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Mali: Islamisten zerstörten weitere antike Stätte

02.07.2012 | 15:54 |   (DiePresse.com)

Islamistische Rebellen schlugen den Eingang der zum Weltkulturerbe gehörenden Sidi-Yahya-Moschee ein. Die Unesco sprach von einem Verbrechen gegen die Geschichte der Welt.

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Islamistische Rebellen haben am Montag in Timbuktu ihren Zerstörungsfeldzug fortgesetzt. Nach Angaben von Augenzeugen schlugen sie den Eingang der zum Weltkulturerbe gehörenden Sidi-Yahya-Moschee in der Stadt im Norden von Mali ein. Bereits am Wochenende wurden insgesamt sieben Mausoleen eingerissen, was weltweit zu entsetzten Reaktionen geführt hatte.

Die Angreifer hätten die "heilige Tür" des zum Weltkulturerbe zählenden Gebäudes zerstört, die normalerweise nie geöffnet werde, sagte ein Bewohner der Stadt. "Sie sind mit Spitzhacken in den Händen gekommen, haben 'Allah' gerufen und die Tür zerstört", sagte ein weiterer Bewohner, ein früherer Touristenführer. "Das ist sehr schlimm. Viele Menschen, die das ansehen mussten, haben angefangen zu weinen."

Die Sidi-Yahya-Moschee aus dem 15. Jahrhundert gehört zu den drei großen Moscheen der Stadt und wird zusammen mit 16 islamischen Heiligengräbern von der UN-Kulturorganisation Unesco als Weltkulturerbe gelistet. Nachdem die Unesco am Donnerstag die Denkmäler auf die Liste der gefährdeten Weltkulturerbestätten gesetzt hatte, begannen Mitglieder der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine am Samstag, die Mausoleen einzureißen. Bis Montag zerstörten sie sieben. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) sprach von einem "Kriegsverbrechen".

Verbrechen gegen die Geschichte der Welt

"Sie begehen ein Verbrechen gegen die Geschichte der Welt", sagte der Afrika-Experte der Unesco, Lazare Eloundou Assomo, am Montag in einem Gespräch der Nachrichtenagentur dpa. Die Verwüstung der geschützten Heiligtümer im Norden Malis sei "durch nichts zu rechtfertigen und inakzeptabel", sagte der Diplomat am Rande der Sitzung des Welterbe-Komitees in St. Petersburg.

Aus Sicht der Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen und ihrer Gräber gegen den Islam, der den Gläubigen gebietet, allein Allah zu verehren. In der Wüstenstadt Timbuktu ist der Heiligenkult jedoch weit verbreitet und die Heiligen gelten als Beschützer der Stadt. Die zerstörte Tür führt zu einem Heiligengrab. Dem örtlichen Glauben zufolge bringt es Unglück, sie zu öffnen, weshalb sie den Bewohnern Timbuktus zufolge seit mehreren Jahrhunderten geschlossen ist. Ein weiterer Augenzeuge sagte, die Islamisten hätten zeigen wollen, dass das Öffnen der Tür keine Folgen habe.

Die Vereinigung religiöser Führer in Mali kritisierte die Zerstörung der Stätten scharf und sprach vom "Verbrechen von Timbuktu" und von "Intoleranz". Timbuktu gilt als Zentrum, von dem aus sich im 15. und 16. Jahrhundert der Islam in ganz Afrika ausbreitete.

Islamistische Gruppen und Tuareg-Rebellen hatten vor wenigen Monaten den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem ein Putsch von Soldaten gegen den früheren Präsidenten Amadou Toumani Toure für ein Machtvakuum gesorgt hatte. Ansar Dine und die Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO) wollen im Norden das islamische Recht der Scharia einführen. MUJAO-Anhänger vertrieben die Tuareg jüngst aus den Städten Gao und Timbuktu.

(APA/AFP/dpa)

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5 Kommentare

Bilderstürmer

hat es in der Geschichte des Christentums immer wieder gegeben: Ikonoklasmus im Byzantinischen Reich, Hugenotten haben im Süden Frankreichs sehr viel an alten Kunstschätzen und Gebäuden zerstört (auch im Namen der Religion); unter Cromwell wurden in England sehr viele wertvolle Kulturgüter vernichtet (im Namen des Puritanismus), davor wurden schon mittelalterliche Kirchen und Klöster dem Verfall preisgegeben, indem man die Dächer entfernt hat.
Auch Josef II hat (im Namen der aufgeklärten Religion) wertvolle Kirchen abreissen lassen.
Im Alten Testament werden Altäre und Kulthöhen fremder Religionen im Namen des einen Gottes zerstört. Mit denTempeln aus der Antike sind ja die frühen Christen auch nicht sehr zimperlich umgegangen.
Trotzdem: Schade.

Gast: Mahnerin
02.07.2012 19:45
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aber was...

Tut nicht so entsetzt und vergesst nicht, daß der Islam eine abgeschriebene Replik vieler Religionen ist.
Erstaunlich ist allerdings, wie sich des wahren und alleinigen Gottes Worte erfüllen.
So verbohrt und teuflisch sie sein mögen, sie bessern sich langsam und das wahre Wort überlebt selbst in Ketten oder abgeschrieben, das da lautet:
DU SOLLST DIR KEIN BILDNIS MACHEN !

Gepriesen sei J.H.W.H. und sein Reich, in dem Blinde langsam zum Licht finden und Sehende sich ins Dunkel verirren!
Erste werden Letzte sein und Letzte Erste.
Gepriesen sei Gott, der alleinige Schöpfer!

Gast: Blankensteiner Husar
02.07.2012 19:04
1 2

Ja, was denn? Dürfen die Moslems nicht mit ihrer Religion tun, was sie wollen?

In Wien hat die RKK auch ein eigenes Gotteshaus durch Schenkung entweiht.
In DeutschlandsBraunkohlerevieren haben sie Kirchenaltäre zerschlagen. Wegen Mamon.
Und was bitte interessiert das den Ölpreis?

Gast: Wunderer
02.07.2012 16:34
3 2

Mali: Islamisten zerstörten weitere antike Stätte.......

.....ist der Fischer schon vom Berg herunt???....wie hat er denn das gemeint mit dem Miteinander???....wir müssen da aber nicht mittun, oder???
Wo steht denn eigentlich der Bericht, über die vielen getöteten Christen in Kenia???

Hmm, eine autodestruktive islamistische Bewegung

- das ist eigentlich schon ein bisschen seltsam.