Der Waldbrand in Katalonien im Nordosten Spaniens blieb am Dienstag außer Kontrolle. Das Feuer, dass seit Sonntag nahe der Ortschaft La Jonquera etwa 10.000 Hektar verbrannt hat, breitete sich allerdings nicht weiter aus, wie das Innenministerium der Region mitteilte. Ein zweiter Brandherd beim Badeort Portbou an der Costa Brava wurde inzwischen gelöscht. Dort verbrannten etwa 50 Hektar Wald.
Außer in Spanien hat sich die Lage überall in Europa beruhigt. In Griechenland und auf Zypern gab es keine größeren Brände mehr. In Italien entspannte sich die Lage, nachdem es in den vergangenen Tagen in den meisten Landesteilen geregnet hatte. Mehrere kleinere Brände vor allem in Ligurien sind unter Kontrolle oder bereits gelöscht. In Mazedonien brannte Montagnachmittag ein Kiefernwald. Es gab 15 großteils leicht Verletzte, darunter sieben Kinder.
Auch in Kroatien beruhigte sich die Lage. Das Feuer nahe dem Badeort Selce war am Dienstag unter Kontrolle. Dennoch kämpften noch Hunderte Einsatzkräfte gegen den Brand. Die von Touristen stark befahrene Adriatische Küstenstraße war wieder befahrbar. Im Nordosten Spaniens waren bereits am Montag hunderte Touristen von Campingplätzen in Sicherheit gebracht worden.
Innenminister optimistisch
Der katalanische Innenminister Felip Puig zeigte sich am Dienstag optimistisch: Es gebe gute Chancen, dass die Einsatzkräfte den Brand noch am selben Tag unter Kontrolle bringen könnten. Das Abflauen des Windes und eine höhere Luftfeuchtigkeit begünstigten die Löscharbeiten nahe der Grenze zu Frankreich. Puig korrigierte das Ausmaß des Brandes: Das Feuer habe eine Fläche von 9.000 bis 10.000 Hektar zerstört. Vorher war von 13.000 Hektar die Rede gewesen. Es sei das schlimmste Feuer in dem Gebiet seit 26 Jahren, sagte Puig.
Etwa 1.300 Menschen, darunter Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und Freiwillige beteiligten sich an den Löscharbeiten. Neben 500 spanischen Feuerwehrleuten nahmen auch 400 Kollegen aus Frankreich an der Brandbekämpfung teil. Etwa 30 Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie rund 150 Feuerwehrwagen waren im Einsatz.
Der Brand wütet seit Sonntag an der Grenze von Spanien und Frankreich. Inzwischen konnte sowohl die Autobahn zwischen Perpignan und Figueres als auch die TGV-Linie zwischen Perpignan und Barcelona wieder freigegeben werden.
Von den Flammen eingeschlossene Fahrzeuge
Mindestens vier Menschen kamen bei dem Feuer ums Leben, weitere 24 wurden verletzt, davon 15 schwer, wie das katalanische Innenministerium am Montag mitteilte. Bisher verbrannten etwa 10.000 Hektar Fläche, zeitweise war auch ein Feriencamp von den Flammen bedroht.
Dramatische Szenen spielten sich Montagfrüh auf einer engen Landstraße ab, die entlang der steilen Felsenküste von der Stadt Portbou zur Grenze führt. Nach Medienberichten wurden etwa 50 Fahrzeuge vom Feuer eingeschlossen. Die Insassen flohen zu Fuß durch die Berge.
Auch eine französische Familie versuchte verzweifelt, vor den Flammen zu flüchten: Der 60 Jahre alte Vater und seine 15-jährige Tochter sprangen ins Meer und ertranken. Die Mutter und zwei weitere Kinder überlebten verletzt.
Ein 75-jähriger Mann starb an einem Herzinfarkt. Ein Franzose, der mit seinem Auto unterwegs war, wurde auf einer Landstraße vom Feuer eingeschlossen. Der Mann verbrannte in seinem Wagen. Unter den anderen Schwerverletzten ist ein achtjähriges Mädchen.
Italien: Flammen in Toskana und in Ligurien
In Italien ist eine 20 Hektar große Fläche Wald bei einem Feuer zerstört worden, das am späten Sonntag in Capannori unweit der Stadt Lucca entstanden ist. Feuerwehrmannschaften waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Zwei Hubschrauber und zwei Flugzeuge mussten ausrücken, um den Brand zu löschen. Für Menschen und Wohnungen gab es keine Gefahr.
Drei neue Brände wurden am Montag unweit von Genua gemeldet und zerstörten mehrere Hektar Wald. Starke Winde erschwerten die Arbeit der Feuerwehrmannschaften.
Bei schweren Bränden waren vergangene Woche große Flächen im Pollino-Nationalpark in der süditalienischen Region Kalabrien zerstört worden. Die Flammen wüteten in einem Gebiet, das bereits vor vier Jahren von schweren Feuern betroffen war. Brandstiftung wurde vermutet. In Apulien mussten mehrere bedrohte Häuser geräumt werden.
15 Verletzte in Mazedonien
Auch in Mazedondien hilet ein Großbrand die Feuerwehren in Atem. Montagnachmittag ist ein Kiefernwald in der Nähe der südwestmazedonischen Stadt Strumica von den Flammen erfasst worden. 15 Personen sind bei dem Brand verletzt worden. Mehr als 400 Feuerwehrleute und ebenfalls aktive Anrainer brauchten Stunden, um den Brand auf einer Fläche von 100 Hektar unter Kontrolle zu bringen, berichteten mazedonische Medien am Dienstag.
Unter den Verletzten befinden sich auch sieben Kinder. Sie alle sind mit leichten Verletzungen davongekommen. Fünf Schwerverletzte - einem Betroffenen wurden wegen schwerer Verbrennungen am ganzen Körper minimale Überlebenschancen eingeräumt - waren in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Skopje eingeliefert worden.
(APA/dpa)





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