Nach wachsender Kritik an den Behörden wegen der Überschwemmungen in Peking hat der städtische Propagandachef den Medien die Verbreitung guter Nachrichten verordnet. Lu Wei forderte die Journalisten auf, nur noch Berichte zu bringen, die "Lob und Tränen" wert sind, etwa über Heldentaten der Rettungskräfte, wie die Zeitung "Jinghua Shibao" am Dienstag berichtete.
Bei den heftigsten Regenfällen seit 60 Jahren waren in Peking am Wochenende mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Im Internet machten daraufhin Millionen Menschen ihrem Ärger über die Behörden Luft. Sie klagten insbesondere darüber, nicht rechtzeitig vor den Fluten gewarnt worden zu sein. Außerdem gab es Kritik am veralteten Abwassersystem der Stadt und Zweifel an der offiziellen Todeszahl. Die meisten Zeitungen hatten über Rettungsaktionen berichtet, ohne sich kritisch zu äußern.
In besonders stark betroffenen Fangsahn, einer Berggegend im Südwesten der Hauptstadt, klagte ein Anrainer am Dienstag über mangelnde Unterstützung der Behörden bei der Suche nach den Vermissten. "Die Regierung hilft uns überhaupt nicht. Jede Familie muss selbst nach ihren Angehörigen suchen", sagte Wang Baoxiang, dessen 30-jähriger Neffe seit dem Unwetter als vermisst gilt.
(APA/AFP)
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