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Kampf gegen Kollaps: Peking platzt aus allen Nähten

26.07.2012 | 17:30 |  von Christian Strobl (Die Presse)

In den letzten zehn Jahren zog es jährlich 700.000 Menschen in Chinas Hauptstadt. Die Stadtregierung Pekings versucht mit immer neuen Hürden Migranten davon abzuhalten, sich in der Stadt niederzulassen.

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Wien. Eins zu 37. Das ist die Wahrscheinlichkeit beim französischen Roulette, dass die Kugel auf die getippte Zahl fällt. Im selben Größenbereich liegen auch die Chancen beim Pekinger „Auto-Roulette“. Als Gewinn wartet hier allerdings ein Nummernschild, denn diese werden in der chinesischen Hauptstadt seit 2011 nur mehr per Lotterie vergeben. Monatlich werden auf diese Weise – unter rund 700.000 Antragsstellern – nur mehr 20.000 Schilder ausgespielt, was die Umsatzzahlen der Pekinger Autohäuser stark einbrechen ließ.

Vergangene Woche kündigte die Stadtregierung dennoch an, bis Ende 2013 etwa 110.000 neue Parkplätze schaffen zu wollen. Eine von vielen Maßnahmen, die aufgrund des enormen Bevölkerungszuwachses notwendig wurden. Die ländliche Bevölkerung des Landesinneren zieht es in die wirtschaftlich prosperierenden Küstenregionen im Osten des Landes. Allein in den letzten zehn Jahren wuchs die Einwohnerzahl der Hauptstadt jährlich um 700.000 und liegt damit momentan bei rund 20 Millionen, weitere Millionen Wanderarbeiter noch gar nicht mitgezählt.

Dies bringt für die Stadt enorme Herausforderungen mit sich. Das für einen europäischen Peking-Touristen wahrscheinlich Augenscheinlichste: Selbst an heißen Sommertagen versteckt sich die Sonne hinter einer Smogglocke. Nur an Tagen nach einem Gewitter kommt sie zum Vorschein, innerhalb von 24 Stunden zieht der Smog allerdings wieder zu, und das Einheitsgrau kehrt zurück.

Maßnahmen der Stadtregierung

Wie reagiert die Regierung Pekings auf die Bevölkerungsexplosion? Einerseits versucht sie, Migranten überhaupt erst davon abzuhalten, sich in der Hauptstadt niederzulassen. So installiert sie immer neue Hürden für den Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung („Hukou“). Das gilt selbst für gut ausgebildete, junge Chinesen. „Es ist sehr schwer noch eine Hukou zu bekommen, um die Leistungen des Wohlfahrtssystems nutzen zu können. Wir können kein Haus kaufen, können in den ersten fünf Jahren kein Auto kaufen, unsere Kinder können nicht in öffentliche Schulen gehen und vieles mehr“, so ein 22-jähriger Student der Renmin-Universität in Peking zur „Presse“. Darüber hinaus hat die Stadtregierung vor einigen Jahren begonnen, rund um die Hauptstadt sogenannte Satellitenstädte zu errichten und sie mit einem aufwendigen Zug- und U-Bahn-System mit Peking zu verbinden.

Ein autofreier Tag in der Woche

Neben der Verlosung der Nummerntafeln gibt es auch eine andere unkonventionelle Antwort auf die Verkehrsproblematik: Jedes Auto muss einen Tag pro Woche in der Garage bleiben. Autos, deren Kennzeichen zum Beispiel auf null oder fünf enden, dürfen montags von sieben bis 20 Uhr nicht innerhalb der fünften Ringstraße – also im Großteil des Pekinger Stadtgebiets – fahren, endet deren Nummer auf eins oder sechs, müssen sie dienstags stehenbleiben und so weiter. „Ich finde die Regelung unfair, da ich berufsbedingt auf das Auto angewiesen bin. Reiche Leute kaufen sich einfach ein zweites Auto, um die Regelung zu umgehen“, sagte ein 43-jähriger Pendler aus dem Pekinger Umland. Lokalen Zeitungen zufolge haben Regierungsmitglieder seitdem auch zwei Dienstwägen.

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5 Kommentare
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der Herzinfarkt mangels Infrastruktur, die Verstädterung

. . . in der Monarchie plante der Kaiser die Unternehmen weit von Wien in Böhmen und Mähren anzusiedeln, was sie zu führenden Industrieländern machte.
Gerade mit der Zusammenlegung von Gemeinden, mit der Infrastruktur und modernstem Datenhighway müssten Förderungen /Anreize für Betriebe, Verwaltung, Kultur, etc. geschaffen werden.

Antworten Gast: gäst
27.07.2012 18:13
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Re: der Herzinfarkt mangels Infrastruktur, die Verstädterung

Der Kaiser plante??
Einerseits gabs dort eine derartige Tradition. Andererserits Rohstoffe (Kohle und Wasser) und drittens waren die ex-Hussiten weit aufgeschlossener als der Kaiser, der schlicht und einfach schiss vor der Industrialisierung hatte weshalb die längste Zeit in NÖ auch kein Industriebetrieb stand.

schickts ihnen die vassilakou!

die weis wie man autofahrer quaelt und abzockt bis sie sich das auto gar nicht mehr leisten koennen!

als alternative waere aber wohl auch der bau von art schnellbahnen sowie u-bahnen und buslinien empfehelnswert, aber ich nehme an, dass das die behoerden ohnehin schon wissen werden.

Gast: t7t
26.07.2012 20:22
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Nichts Neues

Das System des autofreien Tages gibt es in Sao Paulo je nach letzter Ziffer des Nummernschilds seit 20 Jahren ("rodizio").

Re: Nichts Neues

so weit braucht man da nicht schauen: Österreich 1972/73(Erdölkrise), Pickerl mit Fahrverbotstag auf der Windschutzscheibe.