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Gigantischer Blackout: Halb Indien ohne Strom

31.07.2012 | 15:25 |   (DiePresse.com)

Nach Stromausfällen am Montag im Norden, ist nun auch im Osten Indiens der Strom ausgefallen. 600 Millionen Menschen sind betroffen.

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Indien bekommt seine Energieprobleme nicht in den Griff: Am zweiten Tag in Folge brachen am Dienstag die Stromnetze wegen Überlastung zusammen, betroffen waren dieses Mal Behördenangaben zufolge neben dem Norden auch der Osten sowie der Nordosten - und damit mehr als die Hälfte des Landes. In Neu Delhi und anderen Städten brach erneutes Chaos aus; hunderte Arbeiter eines Kohlebergwerks saßen unter Tage fest.

Mitten am Tag, gegen 13 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ), seien nacheinander die drei Netze für den Norden, Osten und Nordosten Indiens wegen Überlastung zusammengebrochen, sagte ein Sprecher der indischen Netzgesellschaft Powergrid Corporation of India. Er hoffe, die Versorgung könne bald wiederhergestellt werden. In dem Gebiet leben mehr als 600 Millionen Menschen, rund die Hälfte der indischen Bevölkerung.

In Neu Delhi fielen wie schon am Vortag die U-Bahnen ebenso wie die Verkehrsampeln aus, erneut herrschte auf den Straßen Chaos. Auch in Kalkutta im Osten des Landes saßen die Menschen ohne Strom da. Landesweit blieben 400 Züge mitten auf der Strecke stecken. 180 Kilometer nordwestlich von Kalkutta saßen Bergleute des Konzerns Eastern Coalfields unter Tage fest, weil ihre Aufzüge nicht mehr fuhren. Nach einer AFP-Zählung waren am Dienstag insgesamt 20 der 28 indischen Bundesstaaten betroffen.

VIDEO: Blackout: Hunderte Millionen Inder ohne Strom

Bild: (c) RCA

Stockdunkel ist es Montag Früh im Norden Indiens geblieben. Aus noch ungeklärter Ursache ist ein Teil der Stromversorgung völlig zusammengebrochen.

Bereits am Montag hatte die bis dato schwerste Strompanne seit elf Jahren das öffentliche Leben in insgesamt neun Bundesstaaten im Norden Indiens stundenlang lahmgelegt. Bis zu 300 Millionen Menschen saßen ohne Strom da, darunter auch die Einwohner Neu Delhis. Als Notmaßnahme wurden die Netze im Westen und Osten sowie aus dem Königreich Bhutan angezapft. Dies scheint nun zum Zusammenbruch im Osten und vermutlich auch im Nordosten geführt zu haben: "Wir teilten unseren Strom mit dem Norden - und deshalb fiel unser Netz aus", sagte der Energieminister für West-Bengalen Manish Gupta.

Mehr Strom als erlaubt abgezapft

Der indische Energieminister Sushilkumar Shinde machte erneut einige Bundesstaaten für die Überlastung der Netze verantwortlich. Diese hätten mehr Strom abgerufen als ihnen zustehe. Der neuerliche Stromausfall bringt Shinde und seine Regierung zunehmend in Bedrängnis. Vertreter der Industrie riefen am Dienstag eindringlich zur Reformierung der unzulänglichen Energieversorgung auf. Zu lange schon sei das Problem bekannt, kritisierte der Chef des Industrieverbands, Chandrajit Banerjee.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht hängt bis heute in der Stromerzeugung überwiegend von der Kohle ab, zudem sind die Stromnetze hoffnungslos veraltet. Besonders in den heißen Sommermonaten, in denen der Stromverbrauch deutlich ansteigt, kommt es immer wieder zu Engpässen und kurzen Ausfällen. Krankenhäuser, Flughäfen, Hotels und viele Privatleute, die es sich leisten können, haben sich schon längst darauf eingestellt und sich zum Ersatz Generatoren angeschafft.

(APA/AFP)

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8 Kommentare
Gast: Kann Wien nicht passieren...
31.07.2012 18:50
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Die Feuerprobe hat die Stadt ja schon hinter sich, als über halb Europa die Lichter dunkel wurde, einzig des kurze Aufflackern beim Licht merkten einige wenige...

Dank der EU mit ihren SmartStrom-Wahnsinn ist damit wohl bald Schluß, dann kann auch der Sozialismus nicht mehr wie ein einsamer Stern auf der Karte Europas leuchten...

(Man kann über die Stadtregierung schimpfen so viel man will, die Autonomschaltung ist und bleibt eine Glanzleistung die es auf der Welt kein zweites mal gibt und dafür zahle ich mehr als gerne 30 oder 50.- Euro/Jahr mehr als notwendig wäre!)

Mich gruselts...

...ich les grad das Buch "Blackout"...

Gast: Gruftmaus
30.07.2012 18:57
3 1

Na so was.

Stromausfall?

Unterbleibung einer Bewegung von Ladungsträgern (Elektronen,Ionen)

Kein Aufbau eines Potenzials innerhalb eines (Leiter)systems.

Es/das KANN nicht ausfallen (nur eingeschränkt auftreten), genausowenig wie man es sparen oder erfinden kann.
Man kann es nur erregen oder versuchen, es zu vermeiden. :(

Wieder was gelernt

Das in Indien die technischen Vorraussetzungen fuer einen Stromausfall bestehen, finde ich bemerkenswert.

Gast: Da Bese
30.07.2012 14:34
4 0

Etwas Boulevardberichterstattung mit Fallbeispielen würde den Artikel interessanter machen

Es wäre auch interessant zu erfahren, warum der Inder nach Amrizar an die pakistanische Grenze fahren will, wenn man ihn schon zeigt.

Also ein kleines Interview: Z. B. Herr Sigh wartet nach eigenen Angaben auf den Zug nach Amrizar schon seit 6 Studen, ist aber Stromausfälle gewohnt und gerät nicht wie Amerikaner, die sich auch an diese in Zukunft gewöhnen werden müssen, nicht in Panik. Schlimm findet der Inder vielmehr die Privatisierung der Stromversorgung, die zu enormen Preissteigerungen bei Strom geführt haben...

Da kann man schon ein wenig auch unsere gierigen Feinde, von der US-Ostküste als Versager darstellen und so den Feind des Euro, den US-Dollar untergraben.

tja die sogenannten Tigerstaaten

werden auch noch in 100 Jahren hinter dem Mond sein ...

aber die Ratingagenturen können sich ja nicht irren ...

Gast: Analyst 829
30.07.2012 13:57
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Indien wächst, Europa hat alles im Griff, USA schrumpfen sich zu tode

In Europa wäre das ein Skandal und kommt sowieso nicht vor, da die Netze dicht genug geknüpft sind und jeder Staat praktisch sein eigenes autarkes Stromnetz hat, in den USA hat man sich daran gewöhnt, dass tagelang Millionen Einwohner keinen Strom haben, nur in Indien ist so etwas neu.

Vermutlich wächst die indische Wirtschaft viel stärker als prognostiziert und daher der hohe Strombedarf.

Die Frage ist, ob Indien die Sache mit den Windrädern nicht gleich überspringen wird und gleich die neuen Fenster überall einbaut, die nebenbei mehr Strom erzeugen als der Haushalt überhaupt braucht. Dezentrale Stromerzeugung ist sicherer.

Fensterscheibentausch, das geht schnell und ist einfach für die vielen Hände in Indien. Für große Kraftwerke braucht man Maschinen und die müsste man erst um viel Geld kaufen und hat dann wieder das Problem mit den Stromnetzen, die einfach bei so vielen Einwohnern rasch an ihre Grenzen kommen, wenn nur jeder gleichzeitig seinen TV-Apparat einschaltet um Olympia zu sehen.

... selbst die Wasserversorgung war für einige Stunden unterbrochen.

Arg, die Selbsttränken für die Heiligen Kühe waren außer Betrieb!