Eine geplante Zwangsräumung hat nahe einer Universität im US-Bundesstaat Texas zu einer Schießerei mit drei Todesopfern und vier Verletzten geführt. Ein 35-Jähriger habe sich in der Stadt College Station in seiner Wohnung verschanzt und einen Polizeibeamten (41) erschossen, der ihm den Räumungsbefehl übergeben sollte, berichtete der Sender CNN am Montagabend (Ortszeit).
Auch ein 43 Jahre alter Passant sei ums Leben gekommen, teilte die Stadtverwaltung mit. In dem rund 30 Minuten dauernden Schusswechsel sei schließlich der Schütze von der Polizei getroffen worden und später im Krankenhaus gestorben. Drei weitere Beamte sowie eine Passantin wurden verletzt.
Erhöhte Wachsamkeit
Offenbar sei der Schütze ein Waffennarr gewesen, hieß es. Zu den "inspirierenden Personen" habe er auf seiner Seite im Sozialnetzwerk Facebook unter anderem die Erfinder des Kalaschnikow-Gewehrs und des Revolvers gezählt. Die Mutter sagte, ihr Sohn sei krank gewesen. "Unsere Familie ist über diese Tragödie geschockt und am Boden zerstört."
Der Schütze lebte wenige Blöcke vom Campus der A&M-Universität entfernt. Die Hochschule der Stadt (knapp 100.000 Einwohner) hatte wegen der Schüsse einen Alarm ausgelöst und alle Menschen in der Umgebung auf ihrer Website und per SMS aufgefordert, das Gelände zu meiden.
Diskussion um Waffengesetze
Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, verteidigte trotz der Schießerei das Recht der Amerikaner, Waffen zu besitzen. "Die Menschen in Texas müssen in der Lage sein, sich in ihren Häusern zu verteidigen", sagte er. Ob der Schütze einen Waffenschein hatte, ist nicht bekannt.
In den USA hatte es in den vergangenen Wochen mehrere tödliche Attacken mit Schusswaffen gegeben, die erneut eine Debatte über die laxen US-Waffengesetze entfachten. Erst am 5. August hatte ein ehemaliger US-Soldat in einem Sikh-Tempel in Wisconsin sechs Menschen erschossen und sich dann selbst getötet. In der Nacht zum 20. Juli hatte ein Mann in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado während der Premiere des neuen "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt. Wegen des Attentats muss sich ein Student vor Gericht verantworten.
(APA/dpa)
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