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Amok: 6000 Schuss legal übers Internet erworben

21.07.2012 | 17:42 |   (Die Presse)

Der Massenmord zur „Batman“-Premiere lässt die USA nicht wirklich übers Waffengesetz nachdenken. Nur der Wahlkampf pausiert kurz.

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Colorado. 250 Millionen Schusswaffen sind in den USA ganz legal im Umlauf. Mehr als in jedem anderen Land. Doch man muss kein Prophet sein, um schon jetzt zu wissen, dass nach dem jüngsten Amoklauf zur „Batman“-Filmpremiere in Aurora, Colorado, an den liberalen US-Waffengesetzen nicht ernsthaft gerüttelt wird. Dabei konnte der 24-jährige Amokschütze über das Internet ganz legal so viel Munition kaufen – 6000 Schuss –, dass er damit eine kleine Armee hätte ausrüsten können. Aus einer seiner Waffen konnte er 60 Schuss in der Minute abfeuern – jede Sekunde einen.

Rührt das Schicksal der 25-jährigen Jessica Ghawi die Öffentlichkeit länger als nur ein paar Tage? Die junge Frau ist eine der zwölf Menschen, die im Kugelhagel sofort umkamen. Vor sechs Wochen erst war Jessica in Toronto bei einer Schießerei dem Tod entkommen: Sie hatte ein Fast-Food-Lokal im Eaton Center verlassen, weil ihr unwohl geworden war. Vielleicht eine Vorahnung? Sie setzte sich draußen hin – und drinnen eröffnete ein junger Mann das Feuer auf Gangrivalen. Zwei Menschen starben – eines der Opfer saß dort, wo Jessica zuvor gesessen war. Als angehende Reporterin schrieb sie danach in einem Blog: „Mir wurde gezeigt, wie zerbrechlich das Leben ist.“

Unklar war bis gestern, was den Amokläufer von Aurora dazu bewog, in der Nacht auf Freitag bei der „Batman“-Filmpremiere maskiert und schwer bewaffnet die Leben anderer zu zerbrechen. Der 24-jährige James Holmes, Student der Neurowissenschaften, ist für die Polizei ein unbeschriebenes Blatt. Und er schweigt nach seiner Festnahme beharrlich. Will nicht sagen, warum und vor allem wie er seine Wohnung vermint hat. Sprengstoffexperten konnten auch gestern noch nicht ins Apartment eindringen. Vier umliegende Häuser mussten wegen der Explosionsgefahr geräumt werden.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ruft dazu auf, die Waffengesetze endlich zu verschärfen. Ob er wohl gehört wird? Einstweilen pausiert nur der Präsidentschaftswahlkampf. Präsident Barack Obama ist „schockiert“, und sein republikanischer Kontrahent, Mitt Romney, zeigt sich „tieftraurig über die sinnlose Bluttat“. st

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2012)

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8 Kommentare
Gast: ZARA
22.07.2012 20:56
1 9

Und in Österreich kauft er es bei einem Waffengeschäft um die Ecke und fährt mit der Strassenbahn oder mit dem Bus heim!!!!!

Die Waffennarren gehören endlich gestoppt.
Wo sind die Zeiten eines Von Einem, der anständig Politik gemacht hat?
Hoffentlich kommen die Grünen 2013 in die Regierung, Dann ist Schluss mit den Waffenfetischisten!

Populismus

Ach da freuen sich unsere Journalisten wieder. So können sie wiedermal ganz populistisch nach schärferen Waffengesetzen schreien.

Was wäre passiert, wenn er sich die Waffen nicht legal besorgen hätte können? Richtig! Er hätte sie sich illegal besorgt.
Wenn ich mir heute (in Ö) zB eine Pistole kaufen möchte und mich für den legalen Weg entscheide läuft das wie folgt: zuerst ein Termin beim Psychologen, dann ein Termin beim Waffenhändler wo ich den Umgang mit Waffen lerne und dann geh ich mit diesen Bestätigungen und unzähligen anderen Unterlagen zur Behörde, gib den Antrag ab und warte gute 3-4 Wochen. Zusammen mit den anderen Terminen kann man also sagen, dass man 4-5 Wochen auf seine Waffe warten muss.

Will ich jetzt eine Bank ausrauben, dann werde ich mir keine legale Waffe besorgen. Gebe ich in der Bank nämlich einen Schuss ab, wird das Projektil gefunden werden und meiner Waffe zugeordnet werden. Ist blöd, weil ich ja doch die Hoffnung habe, nicht erwischt zu werden.
Mal überlegen; was mach ich denn dann? Aaaah! Ich besorge mir einfach illegal eine Waffe. Hier erspar ich mir den Weg zum Psychologen (der "Händler" am Mexikoplatz oder sonst wo fragt mich sicher nicht nach einem psychologischen Gutachten), den zum Waffengeschäft (auch ob ich mit der Waffe umgehen kann ist ihm blunzen) und die Wartezeit bei der Behörde.

Wir sehen: die Legalwaffenbesitzer stellen keine Gefahr für die Allgemeinheit dar, sondern nur für Kriminelle, vor denen sie sich schützen wollen.

Re: Populismus

vielleicht sollte mal erwähnen, dass Hr. Soetoro das UN Small Arms Treaty unterzeichen will, um die amerikanische Verfassung auf internationalem Weg zu umgehen. Leider braucht er dafür noch ein paar Stimmen...ein Schelm wer hier Böses denkt...der Typ ist sicher nicht mit irgendwelchen Drogen vollgepumpt worden...ne sicher nicht!

Gast: lieb
22.07.2012 12:14
0 0

sinnlos

Waffengesetze zu verschärfen ohne die Grenzen zu schließen ist sinnlos.

3 1

6000 Schuß

"Aus einer seiner Waffen konnte er 60 Schuss in der Minute abfeuern – jede Sekunde einen."

Er hatte nur einen Halbautomaten benutzt.
Mit einer, zB. Kalashnikov hätte erin der Minute locker 10x mehr verschießen können.

So schlecht ausgerüstete Mörder gibt es in Mexico, Syrien, Irak oder sonstwo auf der Welt gar nicht.


Antworten Gast: asdhgdafh
22.07.2012 17:45
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Re: 6000 Schuß

Es ist auch irgendwie komisch, dass die Anzahl von Patronen fast schon hysterisch dargestellt wird ('diese Verrückten Amis!'). Dem Journalisten ist wohl nicht bewusst, dass man auch in Österreich Patronen in der 250-Stück-Schüttpackung einfach über den Ladentisch bekommt - um partout nicht aufzufallen müsste man hierzulande also unglaubliche 24 Händler abklappern und jedem eine Box abkaufen.

Re: 6000 Schuß

Hat man ja gesehen, wie ungefährlich seine Waffen waren oder?

Übrigens: Ziemlich unnötiges Posting ihrerseits...

Re: Re: 6000 Schuß

6000 schuss sind nicht unbedingt viel !