Schwedische Gerichte haben den angeblich schlimmsten "Serienmörder" des Landes für acht Morde verurteilt, obwohl er wahrscheinlich nicht einen einzigen begangen hat. Wie die Polizei im Bezirk Dalarna der Zeitung "Svenska Dagbladet" bestätigte, soll nun auch der letzte Mordfall neu aufgerollt werden, für den der Mann verantwortlich gemacht wurde. Dabei geht es um die Ermordung eines Israelis vor 24 Jahren. Der jetzt 62-jährige Thomas Quick war deswegen 1997 aufgrund seines Geständnisses verurteilt worden.
Als immer wahrscheinlicher gilt, dass Quick aus reiner Geltungssucht vor den acht Schuldsprüchen das jeweilige Mordgeständnis zusammenfantasiert hat und bei der Kriminalpolizei sowie vor Gericht auf leichtgläubige Zuhörer stieß. Drei Schuldsprüche wurden bereits wieder aufgehoben, vier weitere Fälle werden neu untersucht.
30 Morde gestanden, für sieben verurteilt
Hinterbliebene von Opfern forderten in dieser Woche dazu auf, eine unabhängige Untersuchungskommission zu dem Justizskandal einzusetzen. Quick, der sich heute Sture Bergwall nennt, behauptete in Verhören zunächst, dass er seit 1969 mehr als 30 Morde begangen habe.
Er wurde zwischen 1994 und 2001 in sechs Verfahren für acht Morde verurteilt. Technische Beweise für seine Schuld gab es allerdings nie. Nach einer Psychotherapie in der Haft zog Quick alle Geständnisse zurück und setzte nach und nach Wiederaufnahmeverfahren durch.
(APA/dpa)
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