Moskau/Wien/APA. Moskaus Plan, die Fernsehübertragung in früheren Sowjetrepubliken zu verbessern, ist vorerst geplatzt: Bei einer neuen Panne hat Russland gleich zwei Kommunikationssatelliten auf einmal verloren. Wie die Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte, sind ein russischer und ein indonesischer Satellit in die falsche, zu niedrige Umlaufbahn geraten. Schuld sei ein Fehler bei der Oberstufe der russischen Trägerrakete Proton-M (siehe Bild von 2011). Roskosmos kündigte nun eine Krisensitzung zu dem rund 150 Millionen Euro teuren Fehlstart an, weitere Proton-Starts wurden bis auf Weiteres ausgesetzt. Experten vermuten, dass der russische Satellit Express MD2 und der indonesische Satellit Telekom-3 in sechs bis acht Wochen abstürzen und bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen werden. Die Panne erinnert an den Fehlstart einer Proton-M mit einem russischen Nachrichtensatelliten vor einem Jahr, auch damals war die Rakete auf die falsche Umlaufbahn geraten. Erst im Jänner 2012 war die 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde „Phobos Grunt“ in den Pazifik gestürzt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)
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