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Slowakei: „Der Misthaufen der Handelsketten“

27.07.2012 | 18:26 |  von unserem Korrespondenten CHRISTOPH THANEI (Die Presse)

Eine Untersuchung der Lebensmittelbehörde stellt westlichen Supermarktketten ein schlechtes Zeugnis zur Hygiene in den slowakischen Filialen aus.

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Bratislava/Pressburg. Äußerst unangenehme Ergebnisse brachten Untersuchungen der slowakischen Lebensmittelbehörde für Billa und andere Handelsketten ans Licht: verdorbene Lebensmittel in den Regalen, Mäuse im Lager, Aufbewahrung empfindlicher Lebensmittel bei zu hohen Temperaturen. Solche Missstände finden sich in großen Supermärkten und Hypermarkets weitaus häufiger als in kleineren Läden und den wenigen verbliebenen einheimischen Handelsketten wie der Konsumgenossenschaft Jednota.

Den Blick allein auf ihre hohen Margen gerichtet, scheinen die ausländischen Riesen keine Rücksicht auf die Mägen der slowakischen Kundschaft zu nehmen. „Die Handelsketten behandeln uns wie ihren Misthaufen!“, tobte daher der slowakische Landwirtschaftsminister Lubomir Jahnatek bei der Präsentation der Ergebnisse empört. Am schlimmsten gingen die slowakischen Kontrollore mit Billa ins Gericht: Mehr als die Hälfte aller von der Behörde überprüften Billa-Filialen wies Missstände auf. Dahinter folgten Lidl, Carrefour, Tesco und Kaufland.

 

Fleisch in schlechter Qualität

Billa Slowakei hat in einer ersten Stellungnahme gegenüber den Medien am Freitag bereits Fehler zugegeben und Verbesserungen versprochen. Allerdings sei die Wirklichkeit bei Billa nicht ganz so schlimm wie der Eindruck, den die Kontrolleure vermittelten, widersprach das Unternehmen zumindest teilweise: „Nicht alle Missstände, die uns vorgeworfen werden, betreffen direkt die Kunden. So wurden auch technische Mängel wie beschädigte Fliesen in den Betriebsräumen aufgelistet, die nun wirklich nichts mit der Qualität der Lebensmittel zu tun haben.“

Österreichische Konsumenten kann allerdings beruhigen, worüber sich slowakische immer wieder im Internet und gegenüber der „Presse“ beklagen: Es scheint nicht ungewöhnlich zu sein, dass dieselbe Handelskette in der Slowakei schlechtere Qualität anbietet und trotzdem höhere Preise verlangt als in Österreich. Die Bankangestellte Hana Janikova nützt die Grenznähe der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg), um für Lebensmitteleinkäufe schnell nach Hainburg und in andere österreichische Nachbargemeinden zu fahren: „Obwohl es Billa in beiden Ländern gibt, kaufe ich lieber in den österreichischen Filialen ein. Denn dort sind viele Waren wie zum Beispiel Waschpulver wesentlich billiger, obwohl die Geschäfte zur selben Handelskette gehören.“ Und gerade Brot oder Fleisch wiesen in den österreichischen Geschäften eine deutlich bessere Qualität auf. Ihr Mann Jan Janik pflichtet ihr empört bei: „Das sind zwei verschiedene Europa!“

 

Alles andere als ein billiger Laden

Dass der Name Billa ursprünglich einmal von „Billiger Laden“ kam, will in der Slowakei sowieso niemand glauben. Hier gilt Billa als eher teures Geschäft, das aber eben auf sein noch immer viele Menschen beeindruckendes Westimage setzt.

Der Supermarktskandal sorgte am Freitag für großes Aufsehen auf den Internetseiten der slowakischen Medien. Schließlich ist es erst ein Jahr her, dass eine von der EU finanzierte Studie ähnliche Empörung hervorrief: Sie ergab nämlich, dass westliche Lebensmittelproduzenten wie der österreichische Gewürzhersteller Kotanyi in ostmitteleuropäischen Ländern minderwertigere Ware verkauften als im Westen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)

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6 Kommentare
Gast: Altkater1
28.07.2012 11:21
3 0

Kuuundenkaaarte?

Am nervigsten beim Billa (Merkur gehört ja dazu) ist beim Einkauf (bei mir meist nur der Einkauf von einer Leberkässemmel und Getränk) der Spruch von der Kassiererin immer:

Kuuundenkaaarte?

No, werd ich doch noch ohne Karten a Jausn einkaufen dürfen?

Oder ist das schon die Vorübung für den generellen Chip?

Ganz verdattert schauens dann aber immer, wenn die Gegenfrage kommt:
"Krieg ichs damit umsonst?" - oder
"Einkaufen darf ich bei ihnen aber ohne Karte schon noch?"
Oder: "Ja" - dann eine halbe Minute erwartungsvolles Schauen der Kassiererin mit zum blitzartigen Ergreifen geöffneter Hand - von mir dann: "aber leider nicht da".

Ja, ich weiß, die Kassiererinnen können nichts dafür und werden dazu angehalten.
Aber ich finds extrem nervig!

Was da wohl der Hausverstand dazu sagt?

Gast: IO
28.07.2012 09:17
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Und?

Haben die geglaubt sie bekommen die gleiche Ware um soviel billiger?
Die Lieferanten sind halt dort auch miserabler.
Jeder der schon fertigen lies weis oft ist billig teuer eingekauft - aber jeder macht selbst seine Erfahrungen mit dem ehemaligen Ostblock.
Ich bin geheilt.

Gestern in ORF-konkret!

Ja natürlich-Eis

in Österreich mit Bakterien verseucht!

Natur pur.

Gast: Martin_S
27.07.2012 20:14
4 1

Kann es

nicht so sein, dass lokale Lieferanten eben in der Slowakei einfach miesere Ware liefern??? Oder glaubt man in der Slowakei, die Ware kommt das D oder Ö ???

Antworten Gast: Visitor
29.07.2012 17:27
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Re: Kann es

Die Ware kommt heute meistens nicht aus der Slowakei, sondern aus dem Ausland. Bei der Untersuchung ging es aber eher um die Behandlung der Ware als um die Ware an sich. Trotzdem wurde festgestellt, dass die Ketten buschtäblich Abfallware aus Ö etc. verkaufen (dasselbe gilt für andere Osteurp. Länder). Osteuropa wird also tatsächlich als Lebensmittelmülldeponie verwendet.

Und übrigens ist es Österreich und Co. erfolgreich gelungen, dank der Subventionspolitik der EU (=die neuen EU-Länder kriegen 1/5 o.ä. dessen, was ein österreichischer Bauer kriegt) komplett zu zerstören. Als ob das nicht genug wäre, haben auch ein Paar österr. Firmen slow. landw. Firmen gekauft um sie dann einfach zu schließen und so die Konkurrenz zu vernichtet.

Drittens, die ehemaligen slowakischen landwirtschaftlichen Produkte waren schon immer (alleine wegen strengerer Normen) von besserer Qualität als westeurop. bzw. jetzigen slowakischen Produkte.

Fazit: Ihr habt überhaupt keine Ahnung was ihr in Osteuropa anrichtet.

Antworten Gast: billaa
28.07.2012 07:34
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Re: Kann es

Glauben sie wirklich, dass die Waren in D und Ö aus D und Ö kommen???