Die Bevölkerung Pekings kritisiert die mangelhafte Vorbereitung der Behörden auf die schweren Überschwemmungen am vergangenen Wochenende, die mindestens 95 Todesopfer forderten. Rund neun Millionen Internetnutzer verbreiten öffentlich ihren Unmut über die Behörden, die anscheinend vom Ausmaß der Überschwemmungen selbst überrascht worden sein sollen und es somit verabsäumt hatten, die Einwohner der Hauptstadt rechtzeitg zu warnen. Zudem steht Pekings veraltetes Abwassersystem am Pranger - es stammt teilweise noch aus der Kaiserzeit, die 1912 zu Ende ging. Ebenso gibt es Zweifel an der offiziellen Opferzahl.
Die chinesische Zeitung "Global Times" kritisiert die Behörden folgendermaßen: "Wenn in der Hauptstadt Peking derartiges Chaos ausbricht, wie schlimm müssen dann erst die Infrastrukturprobleme in anderen Orten sein." Es gibt darüber hinaus Stimmen, die sagen, die Opfer könnten nocht leben, wenn es ein funktionierendes Warn- und Abwassersystem gegeben hätte. Staatliche Medien hingegen lobten die Solidarität der Einwohner und erklärten, dass durch die heftigen Regenfälle 17 Wasserreservoirs der Stadt wieder gut gefüllt seien.
Bis zu ein Meter hohes Wasser in den Straßen
Die heftigsten Regenfälle seit mindestens 60 Jahren hatten vergangenes Wochenende in Chinas Hauptstadt ein Chaos ausgelöst. In manchen Straßen stand das Wasser bis zu einem Meter hoch, da vielerorts das Kanalsystem zusammengebrochen war. Laut Behördenangaben starben bei den Unwettern in China 95 Menschen, 45 weitere galten am Montag noch als vermisst.
Das Ausmaß der Überschwemmung ist riesig. Es mussten bis zu 66.000 Bürger in Sicherheit gebracht werden. 80.000 Passagiere saßen am Flughafen von Peking fest und 10.000 Touristen konnten eine Touristenattraktion im benachbarten Bezirk Fangshan nicht verlassen. Eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen von Peking blieb auch am Montag überflutet.
Den Behörden zufolge liegt der Schaden derzeit bei rund 1,3 Milliarden Euro. Bereits Sonntag - nach dem Ende der Regenfälle - begannen Arbeiter mit den Aufräumarbeiten. Im Nordosten und Südwesten des Landes sind seit Freitag mindestens zehn weitere Personen dem Hochwasser zum Opfer gefallen.
(APA/AFP)
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