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USA: Giftspritze für geistig Behinderten

11.07.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

In Georgia soll ein mental zurückgebliebener Mann hingerichtet werden. Der Staat nutzt ein rechtliches Schlupfloch. Behinderten Straftätern würde so der rechtliche Schutz aberkannt.

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Wien/Washington/Sig/Ag. Dass Warren Hill Jr. zwei Menschen ermordet hat, gilt als erwiesen. Aber die Hinrichtung des geistig behinderten Mannes, so Hills Anwalt Brian Kammer, „wäre ein schrecklicher Justizirrtum“.

Warren Hill saß bereits eine lebenslängliche Haftstrafe wegen Mordes an seiner Freundin ab, als er 1990 seinen Zellengenossen totprügelte. Daraufhin verurteilte die Justiz im US-Bundesstaat Georgia den Afroamerikaner zum Tode. Seitdem sitzt der mittlerweile 52-Jährige im Todestrakt, am 18. Juli soll er durch die Giftspritze exekutiert werden. Das Urteil sorgt national für Empörung, denn der Oberste Gerichtshof der USA entschied bereits vor zehn Jahren, dass geistig Behinderte nicht hingerichtet werden dürfen. Die Definition von geistiger Behinderung überließ das Gericht allerdings den einzelnen Bundesstaaten. In Georgia (und nur hier) gilt die Vorgabe, dass die Behinderung „zweifelsfrei festgestellt“ werden muss – dies sah ein Richter in Hills Fall nicht als gegeben.

Kritiker werfen dem Bundesstaat vor, das Urteil so zu interpretieren, dass die Anerkennung einer Behinderung de facto unmöglich wird, weil bei keiner Diagnose jeder Zweifel ausgeschlossen werden kann. Behinderten Straftätern würde so der rechtliche Schutz aberkannt, Georgia würde damit gegen den achten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verstoßen. Wie US-Medien berichten, wäre auch die Familie des ermordeten Zellengenossen gegen eine Hinrichtung.

 

Ein Intelligenzquotient von 70

Die Angaben zu Hills Geisteszustand sind widersprüchlich. Mit einem IQ von 70 gilt er als unterdurchschnittlich intelligent. Dies hat ein klinischer Psychologe vor Gericht bestätigt, der zudem anmerkte, dass Hill Hirnschäden aufweise. Allerdings, so der Psychologe, wäre Hill in der Lage, Richtig und Falsch zu unterscheiden. Das bestreitet Anwalt Kammer: Hill sei geistig zurückgeblieben und habe seine Impulse nicht unter Kontrolle. Kammer will nun ein Gnadengesuch erstellen, über das morgen, Freitag, entschieden werden soll. Viel Hoffnung gibt es nicht: Das Oberste Gericht Georgias hatte im Juni eine neue Prüfung des Falles abgelehnt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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8 Kommentare
Gast: Der Gästliche
12.07.2012 13:52
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Warum nicht?

Auf eine Stufe stellen?
Auf die eines Mörders?
Mitnichten. Das ist Demokratie. Wenn die Mehrheit die Todesstrafe befürwortet, warum nicht?
Wenn wir es dem Staat überlassen, Menschen zu verurteilen und einzuperren, warum dann auch nicht von diesem Staat töten/hinrichten zu lassen.

Ich gebe zu, das für gewisse Subjekte die Todesstrafe viel zu human ist. Viel nützlicher für die Gesellschaft wären Arbeiten. Gemeinnützige arbeit, Hilfsdienste, Umweltaktionen etc. Notfalls auch Steine klopfen ;-).
Irgend etwas sinnvolles. Und damit meine ich nicht, wie Jack Unterweger, Bestseller schreiben, das Geld einsacken und dann vorzeitig entlassen zu werden und mit dem eingenommenen Geld, leben wie ein Gott...

Gast: Übrigens
12.07.2012 08:46
0 0

Auch in Österreich...

....gilt eine geminderte Intelligenz bei einem IQ von 70 nicht als geistige Behinderung

Wen wundert das?

Menschen ohne Krankenversicherung sterben lassen, na und?

Dieser oben beschriebene Fall zeigt mal wieder die unbegreifliche Kaltblütigkeit dieser Menschen.

Todesstrafe generell abschaffen!

Wenn der Staat Menschen umbringt, stellt er sich genau auf dieselbe Stufe mit den Mördern, die er damit bestrafen will.

Natürlich muss Strafe sein (auch für geistig Behinderte, vor allem wenn sie so gefährlich sind, wie dieser Mann), aber man könnte auch lebenslange Haft verhängen.

Gast: Solche Na_is
12.07.2012 00:16
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Erich Fried - Die Maßnahmen


Die Faulen werden geschlachtet,

die Welt wird fleißig.



Die Häßlichen werden geschlachtet,

die Welt wird schön.



Die Narren werden geschlachtet.

die Welt wird weise.



Die Kranken werden geschlachtet,

die Welt wird gesund.



Die Alten werden geschlachtet,

die Welt wird jung.



Die Traurigen werden geschlachtet,

die Welt wird lustig.



Die Feinde werden geschlachtet,

die Welt wird freundlich.



Die Bösen werden geschlachtet,

die Welt wird gut.



aus: Erich Fried: gesammelte Werke. Bd. 1.

Wagenbach Verlag. München 1993, S. 565. © Claassen.

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Man stelle sich vor, diese Meldung wäre aus Deutschland gekommen ...


Das kleine kleine Land im Nahen Osten hätte sich gar nicht mehr eingekriegt.

Und in den USA werden "halt lediglich" Gesetzeslücken "entdeckt", und alles ist scheinbar gut.

Bitte was muss in republikanischen Köpfen im Jahre 2012 vorgehen, dass solche Entscheidungen erwogen und derart argumentiert werden? Der selbst ernannte Rächer der Enterbten, Witwen und Waisen wird mir immer unheimlicher ...

Bist deppat!


Re: Man stelle sich vor, diese Meldung wäre aus Deutschland gekommen ...

keine sorge, aus amerikanischer sicht ist europa auch absurd und europaeer noch absurder

wenn der moerder "unzurechnungsfaehig" waere, haette er gar nicht die lebenslange haftstrafe abgesessen und waere das erste mal gar nicht verurteilt worden
der afro-amerikaner ist sehr wohl zurechnungsfaehig (was offenbar schon mehrfach bestaetigt wurde, genauso wie ein breivik zurechnungsfaehig ist)

da braucht man sich gar nicht empoeren, wenn selbst das eigene land institutionen finanziert, wo "vom gott auserwaehlten volk" die leute 98er jaehrige opas in argentinien jagen, um "gerechtigkeit" herzustellen - DAS ist fuer mich absurd

desweiteren absurd ist in europa die ganzen abtreibungen, wo unschuldige babies die noch niemand was getan haben zerstoert werden, ohne anwalt, richter und geschworene. - wie absurd ist das denn? den eigenen nachwuchs toeten und einen mehrfach verurteilten moerder laufen lassen???

bist deppad!!!

Antworten Gast: speibender regenbogen
12.07.2012 01:08
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Re: Man stelle sich vor, diese Meldung wäre aus Deutschland gekommen ...

egal, wie deppert der is. er hat schon zwei menschen auf dem gewissen. willst dem jetzt gnade erweisen, weil er zu blöd für die gesellschaft ist? auf daß er noch ein paar umbringt, weil ers ja nicht kapiert?