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Medikamentenmissbrauch steigt

26.06.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

UN-Drogenbericht. Cannabis bleibt am häufigsten konsumiertes illegales Suchtmittel.

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New york/Wien/Zoe. Alles beim Alten, aber doch ganz anders: Die weltweiten Muster von Drogenkonsum und -produktion sind im Jahr 2011 weitgehend gleich geblieben. Rund 230 Millionen Menschen weltweit haben mindestens einmal im Jahr illegale Suchtmittel ausprobiert. Auch an der Zahl der Abhängigen (weltweit 27 Millionen) sowie den gesundheitlichen Konsequenzen hat sich – global gesehen – kaum etwas geändert. Das geht aus einem am gestrigen Dienstag präsentierten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit Sitz in Wien heraus.

Das weltweit am häufigsten gebrauchte illegale Rauschmittel ist nach wie vor Cannabis mit zwischen 119 und 224 Millionen Konsumenten. Neu ist, dass sich in Europa der Trend zur Marke Eigenbau verstärkt: Einerseits setzen europäische Kiffer auf ihre eigenen Plantagen im kleinen Stil, aber auch auf Großanbau des Krauts für den lokalen Markt. Besonders in Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Finnland wurde in den vergangenen Jahren ein steiler Anstieg in der inländischen Produktion verzeichnet (das berichtet die Europäische Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon).


Afghanistan ist Sorgenkind

Der Konsum von Labordrogen wie Amphetaminen oder Methamphetaminen, der von der UNO im Vorjahr als boomend eingestuft wurde, hat sich nun weitgehend stabilisiert – und bleibt auf Rang zwei der am häufigsten eingenommenen illegalen Substanzen. Besonders in Mittelamerika sowie Ost- und Südostasien hat sich die Menge der beschlagnahmten synthetischen Drogen auf 45 Tonnen im Jahr verdoppelt.

Zu einem immer größeren Problem wird allerdings der Missbrauch von sogenannten „Legal Highs“, also verschreibungspflichtigen Medikamenten. Vor allem Frauen würden laut UN-Bericht verordnete Beruhigungsmittel in beunruhigendem Maße einnehmen und so in eine lebenslange Abhängigkeit schlittern.

Im Bereich der Heroinproduktion bleibt Afghanistan das Sorgenkind: Die weltweite Opiumproduktion stieg 2011 auf 7000 Tonnen – 5800 Tonnen davon wurden allein im Land am Hindukusch angebaut (Zunahme um 61% im Vergleich zu 2010). Aufgrund der hohen Preise setzen aber auch immer mehr Bauern in Südostasien auf den Schlafmohnanbau, seit 2006 wird dort doppelt so viel angepflanzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2012)

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