24.05.2013 08:53 Merkliste 0

Texas: Todesstrafe an mutmaßlich geistig Behinderten vollstreckt

08.08.2012 | 07:20 |   (DiePresse.com)

Trotz Protesten ist der möglicherweise geistig behinderte 54-Jährige mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Der Supreme Court lehnte einen Exekutionsaufschub ab.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im US-Staat Texas ist ein möglicherweise geistig behinderter Mann hingerichtet worden. Das bestätigte am Dienstagabend (Ortszeit) ein Sprecher des Gefängnisses in Huntsville der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Anwälte des 54-jährigen Marvin Wilson hatten geltend gemacht, dass ihr Mandant nur einen Intelligenzquotienten von 61 habe und damit eindeutig geistig zurückgeblieben sei. Nach einem Grundsatzurteil des Obersten Gerichts der USA dürfen geistig Behinderte nicht exekutiert werden. Der Supreme Court selbst lehnte am Dienstag aber einen Exekutionsaufschub ab. Wilson starb noch am Abend im Staatsgefängnis von Huntsville durch eine Giftspritze.

Der Mann war wegen der Ermordung eines Polizeiinformanten 1992 zum Tode verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass der Test, bei dem der niedrige IQ festgestellt worden war, aus dem Jahr 2004 stamme und fehlerhaft gewesen sei. Andere Untersuchungen seitdem wiesen darauf hin, dass Wilson nicht als geistig behindert einzustufen sei. Auch die Art und Weise, wie er früher als Drogenhändler agiert und wie er den Mord ausgeführt habe, deuteten auf Fähigkeiten hin, die die eines geistig Behinderten überstiegen.

Der 54-Jährige war 18 Monate im Todestrakt gesessen, einen letzten Vorstoß seiner Anwälte zur Verhinderung der Hinrichtung wies der Oberste Gerichtshof am Dienstagnachmittag zurück. Gegen die geplante Hinrichtung hatten Menschenrechtsorganisationen scharf protestiert.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 2002 entschieden, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den einzelnen US-Staaten. Nach der geltenden Definition von Texas war der nun Hingerichtete laut Behördenangaben nicht geistig behindert.

In den vergangenen Wochen hatte ein ähnlicher Fall in Georgia für Aufsehen gesorgt. Dort sollte der verurteilte Mörder Warren Hill durch die Giftspritze sterben, obwohl er nach mehreren Gutachten einen Intelligenzquotienten von lediglich knapp 70 hat. Die Exekution war aber kurzfristig vom höchsten Gericht des Staates gestoppt worden, nachdem der 52-Jährige Einspruch gegen die Hinrichtungsmethode eingelegt hatte.

(APA/dpa/AFP/sda )

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

27 Kommentare
 
12

ja

die frage in der überschrift ist leicht zu beantworten - ja - und sowas macht eigentlich nur noch der Iran - Amerika - Iran = Achse des wirklich Bösen

Gast: Ferros
09.08.2012 04:56
3 1

Texas ??? Wie? IQ von 61 ? Den George W. Bush haben sie hingerichtet ?!


gefangene darf man laut völkerrecht nicht einmal im krieg hinrichten

warum sollte man es dann in friedenszeiten dürfen!

ich finde dass es an der zeit wäre die todesstrafe in den USA (und eigentlich auch global) abzuschaffen,eine lebenslange freiheitsstrafe ohne aussicht auf begnadigung reicht doch völlig aus.

Und das wäre dann humaner?

"Nicht einmal im Krieg" ist im Übrigen etwas verwirrend:

Im Krieg ist der Gefangene mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach ein armer Tropf, der zufällig auf der falschen Seite der Grenze geboren wurde.

In Friedenszeiten handelt es sich jedoch um Personen, die schwere Schuld auf sich geladen haben.


Re: Und das wäre dann humaner?

falsch

im krige handelt es sich bei dem gefangenen um eine feindlich gesinnte person, die extra darauf trainiert wurde, soldaten der anderen nation zu töten, sowie dieser größtmöglichen schaden zuzufügen.


in texas gibts fuer sowat ein drive-thru

da heisst aufpassen und sich an die gesetze halten

dort wird nicht so herum-ge-weicheiert wie in europa, wo es linke beckenrandschwimmende vorwaertseinparkende warmduscher gibt

Das nenne ich gelebte Gleichbehandlung!

Die linken müssten ja eigentlich sehr erfreut sein. Endlich werden auch Menschen mit einer Behinderung gleich behandelt.

Ich bin erfreut, dass es Tötungen bei schwerer Straftaten gibt. Leider ist Österreich noch nicht soweit. Wird aber noch kommen. Damit bleibt der Gesellschaft viel erspart.

Antworten Gast: ido
09.08.2012 02:36
0 0

Re: Das nenne ich gelebte Gleichbehandlung!

kleiner Kurs in Geschichte: Österreich war schon mal "soweit", aber das wurde abgeschafft. Ich würde an deiner Stelle also nicht darauf warten, bis es (wieder) "soweit" ist...

3 1

Re: Das nenne ich gelebte Gleichbehandlung!

Und was machen Sie dann wenn sich ein Urteil als Fehlurteil herausstellt? Deswegen bin ich gegen die Todesstrafe.

Wenn es so absolut eindeutig ist wie bei Breivik ist es sicher das Beste, aber zumeist ist die Schuld nicht so absolut zweifelsfrei erwiesen.

Wenn Leben am Mars möglich ist - also Wasser gefunden wird -, dann könnte man die ja alle dort hinschießen.

Re: Re: Das nenne ich gelebte Gleichbehandlung!

Ihre Einstellung ist brandgefährlich, weil mit dieser Einstellung die absolute Überwachung und Kontrolle, Enteignung und Entmündigung statt findet.

Mit diesen geringen Prozentsatz an Fehlurteilen übernehme ich gerne die Verantwortung. Das Motto: Lieber einer zuviel, als einer zuwenig.

Antworten Gast: Fürstenstein
08.08.2012 23:05
0 3

Re: Das nenne ich gelebte Gleichbehandlung!

Sie armer, armer Mensch..!

Gast: Noobie56
08.08.2012 19:34
5 2

Niedriger IQ

Ich bin gegen die Todesstrafe. Stirbt sowieso jeder irgendwann.

Aber wenn ein Staat schon die Todesstrafe hat, warum werden dann solche Unterschiede gemacht? Sie dient ja nicht der Rehabilitation, ob der Hinzurichtende versteht, dass er etwas Falsches gemacht hat, ist daher irrelevant. Irgendwie werden hier Menschen mit höherem IQ diskriminiert.

Abgesehen davon, dass ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass ein Mensch mit einem IQ von 61 auf einer Website Texte verfasst - vor allem, wenn er "schlechter lesen kann als ein Volksschüler".


Gast: b754
08.08.2012 19:32
5 4

Mit einem IQ von 61

gilt man in Texas als hochbegabt. G.W.Bush hat mit Sicherheit auch nicht mehr.

Re: Mit einem IQ von 61

Hach, wie schön wenn es politisch korrekte Wege gibt um seinem Stumpfsinn und Vorurteilen freien Lauf zu lassen, nicht?

Antworten Antworten Gast: polzzer
09.08.2012 04:58
1 1

Re: Re: Mit einem IQ von 61

Wie? Du gestehst hier, dass du Stumpfsinn postest, Austrian? Gute Einsicht.


Die Mörder sind unter uns!

Jetzt gerade in Thal bei Graz ...

Re: Die Mörder sind unter uns!

Wenn Sie das so genau wissen, müssen Sie Anzeige erstatten, sonst machen Sie sich strafbar.

Re: Re: Die Mörder sind unter uns!

Die StPO sieht ein Anzeigerecht jedes Bürgers vor, doch eine Pflicht dazu haben nur bestimmte Personen wie öffentliche Bedienstete ( falls im Zuge ihrer Arbeit festgestellt). Da die Anschuldigung auch nicht spezifisch genug ist, um eine bestimmte Person ( z.B.: einen berühmten Österreicher in der amerikanischen Politik) der Verfolgung durch Behörden auszusetzen, ist mangels ausführungsnaher Handlung auch der Tatbestand der versuchten Verleumdung nicht erfüllt. Somit keine Strafbarkeit.

.....

die sind nicht normal!!

Da müssen viele hier im Forum froh sein !

Texas wäre für sie ein Heises Pflaster ;D

10 1

Re: Da müssen viele hier im Forum froh sein !

Das hat war. Anderen Leuten Blödheit unterstellen und im selben Satz "heises Pflaster" schreiben.

Antworten Antworten Gast: Konservativer
08.08.2012 21:23
0 0

Re: Re: Da müssen viele hier im Forum froh sein !

Das hat war.

Gast: Der Ahnungslose
08.08.2012 12:14
9 4

MORD bleibt immer MORD...

...mit oder ohne staatlicher Genehmigung.

egal ob verbrecher, bestimmte volksangehörige, hautfarben oder was auch immer.


5 0

Re: MORD bleibt immer MORD...

ja genau so ist es, und der Hingerichtete ist ein Mörder... Mord ist immer Mord, ich befürworte nicht das US-amerikanische Gesetz, doch das ist einfach ein weiterer Unterschied zwischen Europa und den USA, für mich kann allerdings jeder Mörder "egal ob verbrecher, bestimmte volksangehörige, hautfarben oder was auch immer" zusammenpacken, machst du das in einem Land in dem die Todesstrafe ausgeübt wird dann pechgehabt, so schauts aus...


1 0

Der Akkusativ

ist dem Dativ sein Tod!

 
12