Blackpool/Ag/Sig. In der interaktiven Ausstellung „Doug Fishbone & Friends Adventureland Golf“ der Grundy Art Gallery in Blackpool, Lancashire, ist derzeit eine Minigolfbahn mit Hitler-Statue zu sehen. Der Torso, mit brauner Uniform, Hakenkreuzbinde und Bärtchen, steht auf einer grünen Bahn, durch seine Mitte führt ein kleiner Tunnel. Wenn es Besucher schaffen, den Ball hindurchzuschlagen, hebt die Figur den rechten Arm zum Hitlergruß.
Die Arbeit der Brüder Jake und Dinos Chapman sei eine Chance, den Diktator lächerlich zu machen, sagte der Kurator der Galerie, Stuart Tulloch, zur BBC: Hitler sei schließlich besiegt worden, die Statue setze „das mächtige Bild des Naziregimes in den Kontext von Urlaubsspaß“.
Der Abgeordnetenrat der britischen Juden sieht das anders. „Hitler ist niemand, über den man Scherze macht“, sagte Michael Samuels laut BBC. Er sei „erschüttert“, dass die Galerie so etwas zeige. Die Figur habe „überhaupt keinen künstlerischen Wert“ und außerdem nichts mit Blackpool zu tun: „Anstelle der Galerie würde ich den Künstlern die Arbeit zurückgeben und ihnen raten, sie im Schuppen zu lassen.“
Auch Saddam steht bereit
Hitler ist nicht der einzige Despot in der Ausstellung, in dem Minigolf-Parcours findet sich auch der ehemalige (und 2006 hingerichtete) irakische Diktator Saddam Hussein. Der New Yorker Künstler Doug Fishbone hat den Sturz der Statue Husseins 2003 in Bagdad nachgestellt. „Wenn Sie nach einer neuen Herausforderung im Golf suchen oder einfach an der Ausstellung teilnehmen wollen, kommen Sie zu uns!“, heißt es auf der Homepage der Galerie. Und: „Es macht Spaß, es ist respektlos und regt zum Nachdenken an!“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)
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