Nach der Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima soll die Schilddrüsenbenlastung von Kindern im betroffenen Gebiet wesentlich höher sein, als von den Behörden behauptet, berichtet die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000. Bereits 35 Prozent der rund 38.000 untersuchten Kinder hätten Knoten in der Schilddrüse. Laut Regierungsangaben liege die Belastung unter dem Grenzwert von 100 Millisievert und es sei daher mit keinen gesundheitlichen Folgen zu rechnen.
Das nationale japanische Strahlenschutzinstitut veröffentlichte heute Mittwoch diese laut Global 2000 falschen Daten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO lege den Strahlen-Grenzwert für Kinder sogar bei 10 Millisievert an, wobei es auch noch unter diesem Wert zu Strahlenschäden kommen könne.
Knoten sind normalerweise selten
Schilddrüsenknoten seien unter normalen Umständen bei Kindern sehr selten - rund 1,5 bis drei Prozent der Bevölkerung seien davon betroffen. Jedoch würden die Knoten bei Erwachsenen viel häufiger bösartig sein, informiert Global 2000.
"Der Zusammenhang zwischen Strahlenbelastung und dem Auftreten von Schilddrüsenknoten bei Kindern ist lange bekannt, dennoch empfiehlt der Leiter der Untersuchungen, Professor Shunichi Yamashita, Vizepräsident der Fukushima Medical University, seinen Arzt-Kollegen, gegenüber verunsicherten Patienten weitere Untersuchungen für unnötig zu erklären", ärgerte sich Reinhard Uhrig, Atomexperte bei Global 2000.
In der Präfektur Fukushima sollen alle 360.000 Kinder untersucht werden. Die Zahl der von Schilddrüsenknoten betroffenen Kindern könnte steigen, fürchtet Uhrig. Er wertet es als einen "weiteren Schritt der pro-nuklearen Propagandamaschinerie in Japan, die auch vor der Verfälschung von bereits erwiesenen Daten zur Verstrahlung der verwundbarsten Opfer - von Kindern - nicht haltmacht."
(APA)
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