohnbar".

Um das zu überwachen ließ der Bürgermeister eine Videoüberwachung zum Eingang des Hauses montieren. Die BH (ÖVP) der Landeshauptmann (ÖVP) die Volksanwältin (ÖVP) prüften und behaupteten: "Es ist ohnehin nur eine Attrappe".

Gast: guestin
12.06.2012 10:15
0 0

die politiker ...

... trichtern uns doch immer ein, dass wir doch nichts zu befürchten hätten, es lediglich um die bösen, bösen bösewichte geht, die man damit ausfindig machen will. in wahrheit nimmt die überwachung verheerende ausmaße an. an jeder ecke eine kamera die unbescholtene bürger auf schritt und tritt verfolgen. auch die wiener linien rüsten (im wahrsten sinne des wortes) auf und bringen an den unmöglichsten stellen kameras an (wer hier wohl das lobbying betreibt???).
in wahrheit geht es jedoch um das von der eu geförderte porjekt INDECT.
1984 ist somit real. wann treten die bürgerinnen endlich auf und demonstrieren dagegen?

de.wikipedia.org/wiki/Indect

so sehe ich die Rechtslage:

solange ein Wild, auch eine Wildsau, also ein Tier (mindestens eines) involviert war, liegt kein Datenmissbrauch vor.

Gast: Na und?
12.06.2012 07:36
1 0

Wer nichts verbrochen hat, hat auch nichts zu verbergen!

So trichtern uns das die Politiker doch ein?!

Genial, daß es oft die "Richtigen" erwischt. Hoffentlich wartet daheim die Frau mit dem Nudelwalker auf ihren Bock!

0 6

Wetten, das war kein freiheitlicher Politiker, der da im Wald erwischt wurde.

Denn wärs ein Freiheitlicher gewesen oder einer wie der Grasser, dann hätten das unsere Vereinigten Regierungsmedien im Sinne des "öffentlichen Interesses" hemmungslos und ganz groß gebracht. So aber lässt man die "Datenschützer" herumsudern. Oder die bekannten Wiener Staatsanwälte hätten den Film sofort an News, Profil oder Falter weitergegeben. Und zwei Tage später hätten auch die Profinzblätter wie etwa die OÖNachrichten das abschreiben dürfen.

1 1

Re: Wetten, das war kein freiheitlicher Politiker, der da im Wald erwischt wurde.

Also ich glaube ganz im Gegenteil, dass es sehr wohl ein Freiheitlicher war, denn bei einem Roten hätte es dieses Ereignis gar nie bis in die Printmedien bzw. sogar den ORF (news-flash) geschafft. Denn der eigentliche "Nachrichtenwert" ist ja sehr gering, um sowas überregional in alle Medien zu bringen.

Vermutlich hat sich derjenige Politiker nur gerichtlich gegen eine Veröffentlichung seines Namens durchgesetzt. Schauen wir mal, ob etwas durchsickert, dann sehen wir wer recht hatte.

"Videoüberwachung meldepflichtig"

Schön und gut.
Aber wenn ich den Artikel richtig lese, handelt es sich bei den angebrachten Gerätschaften um (automatische) Fotoapparate und nicht um Videokameras:
"Die Kameras werden an Bäumen befestigt und schießen ein Bild, wenn sich etwas vor der Linse regt - und das mittels Infrarot sogar bei Dunkelheit."

Fällt das nun auch unter Videoüberwachung? Oder muss man von den Phootographierten dann nur eine "Model Release" einholen ...

Gast: b754
11.06.2012 18:37
2 1

war er auf viagra?


Re: war er auf viagra?

nein, er hat zu seiner Frau gesagt: du, schatzi, ich geh kurz auf a wildsau

Gast: Toller
11.06.2012 17:08
3 2

Wer nix zu verbergen hat, ...

... hat nix zu befürchten, sagen uns die Politiker doch immer. Warum soll das jetzt auf einmal anders sein?! Warum ist eine Wildkamera "gefährlicher" als eine Überwachungskamera am Karlsplatz, am Schwedenplatz oder vor einer x-beliebigen Schule? Ist uns nur mehr der Wald als unbeobachteter Rückzugsort geblieben, weil wir ja nicht einmal im Schlafzimmer mehr vor dem sicher sind, was die Politiker, die jetzt aufschreien werden, beschlossen haben? Oder geht es nur darum, dass Private nicht überwachen dürfen, der Staat aber schon, weil Vater Staat immer weiss, was das Beste für uns ist?!

LOLOLOLOLOLOLOLOLOL