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Saudiarabien: Eigene Städte nur für Frauen

15.08.2012 | 18:20 |  SIOBHAN GEETS (Die Presse)

Die streng konservative Monarchie am Golf will nun ganze Städte ausschließlich für Frauen errichten – um so deren Chancen im Erwerbsleben zu verbessern.

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Wien/Riad. Wie kaum ein anderer Staat ist das 28-Millionen-Einwohner-Land Saudiarabien geprägt von der durch Religion und Tradition begründeten Geschlechtertrennung: Schulen und Universitäten sind ebenso nach Geschlechtern separiert wie Büros, Restaurants und Transportmittel; in öffentlichen Gebäuden gibt es verschiedene Eingänge für Frauen und Männer. Doch damit nicht genug: Wie britische Medien berichten will das Land nun aucheigene Städtefür Frauen errichten.

Die Idee kommt allerdings nicht von Männern, sondern von einer Gruppe von Geschäftsfrauen. Als Pilotprojekt soll demnach bereits 2013 eine „Frauenstadt“ bei Hofuf im Osten des Landes gebaut werden, vier weitere sind geplant. Die Stadt soll Arbeitsplätze für 5000Frauen schaffen, angedacht werden als Branchen die Textilindustrie, Pharmazie sowie die Nahrungsmittelherstellung.

Geplant sei, dass die Unternehmen von Frauen geführt werden und nur Mitarbeiterinnen haben. Für den Bau zuständig ist die saudische Behörde „Modon“, die sich sonst um die Entwicklung von Industriestädten kümmert.

„Ich bin sicher, dass Frauen ihre Kompetenzen in vieler Hinsicht zeigen und in Berufszweigen glänzen können, die ihren Interessen, ihrem Wesen und ihren Fähigkeiten am besten entsprechen“, zitiert die britische Zeitung „Guardian“ Saleh al-Rashid, Vizechef von Modon. Das Projekt soll die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen fördern und ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkt verbessern, ohne die Geschlechtertrennung anzugreifen.

Kaum Jobs für Akademikerinnen

Die strikte Trennung der Geschlechter in der Golf-Monarchie hat auch wirtschaftliche Folgen, denn Frauen haben kaum Zugang zum Arbeitsmarkt. Obwohl fast 60 Prozent der Universitätsabsolventen weiblich sind, machen Frauen nur 15 Prozent der berufstätigen Bevölkerung aus.

Weil sie nicht mit Männern zusammenarbeiten dürfen, sind die meisten in Arbeitsstätten beschäftigt, zu denen Männer keinen Zugang haben. So haben Banken eigene „Frauenfilialen“, wo Kundinnen von Frauen bedient werden. Da sie nur bestimmten Berufen wie Bankkauffrau oder Lehrerin nachgehen dürfen, finden viele keinen Job – laut „al-Arabia-News“ sind 78 Prozent der Uni-Abgängerinnen, darunter 1000 Doktorinnen, arbeitslos.

Das scheint angesichts der Tatsache, dass saudische Frauen kaum Entscheidungen treffen dürfen, kaum verwunderlich. Zwar kündigte König Abdullah an, dass sie ab 2015 bei Kommunalwahlen ihre Stimme abgeben dürfen. Darüber hinaus verbietet die lokale saudische Auslegung der Scharia aber viele Gleichstellungsmaßnahmen: Frauen dürfen nicht Auto fahren und sind von hohen Positionen so gut wie ausgeschlossen.

Ohne Vormund geht nichts

Ohne ihren gesetzlichen männlichen Vormund dürfen sie sich nicht frei bewegen. Meist ist dies der Ehemann oder Vater, manchmal ein Bruder oder sogar ein Sohn. Seine Erlaubnis muss eingeholt werden, wenn es um Entschlüsse rund um Heirat, Ausbildung, Reisen und eben auch Arbeit geht. Daran werden auch die Frauenstädte nichts ändern.

Auf einen Blick

Weibliche Arbeitssuchende finden in Saudiarabien selten einen Job, nur 15Prozent der Erwerbstätigen sind Frauen. Eine Gruppe von Unternehmerinnen plant nun in Zusammenarbeit mit dem Staat den Bau eigener „Frauenstädte“: Dort sollen ausschließlich weiblich geführte Firmen angesiedelt werden, die auch ausschließlich Frauen anstellen – damit will man die Frauenerwerbsquote steigern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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37 Kommentare
 
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Gast: joseph
17.08.2012 10:33
0 0

diese ideologie

diese ideologie verbunden mit reli. ist krank.

Gast: Wirtschaftler
16.08.2012 15:38
1 0

Frage:

Darf dort dann Bandion-Ortner Bürgermeisterin werden ?

Gast: Bank12
16.08.2012 14:04
1 0

Dialogzentrum

... das ist doch schon ein tolles Thema für das Diaologzentrum. Ich denke, die werden uns diese StadtderFrauen- Ideologie schon näher bringen

Gast: sm1rre
16.08.2012 10:47
0 0

???

....die ihren Interessen, ihrem Wesen und ihren Fähigkeiten am besten entsprechen... wtf!

Gast: Der Kommunist!
16.08.2012 10:36
0 0

Ich bin für die Einführung des Kommunismus in diesem Land!

Und alle Religionen zum Teufel schicken und verbieten!

Antworten Gast: Kommunismus ist auch eine Religion
16.08.2012 11:30
1 0

Re: Ich bin für die Einführung des Kommunismus in diesem Land!

Glauben Sie, dass sich dadurch etwas ändern wird? Die Männer wollen das so. Wenn man etwas will, das sich nicht natürlich begründen lässt, dann hängt man ihm das Mäntelchen der Religion um und schiebt es Gott in die Schuhe. Damit wäscht man seine Hände in Unschuld und kann weiter seine Machtgelüste ausleben.
Religion ist doch nur ein Mittel zum Zweck.
Der Kommunismus ist doch auch eine Religion. Nur dass die Ideologie ohne eine Gott-Figur auskommt. Aber sonst unterscheidet sich der Kommunismus in nichts von einer Religion.

Das müssen wir akzeptieren...

...andere Kulturen bedingen andere Sitten. Allerdings sollten wir mehr dazu tun in Österreich eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Antworten Gast: was müssen wir
16.08.2012 09:46
9 0

Re: Das müssen wir akzeptieren...

Wir müssen uns selbstaufgeben -wir müssen uns anpassen - wir müssen Rücksicht nehmen - wir müssen tolerant sein - wir müssen müssen... Ich habe den Eindruck, es muss sich um eine Fehlentwicklung handeln, die korrigiert werden muss. Lesenswertes Muss zum Thema: Alexander Janda`s Buch über Integration in Ö.

Gast: tc_t
16.08.2012 07:53
6 1

kann man als sehr zivilisiert betrachten...

schliesslich muss man zu den saudis nett sein, diese haben ja öl und halt ein wenig intoleranten islam, aber stört ja niemanden.... solange die amis und deutschland seine waffen dorthin exportieren kann... und die fahren ja schliesslich männen...

Antworten Gast: zauberwörter
16.08.2012 09:38
7 0

Re: kann man als sehr zivilisiert betrachten...

Öl+Geld - so kaufst du die Welt! Und in Europa kaufst du dir die Toleranz und das Schweigen. Und bezahlst überall die Ausbreitung der Intoleranz. Und Europa schweigt und dankt mit einem Dialogangebot. Wer es fassen kann, der fasse es.

Gast: Na und?
16.08.2012 07:12
3 7

Diese Frauenstädte gibt es in Österreich ja auch!

Wer es nicht glaubt, möge googeln: Es werden Wohnungen NUR für Frauen gebaut, Männer unerwünscht.

Natürlich stammt das Geld dazu von allen, also auch von Männern.

Das nur am Rande...

Antworten Gast: Stiefmütterchen
16.08.2012 11:35
0 0

Re: Diese Frauenstädte gibt es in Österreich ja auch!

Die Ursachen für die Notwendigkeit der Fraueninseln sind da wie dort die gleichen.
Der Unterschied ist die Quantität.
Bei uns gibt es nicht so viele Männer, vor denen die Frauen geschützt werden müssen. Aber ganz ohne geht es auch bei uns nicht.

Antworten Antworten Gast: Na und?
16.08.2012 14:23
0 0

Ich staune!

Die ganzen neuen Luxusdomizile sind nichts anderes als Schutz vor Männern?

Naiv wie ich bin hätte ich geglaubt, das wäre eine besondere Art der Freunderlwirtschaft!!!

Gerne lerne ich dazu, daß Frauen besonders schützenswert sind. Wie ist das dann eigentlich im Beruf oder beim Weggehen?

Gast: Plotin
16.08.2012 03:12
5 1

was ist denn schon normal, gleich und gerecht in dieser Welt?

. . . die Völkergemeinschaft müsste mal Demokratie definieren. Nur Demokratien können ein für alle gleiche und gerechte Ordnung schaffen.
Zwar grenzen sich die Völker in Sprache und Kultur ab, doch Politik und Kultur bedingen Toleranz und Harmonie.
So der Islam ein autoritärisches Regime ist, undemokratisch, diskriminierend und gerechtlos, sollte eine Trennung von Politik und Religion im Einklang mit der demokratischen Völkergemeinschaft gefordert werden.

Gast: Blasius Bullenbeisser
15.08.2012 23:53
9 0

"Seine Erlaubnis muss eingeholt werden, wenn es um Entschlüsse rund um Heirat, Ausbildung, Reisen und eben auch Arbeit geht"

Komisch. Saudiarabien ist viel totalitärer und menschen(rechts)feindlicher als Syrien oder Libyen. Besonders was Frauen angeht.

Aber eigenartigerweise werden die Demonstranten in Saudiarabien (u. auch in Katar oder Bahrein) nicht vom Westen unterstützt, wenn sie für Demokratie demonstrieren.

Woran das nur liegen mag?...Hmm...

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Die Linksrotgrüninnen finden das natürlich voll super!!


Re: Die Linksrotgrüninnen finden das natürlich voll super!!

Erklären Sie den Begriff "Linksrotgrüninnen" - was genau verstehen sie darunter? Und woraus genau schließen sie, dass "Linksrotgrüninnen" das im Artikel beschriebene "super" finden? Quellen?

Antworten Antworten Gast: MartinaZZ
16.08.2012 11:36
0 0

Re: Re: Die Linksrotgrüninnen finden das natürlich voll super!!

Das versteht doch jeder!

Antworten Antworten Gast: Martinz
16.08.2012 08:45
0 2

Re: Re: Die Linksrotgrüninnen finden das natürlich voll super!!

Darunter wird die Grünze verstanden, jetzt kapiert?

die sind

wirklich arm dran und tun mir sehr leid. Gleichzeitig ist ihre Zukunftsvision bewundernswert. Ich wünsche diesen Fraun dort alles Gute und mögen sie bald von der entsetzlichen Knechtschaft befreit werden.

7 0

Na ja ...

... aber Hauptsache bei uns ein "Dialogzentrum" eröffnen wollen!!!

Gast: GRÜNER KAKTUS
15.08.2012 20:30
2 25

Auch in Österreich sind die Frauen krass benachteiligt! Wer in diesem Staat nicht Säufer ist, der wird von der Karriere ausgegrenzt!

Wir Grünen kämpfen seitJahrzehnten für die Gleichberechtigung!
Wir werden aber den Weg mit der Quote gehen!
Jede Frau ist schließlich den Männern überlegen, denn die säuft ja nicht!
Schauts mal die Freiheitlichen an. Da werden Frauen nur was, wenn sie an der Flasche hängen!

Antworten Gast: phj
16.08.2012 16:32
0 0

Re: Auch in Österreich sind die Frauen krass benachteiligt! Wer in diesem Staat nicht Säufer ist, der wird von der Karriere ausgegrenzt!

Der Kaktus wird bald nicht mehr grün sein.

Antworten Gast: den nichtsäuferinnen
16.08.2012 15:16
0 0

Re: Auch in Österreich sind die Frauen krass benachteiligt! Wer in diesem Staat nicht Säufer ist, der wird von der Karriere ausgegrenzt!

Schön, in Ö. zu leben - einem Land mit Meinungsfreiheit. Wir Nichtgrüninnen dürfen dzt hierzulande noch anderer Meinung sein. Aber auch bei uns wachsen die Kakteen, die die Wegabweicher stechen.

Antworten Gast: Die Grünen streben eine Frauendiktatur an
16.08.2012 11:41
0 1

Re: Auch in Österreich sind die Frauen krass benachteiligt! Wer in diesem Staat nicht Säufer ist, der wird von der Karriere ausgegrenzt!

Die Grünen kämpfen nicht für Gleichberechtigung, sondern für Gleichmacherei.
Wir Frauen wollen nicht den Männern gleich sein. Wir wollen uns nicht schämen müssen dafür, dass wir Kinder in die Welt setzen und dass wir gern diese Kinder begleiten bis sie auf eigenen Beinen stehen. Wir wollen unsere Kinder nicht abgeben. Wir wollen aber, dass unsere Arbeit geachtet und honoriert wird. Genau das wollen die Grünen nicht. Sie reden uns ein, eine Arbeit muss in einem Unternehmen gemacht werden, sonst ist sie nichts wert.
Die Bemühungen der Grünen gehen einfach in die falsche Richtung. Die Grüninen frönen der Diktatur. Das wollen wir Frauen nicht.

Antworten Antworten Gast: Anne
16.08.2012 21:49
0 0

Re: Re: Auch in Österreich sind die Frauen krass benachteiligt! Wer in diesem Staat nicht Säufer ist, der wird von der Karriere ausgegrenzt!

Schreiben Sie nicht "wir" - Sie schreiben Ihre Meinung und nicht die Meinung "aller Frauen" !

Nicht wir - sondern Sie wollen !


 
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