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Krise bremst Aids-Hilfe

27.07.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Welt-Aids-Konferenz: Experten kritisieren den Mangel an Finanzierung, ein Ende der Epidemie sei aber möglich.

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Wien/Washington/Sig/Ag. Es gibt zwar weiterhin kein Heilmittel und keinen Impfstoff für HIV, Experten sind aber optimistisch, beides finden zu können. Das haben Forscher bei der 19. Welt-Aids-Konferenz in Washington, die am Freitag zu Ende ging, deutlich gemacht. Während des sechstägigen Programms mit rund 25.000 Teilnehmern und hunderten Veranstaltungen wurde aber auch klar, dass bis zum Ende der Epidemie wahrscheinlich noch Jahrzehnte vergehen werden.

Vor allem Deutschland müsste mehr Geld in den Kampf gegen Aids investieren, fordern Hilfsorganisationen. Auch andere Länder zögern angesichts der Wirtschaftskrise, nur die USA hat frisches Geld versprochen. Die Finanzierungslücke von jährlich rund sieben Milliarden Dollar könnte also noch größer werden, bereits erreichte Erfolge drohen verloren zu gehen.

Experten sind sich einig, wohin das Geld fließen muss: Infizierte müssen früher immer bessere Medikamente bekommen, vor allem Schwangere – bis 2015 sollen die Neuinfektionen halbiert, 15 Millionen Infizierte behandelt und keine Babys mehr mit HIV geboren werden. Vorbeugende Maßnahmen wie präventive Medikamente und die freiwillige Beschneidung bei Männern vor allem in Afrika (dies verringert das Ansteckungsrisiko) müssen weiter verbreitet werden, ebenso wie der Gebrauch von Kondomen. Außerdem fordern Experten, dass weltweit Homosexuelle, Prostituierte und Drogensüchtige aktiv in den Kampf gegen Aids eingebunden werden.

 

Infektionen sinken nicht überall

Mehr als 34 Millionen Menschen leben weltweit mit dem HI-Virus, davon rund 23,5 Millionen in Afrika südlich der Sahara. Im Jahr 2011 infizierten sich 2,5 Millionen Menschen mit HIV, ein Fünftel weniger als noch 2001.

Die Neuinfektionen sinken aber nicht überall: In Zentralasien, Osteuropa, dem Mittleren Osten und Nordafrika steigen sie sogar. Außerdem nehmen die Resistenzen gegen gängige HIV-Medikamente zu.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

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