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Lawinenunglück: "Wie in einer Waschmaschinentrommel"

13.07.2012 | 16:33 |   (DiePresse.com)

Einer der Überlebenden berichtet von der Lawine, die "ohne Geräusch, nur mit einem Hauch" über ihn und seine Gruppe hereingebrochen sei.

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Nach dem Bergsteigerdrama am Mont Blanc gibt es erste Berichte über den Hergang des Lawinenunglücks. "Es war, als würde ich in einer Waschmaschinentrommel stecken", erzählte der gerettete Gebirgsführer Daniel Rossetto der Zeitung "Le Parisien" (Freitagausgabe). Der 63-Jährige war am Donnerstag mit zwei dänischen Alpinisten unterwegs und kam, wie seine Kunden auch, mit nur leichten Verletzungen davon. Bei dem Unglück in Frankreich starben neun Menschen.

Die Lawine sei um 5.15 Uhr plötzlich und "ohne Geräusch, nur mit einem Hauch" über die Gruppe hereingebrochen, sagte Rossetto. "Wir haben versucht uns zu wehren, aber das hat uns den Hang hinab gedrückt - 250 Meter unterhalb des Platzes, an dem wir uns befanden." Die anderen Seilschaften, die in den Tod gerissen wurden, habe er nicht gesehen.

"Es war schrecklich, ich glaubte, ich müsste sterben", erzählt der Däne Thomas Vybro der Nachrichtenagentur AFP. Die Schneemassen erfassten die Gruppe mit ungeheurer Wucht. Er und sein Freund wurden umgerissen und mitgeschleift, konnten sich aber selbst aus dem Schnee befreien. Danach hätten sie die Rufe anderer Verunglückter gehört und ihnen zu helfen versucht, erzählt Vybro. "Anderthalb Stunden lang gruben wir mit bloßen Händen und unseren Steigschuhen" - die Schneeschicht sei jedoch sehr hart gewesen. Von den sechs Bergsteigern, die er half auszugraben, waren zwei schon tot. "Das war das Schlimmste", sagt Vybro. Er selbst kam mit Prellungen und einem Rippenbruch davon.

Eine 40 Zentimeter dicke Eisplatte könnte die mögliche Ursache für die tödliche Lawine gewesen sein. Die Platte könnte gebrochen sein und damit die Lawine ausgelöst haben, hatte der Präfekt des Departement Haute-Savoie, Philippe de Rumigny, erklärt. Unklar blieb, ob sie von einem Alpinisten losgetreten worden war oder sich anderweitig gelöst hatte. Frankreichs Innenminister Manuel Valls ordnete eine Untersuchung an. Die Tragödie gilt als eines der schlimmsten Lawinen-Unglücke seit Jahren am Mont Blanc-Massiv.

(APA/dpa)

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