Sieben Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" wird mit einer längeren Bergung des Wracks gerecht, als ursprünglich angenommen. Der italienische Zivilschutz berichtete am Montag, dass mit dem Abtransport des Wracks erst Ende Frühjahr 2013 zu rechnen sei. Zuvor war man noch davon ausgegangen, die am 13. Jänner havarierten "Costa Concordia" bis Anfang 2013 abtransportieren zu können. Diese Prognosen stammen von den Experten des italo-amerikanischen Konsortiums Titan-Micoperi, die mit der Bergung des Schiffes beauftragt wurden.
Der Umweltschutzverband Legambiente erklärte sich wegen der Verzögerung der Bergung besorgt. "Dadurch wachsen die Gefahren für die Gewässer erheblich", sagte Legambiente-Sprecher Angelo Gentili.
Eine 120 Meter lange Plattform, die im Rahmen der Bergungsaktion des Schiffes eingesetzt werden soll, wurde vergangene Woche bereits auf der linken Seite des Wracks positioniert. Die Plattform "Micoperi" soll für Bohrungen für 30 Meter lange Pfähle dienen, die im Meeresboden verankert werden sollen. Diese werden die Unterwasser-Plattform tragen, die das Wrack stützen wird, nachdem es wieder in eine senkrechte Position gebracht worden ist.
Bei der Havarie des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffes am 13. Jänner kamen 30 Menschen ums Leben. Zwei gelten immer noch als vermisst. Die Costa Concordia war zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war mit mehr als 4.200 Personen an Bord, darunter 77 Österreicher, gekentert. Kapitän Francesco Schettino wurde im Juli aus dem Hausarrest entlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.
(APA)
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