Bei einer Premiere des neuen "Batman"-Films hat ein junger Mann in einem Kinosaal im US-Staat Colorado wild um sich geschossen und mindestens zwölf Menschen getötet. 58 Menschen wurden verletzt - elf davon schweben noch in Lebensgefahr. Viele Verletzte sind aber noch in kritischem Zustand. Der mutmaßliche Schütze, der 24-jährige Student James Holmes, wurde festgenommen. Der Vorfall ereignete sich bei einer Mitternachts-Premiere des neuen Batman-Films "The Dark Knight Rises" im Century Kino in der Stadt Aurora bei Denver.
Holmes, laut Polizeiangaben ein "unbeschriebenes Blatt", ließ sich auf einem Parkplatz hinter dem Kino widerstandslos festnehmen. Dort stand auch sein Auto. Der US-Amokläufer James Holmes hatte bisher kein kriminelles Strafregister. Er fiel nur einmal als Verkehrssünder auf und erhielt ein Strafmandat. Über das Motiv des 24 Jahre alten Schützen, der nach dem Blutbad festgenommen wurde, herrschte Rätselraten.
"Solche Sprengfallen noch nie gesehen"
Nach der Festnahme warnte er die Polizei, dass er Sprengsätze in seiner Wohnung deponiert habe, berichtete ein Polizist. Bei der Untersuchung des mittlerweile evakuierten Mietshauses, in dem der Mann wohnte, befand sich nach Polizeiangaben auch tatsächlich eine Sprengfalle. Die Installation wirke ausgeklügelt, weshalb die Beamten möglicherweise noch Stunden oder gar Tage für das Räumen der Wohnung brauchen könnten.
Der örtliche Polizeichef Dan Oates beschrieb die Sprengfallen als etwas, "was wir noch nie gesehen haben". Sie setzten sich aus entzündlichen und chemischen Substanzen zusammen, "und es gibt eine Menge Drähte".
Amokschütze wollte Studium aufgeben
Der Amokschütze hat nach Angaben des Senders NBC an der University of Colorado in Aurora Neurowissenschaften studiert. Er habe sich im Juni 2011 eingeschrieben, aber sei dabei gewesen, sein Studium aufzugeben, hieß es unter Berufung auf Angaben der Medizinischen Fakultät. Nach weiteren Angaben wuchs Holmes in San Diego (Kalifornien) auf. Eine Polizeivertreterin zitierte aus einer Erklärung seiner Eltern, die den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aussprachen.
Anfangs gab es Berichte über einen zweiten Täter, die von der Polizei aber dementiert wurden. Es gibt keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.
Schüsse und Tränengas im Kinosaal
Holmes trug kugelsichere schwarze Kleidung, Handschuhe und eine Gasmaske - wie der Bösewicht Bane in dem Actionfilm "The Dark Knight Rises". Er war mit einem Gewehr und zwei Pistolen bewaffnet. Im Kinosaal ließ er zuerst aus einem Kanister Gas ausströmen - vermutlich Tränengas. 15 Minuten nach Filmbeginn trat er aus einem Seitenzugang und eröffnete das Feuer.
"Er kam über eine Treppe und schoss sofort um sich," sagte ein Zeuge im US-Fernsehen. Viele Zuschauer hätten zunächst nicht gewusst, ob die Schüsse Teil des Actionfilms waren, berichtete ein anderer Mann auf CNN. "Ich habe zuerst überhaupt nicht begriffen, was los ist", sagte er. "Erst als der Alarm losging, wussten wir, dass etwas faul ist."
Auch Kinder unter den Opfern
Zehn Menschen starben noch im Kinosaal, zwei weitere später im Krankenhaus. Unter den Opfern sind zahlreiche Kinder. Auch ein Baby wurde in einem Krankenhaus behandelt. Es sollen auch Kugeln durch die Wand in einen benachbarten Saal gedrungen sein und dort Menschen verletzt haben. Ein Zeuge, der in einem anderen Kinosaal war, sagte dem TV-Sender 9news.com, dass er zehn bis 20 Schüsse und mehrere kleine Explosion gehört habe. Daraufhin wurde der Feueralarm ausgelöst, die Kinobesucher stürmten aus dem Gebäude. Videoaufnahmen von Zuschauern zeigten schreckliche Szenen: Menschen schrien und drängten zu den Ausgängen, einige waren blutüberströmt.
Die unverletzten Zeugen wurden in eine Schule gebracht, wo sie betreut und zu den Vorfällen befragt werden. Mindestens 250 Polizisten sind am Tatort. Laut CNN rückte auch das FBI aus.
Obama "schockiert und betrübt"
US-Präsident Barack Obama hat sich "schockiert und tief betrübt" über das Blutbad gezeigt. Seine Frau Michelle und er seien bestürzt über die "entsetzliche und tragische" Tat, sagte Obama am Freitag in Washington.
Die Regierung werde alles tun, um die Menschen in Aurora zu unterstützen, fügte Obama hinzu. In solchen "Momenten der Dunkelheit und Herausforderung müssen wir jetzt wie eine amerikanische Familie zusammenkommen", rief der Präsident seine Landsleute auf.
Columbine-Highschool in der Nähe
Aurora liegt nicht weit von der Columbine-Highschool in Littleton entfernt. Dort hatten zwei Schüler bei einem Amoklauf am 20. April 1999 13 Menschen und dann sich selbst getötet. Die grausame Tat war das bis dahin schlimmste Schulmassaker und rief in den USA Forderungen nach schärferen Waffengesetzen hervor.
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(APA/Reuters/red.)











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