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Russland: Sekte hielt Kinder in unterirdischem Bunker fest

09.08.2012 | 07:53 |   (DiePresse.com)

Kein Sonnenlicht, keine Heizung: Mehr als zehn Jahre lang lebten 70 Mitglieder einer muslimischen Sekte in zellenartigen Wohnräumen.

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Eine russische Sekte hat mit mehr als 20 Kindern jahrelang ohne Sonnenlicht, Heizung und Strom in einem unterirdischen Bunkersystem gelebt. "Die Kinder sind nie zur Schule gegangen und waren kaum über der Erde", teilten die Behörden in der Stadt Kasan der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" zufolge mit. "Sie waren schmutzig, trugen Lumpen und wurden nie von Ärzten untersucht. Die rund 70 Mitglieder lebten mehr als zehn Jahre in den zellenartigen Wohnräumen, die bis zu sieben Stockwerke tief unter die Erde gebaut worden waren.

Die Kinder sind nach Medienangaben zwischen 18 Monate und 17 Jahre alt. Sie kamen in Spitäler und sollen dann in Waisenhäusern betreut werden, wie der Kinderschutzbeauftragte der Regierung, Pawel Astachow, der Agentur Ria Nowosti sagte.

VIDEO: Sekte lebt jahrelang unter der Erde

Bild: (c) RCA

An die 10 Jahre hat eine russische Sekte nahe der Stadt Kasan in einem unterirdischen Bunkersystem gelebt - ohne Heizung, Sonnenlicht und Strom. Jetzt wurde die 70 köpfige Religionsgruppe entdeckt - unter ihnen auch 20 Kinder.

Ermittlungen gegen Sektenchef

Die Behörden in der muslimisch geprägten Teilrepublik Tatarstan ermitteln gegen den 83 Jahre alten Sektenchef Faisrachman Satarow, weil er "das Recht in die eigene Hand genommen hat". Den Eltern drohen Verfahren wegen der Misshandlung Schutzbefohlener. Festnahmen gab es zunächst nicht. Saratows Anhänger in der Wolga-Stadt Kasan - rund 800 Kilometer östlich von Moskau - drohen der "Komsomolskaja Prawda" zufolge, den Weltuntergang heraufzubeschwören, falls ihnen die Behörden nicht ihre Kinder zurückgeben. Auch gegen den angekündigten Abriss des illegal gebauten Hauses ihres "Propheten" kündigten sie Widerstand an.

Die "Faisrachmanisten" hätten sich bereits 2001 von der Außenwelt abgeschottet, schrieb das Blatt. Der Grund war angeblich durchaus weltlich: Die Gemeinschaft habe hohe Schulden gehabt. Auf dem von Mauern umgebenen Gelände nahe einer Bahnstrecke steht eine kleine Moschee. Zudem verfüge die Sekte über eine Dieselstation und sogar eigene Brunnen. Die Frauen hätten ihre Kinder auf dem Gelände geboren. Unterricht gab der selbst ernannte Prophet Satarow. Seine Anhänger durften - bis auf wenige Ausnahmen - das Gelände nicht verlassen und keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen.

Satarow erklärte sich Medien zufolge Ende der 1980er Jahre zum Propheten. Nachdem er 1996 das etwa 700 Quadratmeter große Gelände am Stadtrand von Kasan gekauft hatte, befahl Satarow seinen Jüngern, dort das unterirdische Zellensystem zu errichten. Die Behörden waren auf den Fall aufmerksam geworden, als ein Spezialkommando im Rahmen von Ermittlungen nach einem Mord an einem muslimischen Geistlichen das Gelände stürmte. Der Verdacht auf Terrorismus bestätigte sich zunächst nicht.

(APA/dpa)

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6 Kommentare
Gast: Gerne nur Gast
09.08.2012 19:54
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Ich sehe hier keine Sekte



sondern Muslime, die genauso aussehen wie Salafisten in Deutschland oder in Ottakring.

Antworten Gast: Zenzine
09.08.2012 22:06
4 0

Re: Ich sehe hier keine Sekte

Nur weil sie so aussehen, müssen sie noch lange keine sein.
Verbrecher oder Verrückte erkennt man leider nicht immer am Aussehen.

Gast: Bank12
09.08.2012 11:27
8 2

Riten und Bräuche

vielleicht gehört das aber zwingend zur Identität dieser Religion und zeigt die Verbindung zum Gott :-)
Andere religionen - andere Riten und Bräuche. Wo sind diesmal die Vertreter der Weltreligion die das verteidigen?

Gast: Gegenseitenhörerwunsch
09.08.2012 11:23
0 11

Russland und religiöse Minderheiten

so unduldsam wie sich russische Behörden und Gerichte in den letzten Jahren gegenüber religiösen Minderheiten verhalten, die der orthodoxen Kirche nicht genehm sind, frage ich mich, wie zuverlässig von dort kommende reisserische Meldungen über "gefährliche Sekten" sind.

Antworten Gast: gehtdasdurchdiezensur?ichglaubnicht
09.08.2012 13:41
2 0

Re: Russland und religiöse Minderheiten

Am 1.3 gab eswährend der 3sat Themenwoche zu Russland die Doku:
Sibiriens Schicksalsstrom - Der Jenissei

Dabei auch ein kurzes Interview mit einem russischen Imam, wobei er seine Vorstellung von Russlands Zukunft darstellte. Sehr interessant, nicht nur für Russland!

Gast: AP
09.08.2012 08:41
4 8

Uiuiui

Sind ja Zustände wie in Amstetten!