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Medizin: Ein Jahr Berufsverbot für Impfgegner

02.12.2005 | 00:00 |  VON ERNST SITTINGER (Die Presse)

Ärztekammer statuiert Exempel: "Volksgesundheit geht vor Meinungsfreiheit."

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GRAZ. Die Disziplinarkommission der steirischen Ärztekammer greift nun beim Thema "Impfungen" hart durch: Am Dienstag wurde gegen den Arzt Johann Loibner aus Ligist ein bedingtes einjähriges Berufsverbot verhängt. Loibner spricht sich seit Jahren explizit und vehement gegen Impfungen aus. Dadurch habe er, so der zuständige Disziplinaranwalt, das Ansehen des Ärztestandes geschädigt und seine ärztliche Sorgfaltspflicht verletzt.

Das Urteil - ein Jahr Berufsverbot bedingt auf drei Jahre - ist der bislang letzte Akt in einem lange schwelenden Konflikt. Eine Handvoll steirischer Ärzte vertritt im Gegensatz zur Schulmedizin den Standpunkt, dass "Impfungen nie genützt haben, sondern leider gar nicht so wenige Schäden an der Gesundheit anrichten", wie Loibner sagt. Er sieht sich als Homöopathen, trat mehrfach als Organisator von impfkritischen Kongressen in Aktion und betreibt auch eine einschlägige Homepage. Loibner empfiehlt anstelle von Impfungen den Eltern, sie sollten bei ihren Kindern für Bewegung, frische Luft, ausreichend Schlaf und regelmäßige Abhärtung sorgen.

Der Impfreferent der Ärztekammer, Prof. Diether Spork, findet für diese Haltung harte Worte: "Es werden falsche Hoffnungen geweckt und Versprechungen gemacht, die nicht haltbar sind. Es ist nicht viel anders als beim seinerzeitigen Fall des berüchtigten ,Krebs-Arztes' Rijke Gerd Hamer." Die Medizin könne dies nicht dulden, da gerade das Thema Impfungen heikel sei: "Wir brauchen ja den gesunden Menschen, der zu uns kommt, bevor er etwas spürt. Deshalb ist hier Aufklärung besonders wichtig."

Dass Loibner eine Vernichtung seiner Existenz und einen Anschlag auf die Meinungsfreiheit ortet, lässt Spork nicht gelten: Ein Privatmensch dürfe glauben, was er wolle, doch Loibner sei Arzt und müsse als solcher nach dem "Stand der Medizin" handeln. Es gehe um das Recht der Kinder auf Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten. Spork, früher langjährig an der Grazer Kinderklinik tätig: "Ich habe noch gesehen, wie Kinder an Masern sterben. Gott sei Dank gibt es heute eine so hohe Durchimpfungsrate." Andererseits seien es gerade diese Erfolge, die die Menschen heute anfällig machten für Anti-Impf-Propaganda, da es eben die dramatischen Beispiele nicht mehr gebe.

Spork betont, dass man dem Impfen nichts unkritisch gegenüber stehe. Beispiel Tuberkulose: Sie wird heute nicht durch Impfen bekämpft, da es besser ist, sie früh zu erkennen und zu behandeln.

Aufklärungsbedürftiges Detail: Noch am 21. Oktober trat Loibner als Referent bei einer Impf-Tagung in Graz auf - veranstaltet offiziell von der Ärztekammer und unterstützt von der Pharma-Industrie. Die Kammer hüllt sich in Schweigen: Disziplinar-Urteile seien laut Ärztegesetz geheim, heißt es.

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3 Kommentare
Gast: Marga Bland
03.12.2009 23:04
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Totalitaere Aerztekammer

jede person, die ueber geraume zeit berufsmaessig oder als betroffene(r) unser medizinisches system kennengelernt hat, wird zugeben muessen, auf wie duennen fueßen unser medizinisches "glaubensystem" basiert.
im fall des bekraeftigenden bescheides der expertenkommission des landes steiermark (bez. berufsverbots fuer dr. loibner) sieht man sich - zumindest was die art der austragung des konfliktes betrifft - an tribunale des mittelalters erinnert.
leider hat die verzweckungstendenz in unserem kulturkreis und davon ausgehend in alle richtungen rasant zugenommen.
dazu erinnere ich mich an ein graffiti-transparent auf der grazer hauptbruecke mit dem satz: gewinnorientierte gesellschaftliche gruppen denken nicht (gemeint: in menschenrechtskategorien), sie haben interessen.
schade, dass sich die aerztekammer ihrer eigenen basis gegenueber (frei praktizierende aerzte, patienten als ihre "kunden") so ignorant verhaelt, dass sie eine rege medizinische diskussion aus pragmatischen gruenden in totalitaerer manier abwuergt. 7 von 10 aerzten aus meinem sehr breitgestreuten bekannten- und berufsumkreis sehen den sachverhalt aehnlich, ohne in allen belangen mit hrn. dr. loibner uebereinzustimmen.
was die sogenannte "verunsicherung der patientenschaft" angeht, verweise ich zum stichwort "machtinteressen" auf phaenomene der kirchengeschichte. die verwandtschaft speziell historischer klerikal-fragwuerdiger rollen zu jenen einiger gegenwaertiger aerzte ist da und dort leider nicht zu leugnen.

Gast: Jos
06.11.2009 20:13
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Pharmamafia

Wievie zahlt die Pharmaindustrie für derartige Aktionen. Ich denke ein Arzt soll die Patienten nach medizinischen Gesichtspunkten beraten und nicht nach dem wofür die Pharmindustrie zahlt.

Gast: Menschenflüsterer
17.08.2009 11:22
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Die Ärztekammer sollte Berufsverbot bekommen.

Aus England wird Kritik gegen die geplante Schweinegrippen-Impfungen laut. Der britischen Zeitung „Daily Mail“ wurde ein internes Schriftstück der Gesundheitsbehörde zugespielt, in der vor extremen Nebenwirkungen gewarnt wird.

Durch die Impfung könnte die Gehirnkrankheit Guillain-Barre Syndrom (GBS) ausgelöst werden. Diese Krankheit greift die Nerven an, hat Lähmungen der Körperorgane und der Lungen zur Folge, die zum Tod führen können.

http://www.bild.de/BILD/news/2009/08/16/schweinegrippe-impfung/nebenwirkungen-gefaehrlicher-als-das-virus.html